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84. Stück: Blogparade Impro-Geschichten – Folge 2

Die Singende Lehrerin hat mein Blogstöckchen mit den Impro-Geschichten aufgegriffen und mir gleich drei weitere Begriffe genannt, aus der ich gleich eine kleine Spontanerzählung tüfteln werde.

1. Raumschiff
2. Mütze
3. Klingone

Auf geht’s! 🙂


Matti, der Klingone, war traurig. Die anderen Kinder in der vierten Klasse der Grundschule auf dem Raumschiff Sternenstaub hatten sich schon wieder über ihn lustig gemacht, weil er mit seiner braunen Haut und den Verhornungen im Gesicht so anders aussah als sie. Die anderen Kinder hatten überwiegend menschliche Eltern, ein Vulkanier war auch mit in der Klasse – keiner mochte ihn besonders, weil er immer alles besser wusste, aber immerhin wurde er respektiert -, aber er war der einzige Klingone. Strenggenommen war er überhaupt auch der einzige Klingone auf dem Schiff und im ganzen Universum – sein Volk galt als ausgestorben und er hatte das Glück gehabt, von einem freundlichen Menschenpaar adoptiert zu werden. Sie waren auch wirklich gut zu ihm und er hatte sie sehr gern … aber es fehlte ihm, mit jemandem seine Erinnerungen aus früher Kindheit zu teilen, die Traditionen seiner Kultur … man nickte immer höflich, wenn er davon erzählen wollte, aber wirklich verstehen tat es keiner.

Nun saß er alleine auf dem Holo-Deck, hatte sich eine Landschaft seines Heimatplaneten virtuell nachbilden lassen, und hing seinen schwermütigen Gedanken nach. Seine Adoptiveltern rieten ihm immer, er solle die gemeinen Kinder in der Klasse einfach ignorieren, dann würde ihnen irgendwann langweilig werden und sie hörten damit auf, ihn zu ärgern. Matti zweifelte daran, auch wenn er es gern glauben wollte, aber seine Mitschüler machten nicht unbedingt den Eindruck, als würde es ihnen jemals langweilig werden, auf ihm herumzuhacken.

Er wusste nicht genau, wie lange er so dagesessen hatte, als er plötzlich eine Stimme hinter sich hörte: „Entschuldigung … Matti, richtig? Darf ich mich zu dir setzen?“ Er schrak kurz zusammen und wandte sich um. Da stand Hektor, der Koch aus der Schulkantine, und der Einzige, der das Leid des kleinen Klingonen nachvollziehen konnte. Sie hatten sich bei der Essensausgabe bereits ein paar Mal unterhalten und Hektor hatte Matti stets aufmunternde Blicke zugeworfen, wenn die anderen Kinder ihn mal wieder mit einem besonders blöden Spruch auf die Pelle rückten. Hektor war Meranier und ebenfalls der Letzte seiner Art – sein Planet existierte zwar noch, war aber unbewohnbar geworden. In endlosen Kriegen hatten sich die Bewohner von Meran gegenseitig umgebracht, ihr Hass hatte keine Grenzen gekannt, und Hektor war der Einzige, der rechtzeitig hatte fliehen und auf der Sternenstaub einen Job als Koch hatte finden können.

„Sicher, setz dich“, murmelte Matti, und Hektor nahm neben ihm Platz. „Weißt du, ich kann das nicht mehr mit ansehen, wie die anderen dich dauernd quälen“, platzte Hektor heraus. Matti sah ihn verblüfft an, so direkt hatte noch niemand ihn darauf angesprochen. „Na ja“, sagte er verdruckst, „ich versuche ja, mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie mich treffen … ich hoffe immer, dass sie vielleicht dann von mir ablassen. Aber es ist so schwer …“, nun war er kurz davor, in Tränen auszubrechen. Hektor sah ihn verständnisvoll an und sagte dann: „Ich verrate dir ein Geheimnis. Auch ich hatte einen schweren Start, als ich hier als Koch anfing. Die Kollegen sahen mich alle schräg von der Seite an, keiner wollte etwas mit mir zu tun haben, und wenn irgendetwas in der Küche fehlte oder schieflief, war immer ich an allem Schuld“, erinnerte er sich.

