81. Stück: „Marry me!“-Blogparade von Singende Lehrerin

Die Singende Lehrerin hat wieder eine spaßige Blogparade ins Leben gerufen, bei der ich – mit etwas Verspätung – mit großem Vergnügen mitmache. Thema dieses Mal: „Marry me!“ Es geht um sieben fiktive Figuren aus Film, Serien oder Büchern, die ich am liebsten heiraten würde. Ich glaube, das wird ziemlich lustig, meistens stehe ich so auf die Underdogs, die Sidekicks und gutmütigen Stoffel, die ein bisschen naiv und trottelig sind. Oder auf die schweigsamen, nachdenklichen Harte-Schale-weicher-Kern-Typen, hach ❤ Nun denn, auf geht’s, diese Jungs haben am meisten mein Herz berührt, seufz:

7. Jacob aus der „Twilight“-Reihe

Team Jacob, Hurra! 😀 Soooo, das fängt ja schon superpeinlich an, ne? Aber in den Büchern fand ich Jacob echt absolut zum Dahinschmelzen und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man diesen aufgeblasenen, arroganten Schnösel Edward ihm vorziehen kann. Gut, einiges fand ich jetzt nicht so in Ordnung, dass er Bella schon teilweise sehr fordernd für sich erobern will, etwa, dass er doch recht schnell eingeschnappt ist und es ist auch echt merkwürdig, dass er sich ein Kleinkind als seine Zukünftige ausguckt. Aber deswegen sitzt er ja auch auf Platz 7 und nicht weiter oben 😛

Aber im Vergleich zu Edward, der ein übergriffiger Kontrollfreak ist, überhaupt keinen Sinn für Humor hat, und Bella ständig so behandelt, als könnte sie nichts selber machen (kann und will sie auch nicht, aber das ist trotzdem kein Grund, sie so zu behandeln, als wäre sie ein preziöses Kleinod aus feinstem Kristall, das beim kleinsten Ministups vom Regal plumpst und in unzählige Scherben zerschellt), ist Jacob dann definitiv die bessere Wahl. Auch, wenn Taylor Lautner, der ihn in den Filme spielt, aussieht wie Chief Wiggum von den Simpsons, zumindest vom Gesicht her. Außerdem kann Jacob sich in einen süßen Wolf mit Flauschefell verwandeln, während Edward nur Tiere tötet – gut, von irgendwas muss er ja „leben“, aber trotzdem.

6. Winston aus „New Girl“

Winston aus „New Girl“ ist einfach sowas von süß! Ich möchte ihn jedesmal knuddeln, wenn er wieder einen Witz nicht verstanden oder selbst versucht hat, einen zu reißen, der überhaupt nicht lustig ist. Wahrscheinlich müsste ich mich um alles Praktische kümmern, wenn wir verheiratet wären, und das wäre sicher extrem nervig. Auf der anderen Seite aber hat er ein grundgutes Herz und er mag Katzen! Mehr Argumente braucht man dann eigentlich nicht mehr. *miau*

5. Daryl aus „The Walking Dead“

Zugegeben, besonders gepflegt ist er nicht und auch die Schwiegerfamilie, in die ich da einheiraten würde, wäre so ziemlich die Schlimmste, die man sich als intellektueller Bücherwurm und linksrotgrünversiffter Gutmensch nur vorstellen kann, aber die wurden eh alle von der Zombieplage dahingerafft. Von daher spricht nichts dagegen 🙂 Daryl gehört in die Kategorie Harte-Schale-weicher-Kern, der nach außen hin brummelig, mürrisch und wortkarg wirkt, aber in Wirklichkeit ein treuer, loyaler und echter Freund ist. Wenn er erst einmal jemanden ins Herz geschlossen hat, ist er entschlossen, alles zu tun, um der Person beizustehen. Ist er verliebt, wirkt der sonst so verschlossene Mann so tapsig wie ein Hundewelpe, nur, um im nächsten Moment mit seiner Armbrust ein Opossum fürs Abendessen zu erlegen.

4. Jules aus „Jules & Jim“

„Jules & Jim“ ist mein Lieblingsfilm aus der Nouvelle Vague und es zerreißt mir jedesmal das Herz, wenn ich sehe, wie Jules sich für seine Liebe zu Catherine und seine Freundschaft zu Jim selbst aufopfert. Das Glück der Frau, die er liebt, und seines besten Freundes sind ihm wichtiger als alles andere, auch wichtiger als sein eigenes Glück. *heul*

3. Christian aus „Moulin Rouge“

Ach ja, was habe ich als 18-/19-Jährige für Christian aus „Moulin Rouge“ geschwärmt! Dieser gutmütige, hoffnungslos romantische und idealistische Kerl mit der umwerfend tollen Stimme hat mein Herz im Sturm erobert. Sehr zum Missfallen meines damaligen Freundes, der rasend eifersüchtig auf alles und jeden war, den, die oder das ich gut fand, mir Freude machte oder ein Lächeln entlockte, was nicht er selbst war. Am Anfang dachte ich, er mache Witze, und habe ihn natürlich extra aufgezogen. Ein bisschen fies, ich weiß, aber wenn man mir so eine Steilvorlage an Albernheit und Eitelkeit vor den Latz knallt, kann ich einfach nicht widerstehen, und muss mich darüber lustig machen. Wenn man immer alles Bescheuerte ernst nähme, was Leute so jeden Tag raushauen, dann würde man ja selbst bescheuert werden. Besagter Freund war übrigens auch eifersüchtig auf meinen Kater („Du hast die Katze ja viel lieber als mich, mimimi!“), also zu meiner Entschuldigung: ich wurde herausgefordert.

2. Luke aus „Gilmore Girls“

Der Flanellhemdfuzzi und leidenschaftliche Cap-verkehrtherum-Trager Luke aus der Serie „Gilmore Girls“ ist einfach toll! Das ist einer, der labert nicht romantisch herum, verspricht einem nicht die Sterne vom Himmel und so’n Scheiß und gockelt sich nicht zu irgendwelchen unglaubwürdigen Allerweltskomplimenten auf, sondern der ist so wie er ist: überwiegend übellaunig, oft genervt von den Albernheiten seiner Mitmenschen, aber trotzdem ist er immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Er ist jemand, der seine Liebe über seine Taten zeigt, aber nicht viel von ihr spricht. Er ist ehrlich, aufrichtig und authentisch, gleichzeitig aber selbstlos und hilfsbereit, wenn es darum geht, seinen Lieblingsmenschen eine Freude zu machen. Außerdem kann er kochen! Ich freue mich schon wie ein Schneekönig auf die neuen „Gilmore Girls“-Folgen und hoffe, dass Luke und Lorelai endlich heiraten! *quiiiiiiietsch* ❤ ❤ ❤

Die folgende Szene rührt mich immer wieder zu Tränen:

1. Peeta aus „Die Tribute von Panem“

Oh, was habe ich mitgelitten, als ich die „Tribute von Panem“-Bücher las; mit Katniss und den anderen Tributen, vor allem aber mit Peeta, dem Bäckerssohn mit seinem Talent zum Dekorieren und Backen, mit seiner Lieblingsfarbe Orange wie beim Sonnenuntergang, seiner Güte und Ruhe und Vernunft. Sein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen und seine Beharrlichkeit bei der Suche nach einer friedlichen Lösung, sein Mut zur Freundlichkeit haben mich tief berührt. Die Beziehung von Peeta und Katniss ist außerdem von Gleichberechtigung geprägt, von gegenseitigem Respekt und aufrichtiger, unaufgeregter Zuneigung. Und ich finde, mit Josh Hutcherson ist die Figur auch in den Verfilmungen absolut passend besetzt.