„Aber eines Tages fand ich das hier“, sagte er und holte seine weiße Kochmütze hervor. „Sie lag plötzlich einfach vor der Eingangstür meiner Koje, ich weiß bis heute nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Aber sie hat mein Leben verändert.“ Hektor erzählte, wie er die Mütze am nächsten Tag bei der Arbeit getragen hatte und voller Verwunderung feststellte, dass niemand ihn mehr zu ärgern versuchte. Die Kollegen waren auf einmal freundlich, respektvoll, als sei es nie anders gewesen. „Ich glaube, inzwischen brauchst du die Mütze nötiger als ich“, sagte er und setzte sie Matti auf. Sie lächelten sich zu, dann verabschiedete sich Hektor. „Wir sehen uns morgen in der Kantine, Matti, schlaf gut!“ – „Du auch, Hektor, und vielen Dank!“

Ein wenig skeptisch war Matti schon, als er am nächsten Tag den Klassenraum betrat. Eine einfache Mütze sollte die anderen davon abhalten, ihn weiter zu triezen und zu veräppeln? Zumindest schienen sie heute alle mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Die erste Stunde verlief angenehm ruhig und auch in den kleinen Pausen kam nicht ein dummer Spruch. Matti fing an, sich zu entspannen, aber ihm war beim Gedanken an die Mittagspause ein wenig mulmig zumute. An der Essensausgabe traf er auf Hektor, der ihm aufmuntern zuzwinkerte. Matti lächelte schüchtern zurück und wollte sich dann wie gewohnt an seinen Lieblingsplatz, ganz hinten in der Ecke setzen, wo man ihn nicht so leicht sah. Doch da rief ihn Sinja, aus seiner Klasse, und Matti hätte vor Schreck beinahe sein Tablett fallen lassen: „Hey Matti, komm doch hierher, setz dich zu uns!“ Zuerst war der kleine Klingone überzeugt, es müsse sich um einen dieses Mal besonders gemeinen Scherz handeln.

Aber dann nahm er all seinen Mut zusammen, und setzte sich zu Sinja und den anderen Klassenkameraden. „Ich glaube, wir waren in letzter Zeit nicht besonders nett zu dir“, sagte sie, und klang dabei aufrichtig zerknirscht. „Ich hoffe, du kannst uns verzeihen … vielleicht können wir ja noch einmal von vorne anfangen?“ Matti fand, dass die anderen eine Chance verdient hätten, und setzte sich zu ihnen.

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83. Stück: Blogparade Impro-Geschichten – Wer macht mit?

Schon seit Ewigkeiten spukt mir die Idee im Kopf herum, eine eigene Blogparade ins Leben zu rufen, und zwar zum Thema „Impro-Geschichten“. Impro ist die Kurzform von Improvisation, die man normalerweise vom Theater kennt. In meinem Essai über „Narrative Aspekte im Improvisationstheater von Keith Johnstone oder wie improvisiert man eine Geschichte?“ hatte ich als Vorbereitung auf meine mündliche Masterprüfung schon mal ein wenig Hintergrundwissen dazu aufgeschrieben.

In Kurzform hier noch einmal das Wesentliche, um aus dem Stehgreif eine Geschichte entstehen zu lassen:

  • Routine etablieren (Normalzustand herstellen und schildern)
  • Routine kippen durch ein Ereignis
  • Veränderung schildern
  • Zur Routine zurückkehren

Außerdem sollten Elemente und Ereignisse, die auftauchen, später wieder aufgegriffen werden, damit keine angefangenen Handlungsstränge ins Leere laufen und der Zuschauer enttäuscht wird.

Nun hatte ich mich vor vier Jahren schon gefragt, ob man dieses Prinzip nicht auch aufs Schreiben von Geschichten übertragen könnte. Die Surrealisten haben ja eine ähnliche Technik genutzt, die sogenannte écriture en direct, um „ungefiltert“ Geschichten aus dem Unbewussten aufs Papier zu bringen. Das war nicht immer gelungen und manchmal sehr langweilig, wie André Bretons „Nadja“ zeigt, aber die Idee ist spannend.