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Film und Fernsehen, Literatur

80. Stück: „Lenz“ von Cornelia Rainer auf dem Theaterfestival von Avignon 2016

Dieses Jahr habe ich es endlich mal wieder zum Theaterfestival nach Avignon geschafft und mir „Lenz“ von Cornelia Rainer angeschaut. Das letzte Mal in Avignon ist bereits acht Jahre her, 2008 war ich wie auch schon 2007 und 2005 mit dem deutsch-französischen Forum (später Plattform) für junge Kunst auf dem Theaterfestival und hatte mir in einem einwöchigen Vorstellungsmarathon teilweise drei Vorstellungen am Tag angeschaut. Dieses Jahr läuft alles etwas minimalistischer ab, es war etwas nervig, die Theaterkarten von Deutschland aus zu kaufen, aber wie sich nun herausgestellt hat, hat sich der Aufwand definitiv gelohnt, für alle anderen Vorstellungen des „In“-Festivals sind die Tickets inzwischen ausverkauft. Dafür haben wir uns aus dem „Off“-Festival noch zwei Vorstellungen herausgepickt, ein Clownsstück (das niedlich und amüsant war, aber zwischendurch auch ein paar Längen hatte) und heute Abend schauen wir ein Soulkonzert mit Coverliedern von Otis Redding sowie Stepptanz ❤ Ich glaube, das wird super.

Nun aber erst einmal zu "Lenz": Erzählt wird die Geschichte von Jakob Michael Reinhold Lenz, Dichter des Sturm und Drang, einst Weggefährte von Goethe, bevor die beiden sich – aus heutzutage nicht eindeutig bekannten Gründen – entzweiten. Goethe hatte Glück, gute Kontakte, wurde alt und hatte deswegen nachhaltig Erfolg und ist auch heute noch jedem bekannt. Lenz geriet in Vergessenheit und starb mit 41 Jahren unter ungeklärten Umständen in Moskau – er wurde einfach tot auf der Straße gefunden. Wirklich vermisst hatte ihn zu diesem Zeitpunkt wohl niemand mehr … Lenz hatte psychische Probleme, welche genau, ist schwer zu sagen. Womöglich schizophrene Schübe, abwechselnd manische und depressive Phasen, allgemein war er wohl einfach zu feinfühlig, eigenartig und verschroben für seine Welt. Diesen Zustand hatte Büchner versucht, mit seinem Text, dem Romanfragment "Lenz", zu veranschaulichen, und ich finde, das ist ihm gut gelungen. Cornelia Rainer hat ebenfalls versucht, Lenz' Gefühlswelt greifbar zu machen, hat sich dabei im Wesentlichen auf Büchners Text gestützt, aber auch Gedichte und Textausschnitte von Lenz selbst sowie Notizen des Pfarrers Oberlin, in dessen Haus in den Bergen der Dichter für ein paar Wochen Zuflucht gefunden hatte. Diese Wochen sind es, auf die Büchner sich konzentriert und die auch in der Inszenierung erzählt werden.

Im Innenhof des Lycée Saint Joseph ist unter freiem Himmel die Bühne aufgebaut. Darauf zu sehen ist eine Holzachterbahn, die für die Berglandschaft steht, aber auch metaphorisch Lenz' emotionale Verfassung widerspiegelt. Begleitet werden die Schauspieler von einem Perkussionisten, der mal die Holzachterbahn, mal Requisiten und Kulisse, mal ein Schlagzeug als Instrument benutzt. Die Klänge, die dabei herauskommen, sind mal mehr, mal weniger harmonisch und unterstreichen den Eindruck, den man von der inneren Zerrissenheit und dem Gefühlswirrwarr des Dichters durch das intensive Spiel von Markus Meyer erlangt.

Das klingt jetzt alles ziemlich schwermütig, zäh und freudlos. Aber das war es nicht, denn die Schauspieler ergänzen sich wunderbar, sind mit Freude bei der Sache und spielen mit einer Leichtigkeit und Natürlichkeit, die das schwere, traurige Thema ausgleichen und lebendig wirken lassen. In knapp 100 Minuten wird Lenz' Schicksal auf diese Weise verdichtet und in konzentrierter Atmosphäre unterhaltsam und berührend erzählt. Kurz: Das war toll!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Kritik, Theater

79. Stück: „Der Circle“ von Dave Eggers – Versuch einer differenzierten Betrachtung

Normalerweise bin ich bei Hypes immer etwas skeptisch und tendiere dazu, das Gehypte absichtlich zu ignorieren. So ging es mir auch bei Dave Eggers‘ „Der Circle“, aber schließlich war ich doch neugierig – vor allem, weil ich selbst in der Internetwelt arbeite und mich das Thema des Buchs allein deshalb schon reizte: Die 24-jährige Mae Holland fängt bei der großen Internetfirma ‚Circle‘ im Kundendienst an (dort ganz berufsjugendlich-hip als ‚Customer Experience‘ bezeichnet) und macht eine steile Karriere. Die Firma weist einige Parallelen zu dem auf, was man so von Google hört, und das ist wahrscheinlich Absicht. An den Job gekommen ist Mae dank ihrer Freundin Annie, die dort zur Führungsriege gehört. An der Spitze des Circles stehen die ‚drei Weisen‘ Ty Gospodinov (Ähnlichkeiten mit Mark Zuckerberg sind bestimmt rein zufällig), Eamon Bailey und Tom Stenton. Außerdem spielen noch Maes Eltern eine Rolle, ihr Vater ist an Multipler Sklerose erkrankt und muss mit der Krankenversicherung kämpfen, um ordentlich versorgt zu werden. Wichtig ist überdies Maes Ex-Freund Mercer, der mit ihrer schönen neuen Internetwelt, wo Transparenz, ständige Erreichbarkeit und die totale Daueroffenbarung alles sind, überhaupt nichts anfangen kann.

Kritiker haben „Der Circle“ mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Wenn man mal bei Google (!) nach „Der Circle Kritik“ sucht, stellt sich an erster Stelle gleich die Frage „Ist ‚Der Circle‘ ein gutes Buch?“ und ich finde, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Einige schimpfen, das Werk sei ein „schlechter Roman“ oder ein „langweiliges dickes Buch“, andere vergleichen es mit George Orwells „1984“ oder mit Aldous Huxleys „Brave New World“. Meine Meinung liegt wohl irgendwo dazwischen, aber ich werde mal versuchen, sie aufzudröseln. Ab hier können sich womöglich ein paar Spoiler einschleichen, also, wer das Buch noch ganz unvoreingenommen rezipieren möchte, sollte nun nicht weiterlesen. Alle anderen sind dazu eingeladen, ihre Ansichten zu „Der Circle“ in den Kommentaren mitzuteilen.

„Der Circle“: Spannender Inhalt, schlechter Stil?

Die meisten Nörgler kritisieren insbesondere den Stil des Romans. In der Erzähltheorie werden immer mindestens zwei Ebenen eines fiktionalen Werks unterschieden, das „Was“ (histoire, story, …) und das „Wie“ (discours, …). Gelegentlich monieren Profimeckerer auch das „Was“ von „Der Circle“ und schimpfen, das sei ja alles gar nicht neu, was da beschrieben wird, heute bereits möglich und teilweise auch schon Realität. Nun, da kann ich nicht wirklich etwas dagegen sagen, ich befasse mich beruflich weniger mit den technischen Möglichkeiten des Internets und mehr mit Inhalten. Also, vielleicht ist das heute schon möglich und nicht unwahrscheinlich, dass man sämtliche Internetdienste unter eine Identität fasst, diese Identität überprüft wird, sodass man im Netz nicht mehr anonym ist. Teilweise ist das bei Facebook ja schon so, dass sie bei Profilen prüfen, ob es den Namen wirklich gibt und man wirklich derjenige ist, als der man sich ausgibt. Auch die Idee mit SeeChange ist im Grunde einfach Google Street View und ähnliches weitergesponnen. Na ja, und die ständige Erreichbarkeit und private Belanglosigkeiten, die in der Netzöffentlichkeit breitgetreten werden, sind ebenfalls Realität. Allerdings finde ich das ehrlich gesagt deswegen nicht weniger interessant, sondern umso erschreckender, dass die Welt, die in „Der Circle“ dargestellt wird, so nah dran an unserer Wirklichkeit ist. Dass technische Möglichkeiten, die es heute schon gibt, lediglich weitergesponnen werden, macht doch alles noch aktueller und gruseliger.