Für meine Blogparade über Impro-Geschichten werde ich gleich drei Begriffe nennen, aus denen die Teilnehmer spontan eine kurze Erzählung stricken sollen, möglichst ohne vorher nachzudenken und ohne hinterher noch mal groß etwas zu verändern. Die Ergebnisse könnt ihr entweder in eurem eigenen Blog posten oder hier unter dem Artikel in die Kommentare schreiben. Ein paar Teilnehmer nominiere ich am Ende, es darf aber jeder mitmachen, der Lust dazu hat. Wenn ihr den Text auf eurem Blog publiziert, verlinkt dann bitte diesen Post hier, und packt mir unten einen Link in die Kommentare, damit ich eure Geschichte nicht verpasse 🙂

Am Ende nennt ihr dann eurerseits drei Begriffe (z. B. ein Ort, eine Figur, einen Gegenstand) und nominiert ein paar Teilnehmer eurer Wahl.

Ach so, und Deadline ist in zwei Wochen, also am 28.11.2016

So, dann kommen hier die drei Begriffe:

1. Wald
2. Messer
3. Hund

Und ich nominiere:
Meine Freundin Stephanie Blomberg von Lieblingsbilder – Blomberg Fotodesign, mit der ich auf der Schauspielschule beim Improvisationstheater immer viel Spaß hatte 🙂

Marco von Ma-Go Filmtipps, mit dem ich gemeinsam am Essai über „Horrorfilme – Ein Genre für die geistig Schwachen?“ gearbeitet hatte.

Singende Lehrerin, bei deren Blogparaden ich selbst immer sehr gern mitmache.

Auf geht’s und viel Spaß!

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82. Stück: Blogparade „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ – 10 Songs zum Aufdrehen

Und noch eine Blogparade von Singende Lehrerin, der ich unmöglich widerstehen konnte 😀 Thema: „Ich suche diesmal 10 Lieder, möglichst keine aktuellen Hits, bei denen ihr laut aufdreht, lauthals mitsingt oder die Tanzfläche stürmt.“

Mein Musikgeschmack ist ziemlich breit gefächert, am liebsten höre ich Blues und Soul (richtigen Soul wie von Otis Redding, Wilson Pickett, Ray Charles, Aretha Franklin vor ihrer Diskophase, Janis Joplin oder Joe Cocker. Nicht dieses glattgepopte Gejaule à la Mariah Carey), manchmal ist mir aber auch mehr nach Punkrock, Grunge oder Rap/Hip Hop, bei Swing und Bigband-Musik kann ich die Füße unmöglich still halten, ebenso wenig bei 90er Eurodance 😀 Traurigschöner Herzschmerz gefällt mir je nach Stimmung auch.

Generell mag ich alles, was einen Rhythmus, wo man mit muss, einen witzigen Text, den ich verstehe oder gaaaanz viel Gefühl hat. Was ich nicht mag ist alles, was zu perfekt klingt oder was monoton und unterkühlt ist, davon werde ich aggressiv. David Guetta und Daft Punk werdet ihr in meiner Liste also nicht finden, sonst zerlege ich hier das Mobiliar und das wäre blöd, denn es wird noch gebraucht. Ansonsten wird das hier eine bunte Mischung und ich werde mal in loser Reihenfolge versuchen, aus jedem Bereich wenigstens ein Beispiel zu nennen. Also, ran an die Haarbürsten-Pseudomikrofone, rein in die Tanzschuhe und rauf auf die Tanzfläche!

1. „Think“ von Aretha Franklin

„Oooooh, Freedom!“ – „Think“ von Aretha Franklin in der Originalversion ist einfach der Hammer und wenn ich es höre, muss ich innehalten und mitsingen und mittanzen. Tatsächlich habe ich das Lied auf meiner Abschlussprüfung von der Schauspielschule gesungen und hatte dabei einen Heidenspaß! Und es klang sogar einigermaßen erträglich 😀

2. „Tell Him“ von The Exciters

Normalerweise pisst mich kaum ein Vorschlag mehr an als der gutgemeinte Rat: „Sag ihm/ihr das doch einfach.“ Aber bei „Tell Him“ ist das was anderes, denn in der Tat ist das eine gute Idee, wenn man sich jemanden ausgeguckt hat, den man nett findet und mit dem man sich vorstellen könnte, dass er einem auch nach Jahren des Zusammenlebens nicht allzu sehr auf den Keks geht, einfach zu ihm hinzugehen und ihn zu fragen, ob man nicht mal was zusammen unternehmen will. Hab ich mit meinem Freund (wenn auch nur dank der Unnachgiebigkeit meiner Freunde) auch so gemacht und das hat prima funktioniert.