Aber was ist mit dem Stil? Kritikpunkte sind die platte, kunstlose Sprache, die teilweise merkwürdig und holprig anmutenden Formulierungen, hölzerne Dialoge, Holzhammer-Metaphern, die auch noch ausführlich für die ganz Doofen erklärt werden. Außerdem wird die Figurenkonzeption kritisiert, da kein wirklicher Sympathieträger sich herauskristallisiert. Es fällt schwer, sich mit den Figuren zu identifizieren, sich in sie hineinzufühlen und ihre Motive nachzuvollziehen. Vor allem Hauptfigur Mae gibt Rätsel auf und hinterlässt einen zum Schluss mit dem Gefühl, gerade über 500 Seiten lang einem absoluten Miststück gefolgt zu sein. Das stimmt schon, der Stil ist oberflächlich, unempathisch, plump und … nun … hässlich. Einige Stellen sind so langatmig, dass ich sie kurzerhand überflogen habe, und teilweise saß ich kopfschüttelnd da und dachte, Alter! Kann sich der Autor bitte mal ein bisschen mehr Mühe geben!? Aber ist „Der Circle“ deswegen scheiße?

„Der Circle“ regt zum Nachdenken an

Das Figurenpersonal, das sich dem Leser von „Der Circle“ präsentiert, lebt bereits in einer Welt ständiger Erreichbarkeit, Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit. Für echtes Mitgefühl bleibt keine Zeit mehr, wahre Empfindungen sind nicht mehr möglich, wenn es nur noch ums Präsentieren und Performen geht. Reste davon lassen sich bei Maes Eltern und ihrem Ex-Freund Mercer erkennen, auch Ty lässt zum Schluss ein wenig Reue über den Verlust des echten Lebens zugunsten des im Internet inszenierten aufblitzen. Doch diese Menschen gehen in dieser schönen neuen Welt unter. Und das zeigt der Roman zwar etwas plakativ, aber durchaus klar, deutlich und eindrucksvoll. Der Stil passt im Prinzip perfekt zur Mentalität der Personen, die in dieser Welt das Sagen haben, und da Hauptfigur Mae ebenfalls dazugehört, ist es nur konsequent, dass die Art und Weise, mit der Sprache umzugehen, ihrem Denken entspricht. Es ist zuweilen schwer auszuhalten, weil die passive Aggressivität der Gute-Laune-Terroristen im ‚Circle‘, dieser gnadenlose Narzissmus seiner Mitarbeiter, die totale Ich-Bezogenheit und Ignoranz gegenüber Andersdenkenden einem an die Nieren geht, teilweise aber so grotesk überspitzt wirkt, dass es fast schon komisch ist. Nur, dass einem das Lachen im Hals steckenbleibt, weil es wirklich solche Menschen gibt, die das ernst meinen.

In meiner Kritik zu Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ hatte ich die Frage gestellt, ob es sich dabei um eine Dystopie oder Utopie handelt. Auch bei „Der Circle“ ist das meiner Meinung nach nicht eindeutig. Ich denke, das liegt daran, dass beide Romane nicht aus Sicht der Verliererseite erzählt werden, sondern aus Sicht der Gewinnerseite oder zumindest derer, die von den Entwicklungen in der Geschichte profitieren. Das führt mich zu der Annahme, dass es immer eine Frage der Perspektive ist, ob bestimmte Entwicklungen in der Geschichte als positiv oder negativ wahrgenommen werden.