Außerdem ist „Tell Him“ die ‚Hymne‘ von Ally McBeal aus der gleichnamigen Serie. In der Oberstufe (das war bei mir von 1999 bis 2001) war „Ally McBeal“ meine absolute Lieblingsserie und die Idee der eigenen Hymne, einem Lied, das man still und heimlich in seinem Kopf hört und das einem Kraft und Lebensmut gibt, fand ich damals schon super.

3. „Try A Little Tenderness“ von Otis Redding

So, dieser Soul-Klassiker muss noch sein, danach kommt ein Genrewechsel 🙂 Wie das Lied erst ganz langsam anfängt, ein Instrument nach dem nächsten steigt ein, das Tempo wird schneller, die Spannung steigt und dann – der Höhepunkt. Mehr muss man dazu nicht sagen 😉

4. „Bad Reputation“ von Joan Jett

Eigentlich bin ich so ziemlich der harmloseste Mensch, den ich kenne, ich will niemandem irgendwas Böses und streng genommen möchte ich schon gemocht werden. Trotzdem macht es mir manchmal Spaß, Sachen gut zu finden, die zu meinem niedlichen Äußeren und sanftmütigen Wesen nicht ganz passen wollen, so wie „Bad Reputation“ von Joan Jett 🙂

5. „Ich bin reich“ von Die Ärzte

An dieser Stelle könnte so ziemlich jedes Lied von Die Ärzte stehen, aber „Ich bin reich“ ist eines ihrer lustigsten Lieder (und das will was heißen). Immer, wenn ich gerade mal wieder frustriert über die Ungerechtigkeit der Welt bin, und an der Unlogik der Tatsache verzweifle, dass man viel Geld haben muss, um viel Geld zu verdienen, und harte Arbeit zwar Spaß machen kann, aber das Konto nicht zwingend füllt, dann denke ich an dieses Lied und schon geht es mir besser.

6. „Ich find dich scheiße“ von Tic Tac Toe

Tauchen wir nun ein in die musikalischen Untiefen der 90er Jahre. Tic Tac Toe haben eigentlich ziemlich coolen Hip Hop gemacht, wenn man es recht bedenkt und mit so Kaspern wie B*shido vergleicht. Die Texte kann ich teilweise heute noch auswendig 🙂

7. „No Limit“ von 2Unlimited

Ich hatte euch ja eine bunte Mischung versprochen, also darf auch ein bisschen Eurodance nicht fehlen. Von „No Limit“ kriege ich jedes Mal einen Ohrwurm. (*uffta-uffta-uffta* „Techno, Techno, Techno“)

8. „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana

Als Kurt Cobain 1994 Selbstmord beging, war ich noch keine 12 Jahre alt. Damals mochte ich Grunge nicht besonders, aber heute muss ich sagen, irgendwie hat es was Hypnotisches, es lässt einen nicht kalt. Und das finde ich spannend.

9. „Sing sing sing“ von Benny Goodman

Dann folgt auch schon das Kontrastprogramm 🙂 „Sing sing sing“ von Benny Goodman ist Rhythmus pur und wenn ich irgendwann mal heirate, will ich dieses Lied für meinen Hochzeitstanz. Langsamer Walzer? Pff, das kann jeder, und langweilig ist es auch noch. Nee, ich will die Tanzfläche zum Beben bringen mit einem wilden, durchgeknallten Lindy Hop, sodass es niemanden mehr auf dem Stuhl hält.

10. „Ne me quitte pas“ von Jacques Brel

„Ne me quitte pas“ („Verlass mich nicht“) von Jacques Brel ist das traurigschönste Liebeslied, das ich kenne. In keinem anderen Lied kommt der ganze Schmerz des gebrochenen Herzens so zur Geltung wie hier. Und dann auch noch mit Jacques Brels Stimme, die klingt, als hätte er das alles so erlebt und würde es wirklich so fühlen. Und dann ist der Text so, so schön: „Moi, je t’offrirai des perles de pluie, venues de pays où il ne pleut pas. Je creuserai la terre jusqu’après ma mort pour couvrir ton corps d’or et de lumière“ (Ich hoffe, ich habe nicht zu viele fautes d’orthographe drin) Übersetzung: „Ich schenkte dir Regenperlen aus Ländern, in denen es nicht regnet. Ich grübe die Erde um, bis nach meinem Tod, um deinen Körper mit Gold und Licht zu bedecken“


Leider musste ich mich ja auf zehn Beispiele beschränken, trotzdem hier noch ein paar Erwähnungen, die es nicht ganz in die Liste geschafft haben, die ich euch aber ungern vorenthalten möchte.

„Where is my mind“ von The Pixies

„Don’t stop me now“ von Queen

„Basket Case“ von Green Day

„Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaf

„Hit the Road Jack“ von Ray Charles

„Piece of my Heart“ von Janis Joplin

„I will survive“ von Gloria Gaynor

„Faith“ von George Michael

„Got my mind set on you“ von George Harrison

„I shit on you“ von D12 feat. Eminem

„Du liebst mich nicht“ von Sabrina Setlur

„I Am, I Feel“ von Alisha’s Attic

„Tainted Love“ von Soft Cell

„Pump up the Jam“ von Technotronic

„Unbelievable“ von EMF (wie konnte ich das bloß vergessen 😮 )

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81. Stück: „Marry me!“-Blogparade von Singende Lehrerin

Die Singende Lehrerin hat wieder eine spaßige Blogparade ins Leben gerufen, bei der ich – mit etwas Verspätung – mit großem Vergnügen mitmache. Thema dieses Mal: „Marry me!“ Es geht um sieben fiktive Figuren aus Film, Serien oder Büchern, die ich am liebsten heiraten würde. Ich glaube, das wird ziemlich lustig, meistens stehe ich so auf die Underdogs, die Sidekicks und gutmütigen Stoffel, die ein bisschen naiv und trottelig sind. Oder auf die schweigsamen, nachdenklichen Harte-Schale-weicher-Kern-Typen, hach ❤ Nun denn, auf geht’s, diese Jungs haben am meisten mein Herz berührt, seufz:

7. Jacob aus der „Twilight“-Reihe

Team Jacob, Hurra! 😀 Soooo, das fängt ja schon superpeinlich an, ne? Aber in den Büchern fand ich Jacob echt absolut zum Dahinschmelzen und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man diesen aufgeblasenen, arroganten Schnösel Edward ihm vorziehen kann. Gut, einiges fand ich jetzt nicht so in Ordnung, dass er Bella schon teilweise sehr fordernd für sich erobern will, etwa, dass er doch recht schnell eingeschnappt ist und es ist auch echt merkwürdig, dass er sich ein Kleinkind als seine Zukünftige ausguckt. Aber deswegen sitzt er ja auch auf Platz 7 und nicht weiter oben 😛

Aber im Vergleich zu Edward, der ein übergriffiger Kontrollfreak ist, überhaupt keinen Sinn für Humor hat, und Bella ständig so behandelt, als könnte sie nichts selber machen (kann und will sie auch nicht, aber das ist trotzdem kein Grund, sie so zu behandeln, als wäre sie ein preziöses Kleinod aus feinstem Kristall, das beim kleinsten Ministups vom Regal plumpst und in unzählige Scherben zerschellt), ist Jacob dann definitiv die bessere Wahl. Auch, wenn Taylor Lautner, der ihn in den Filme spielt, aussieht wie Chief Wiggum von den Simpsons, zumindest vom Gesicht her. Außerdem kann Jacob sich in einen süßen Wolf mit Flauschefell verwandeln, während Edward nur Tiere tötet – gut, von irgendwas muss er ja „leben“, aber trotzdem.

6. Winston aus „New Girl“

Winston aus „New Girl“ ist einfach sowas von süß! Ich möchte ihn jedesmal knuddeln, wenn er wieder einen Witz nicht verstanden oder selbst versucht hat, einen zu reißen, der überhaupt nicht lustig ist. Wahrscheinlich müsste ich mich um alles Praktische kümmern, wenn wir verheiratet wären, und das wäre sicher extrem nervig. Auf der anderen Seite aber hat er ein grundgutes Herz und er mag Katzen! Mehr Argumente braucht man dann eigentlich nicht mehr. *miau*

5. Daryl aus „The Walking Dead“

Zugegeben, besonders gepflegt ist er nicht und auch die Schwiegerfamilie, in die ich da einheiraten würde, wäre so ziemlich die Schlimmste, die man sich als intellektueller Bücherwurm und linksrotgrünversiffter Gutmensch nur vorstellen kann, aber die wurden eh alle von der Zombieplage dahingerafft. Von daher spricht nichts dagegen 🙂 Daryl gehört in die Kategorie Harte-Schale-weicher-Kern, der nach außen hin brummelig, mürrisch und wortkarg wirkt, aber in Wirklichkeit ein treuer, loyaler und echter Freund ist. Wenn er erst einmal jemanden ins Herz geschlossen hat, ist er entschlossen, alles zu tun, um der Person beizustehen. Ist er verliebt, wirkt der sonst so verschlossene Mann so tapsig wie ein Hundewelpe, nur, um im nächsten Moment mit seiner Armbrust ein Opossum fürs Abendessen zu erlegen.

4. Jules aus „Jules & Jim“

„Jules & Jim“ ist mein Lieblingsfilm aus der Nouvelle Vague und es zerreißt mir jedesmal das Herz, wenn ich sehe, wie Jules sich für seine Liebe zu Catherine und seine Freundschaft zu Jim selbst aufopfert. Das Glück der Frau, die er liebt, und seines besten Freundes sind ihm wichtiger als alles andere, auch wichtiger als sein eigenes Glück. *heul*

3. Christian aus „Moulin Rouge“

Ach ja, was habe ich als 18-/19-Jährige für Christian aus „Moulin Rouge“ geschwärmt! Dieser gutmütige, hoffnungslos romantische und idealistische Kerl mit der umwerfend tollen Stimme hat mein Herz im Sturm erobert. Sehr zum Missfallen meines damaligen Freundes, der rasend eifersüchtig auf alles und jeden war, den, die oder das ich gut fand, mir Freude machte oder ein Lächeln entlockte, was nicht er selbst war. Am Anfang dachte ich, er mache Witze, und habe ihn natürlich extra aufgezogen. Ein bisschen fies, ich weiß, aber wenn man mir so eine Steilvorlage an Albernheit und Eitelkeit vor den Latz knallt, kann ich einfach nicht widerstehen, und muss mich darüber lustig machen. Wenn man immer alles Bescheuerte ernst nähme, was Leute so jeden Tag raushauen, dann würde man ja selbst bescheuert werden. Besagter Freund war übrigens auch eifersüchtig auf meinen Kater („Du hast die Katze ja viel lieber als mich, mimimi!“), also zu meiner Entschuldigung: ich wurde herausgefordert.

2. Luke aus „Gilmore Girls“

Der Flanellhemdfuzzi und leidenschaftliche Cap-verkehrtherum-Trager Luke aus der Serie „Gilmore Girls“ ist einfach toll! Das ist einer, der labert nicht romantisch herum, verspricht einem nicht die Sterne vom Himmel und so’n Scheiß und gockelt sich nicht zu irgendwelchen unglaubwürdigen Allerweltskomplimenten auf, sondern der ist so wie er ist: überwiegend übellaunig, oft genervt von den Albernheiten seiner Mitmenschen, aber trotzdem ist er immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Er ist jemand, der seine Liebe über seine Taten zeigt, aber nicht viel von ihr spricht. Er ist ehrlich, aufrichtig und authentisch, gleichzeitig aber selbstlos und hilfsbereit, wenn es darum geht, seinen Lieblingsmenschen eine Freude zu machen. Außerdem kann er kochen! Ich freue mich schon wie ein Schneekönig auf die neuen „Gilmore Girls“-Folgen und hoffe, dass Luke und Lorelai endlich heiraten! *quiiiiiiietsch* ❤ ❤ ❤

Die folgende Szene rührt mich immer wieder zu Tränen:

1. Peeta aus „Die Tribute von Panem“

Oh, was habe ich mitgelitten, als ich die „Tribute von Panem“-Bücher las; mit Katniss und den anderen Tributen, vor allem aber mit Peeta, dem Bäckerssohn mit seinem Talent zum Dekorieren und Backen, mit seiner Lieblingsfarbe Orange wie beim Sonnenuntergang, seiner Güte und Ruhe und Vernunft. Sein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen und seine Beharrlichkeit bei der Suche nach einer friedlichen Lösung, sein Mut zur Freundlichkeit haben mich tief berührt. Die Beziehung von Peeta und Katniss ist außerdem von Gleichberechtigung geprägt, von gegenseitigem Respekt und aufrichtiger, unaufgeregter Zuneigung. Und ich finde, mit Josh Hutcherson ist die Figur auch in den Verfilmungen absolut passend besetzt.

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