Dadurch kommt man ins Grübeln, man hinterfragt seine eigenen Gewohnheiten und überlegt, wie viel von dem, was man im Internet preisgibt eitle Selbstdarstellung ist (schrieb sie in ihrem Blog 😛 ) und wie viel von dem wirklich hundertprozentig ehrlich ist. Außerdem bin ich jetzt doch wieder am zweifeln, ob ich mein uraltes Steinzeit-Handy, das mir seit rund 13-14 Jahren gute Dienste leistet, wirklich durch ein Smartphone ersetzen sollte …

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Internet und neue Medien, Kritik, Literatur

78. Stück: Die präzise Eleganz der deutschen Sprache und wer sie zu nutzen weiß

In meinem letzten Essai „Wann deutsche Filme und Popmusik scheiße sind“ war ich ein bisschen gemein zu deutschsprachigen Bands und Filmen, die ich nicht leiden kann. Was ich an Silbermond, Juli, Revolverheld und Co. sowie Filmen à la Was nützt die Liebe in Gedanken im Wesentlichen hasse, ist die plumpe, unsubtile, humorlose und pathetische Art, mit der wunderbaren deutschen Sprache umzugehen und die fehlende Leichtigkeit. Es gibt aber auch Werke, die die Besonderheiten meiner Vatersprache (Eh oui, meine Muttersprache ist Französisch, meine patrie ist Deutschland) positiv für sich zu nutzen wissen. Jede Sprache hat ihre Eigenarten und sie können wundervoll sein, aber auch tückisch, wenn man nicht aufpasst. Bei Deutsch ist es vor allem die Klarheit und Präzision, die sehr stark sein kann – oder auch plump und humorlos. Im Deutschen kann man ganz genau das sagen, was man sagen will, indem man Wortteile nach Belieben neu zusammensetzt. Stellt man es ungeschickt an, wirkt es schnell zu offensichtlich und polterig. Pathos wirkt im Deutschen auch deshalb so albern, weil er vollkommen unnötig ist. Die Worte sind bereits klar und stark genug, da muss man nicht noch eins draufsetzen – im Gegenteil. Durch feine Untertreibung als Kontrast zur Deutlichkeit der Worte kann eine Leichtigkeit und Einfachheit erzeugt werden, die deutsche Filme und Lieder vor unerträglichem Schnulzkitsch bewahren. Ein paar deutschsprachige Künstler sind solche begnadeten Wortakrobaten, die mit Ausdrücken und Bedeutungen jonglieren können, tolle Geschichten erzählen und mit verschmitzter Ironie an den Oberflächen der Dinge kratzen.

Am besten schildere ich mal anhand einiger Beispiele, wie man die präzise Eleganz der deutschen Sprache gekonnt einsetzen kann. Meister der Ironie sind zum Beispiel Farin Urlaub von Die Ärzte und die Texter von Annett Louisan:

„Lasse redn“ verbirgt hinter seiner fröhlichen Melodie und den pfiffigen Reimen eine herrlich entlarvende Kritik am Spießertum, wie es sich durch die tägliche Lektüre der ‚Bild‘-Zeitung und das Lästern über Nachbarn und Bekannte bemerkbar macht. Aber anstatt plump zu wehklagen, wie unglaublich verabscheuungswürdig und moralisch daneben es doch ist, fiese Gerüchte über andere Leute in die Welt zu setzen und sich an den Problemen anderer Menschen zu ergötzen, wird hier einfach frech grinsend die ganze Tratscherei ins Absurde überspitzt. „Die Katze“ kommt mit ganz einfachen Worten aus, präzise wird beschrieben, wie sich eine Katze häufig aufführt: eigensinnig, unabhängig, aber unwiderstehlich. Der etwas träge Rhythmus passt wunderbar dazu. Durch Annett Louisans ironisch-lustvolle Interpretation bekommt das Lied jedoch auch etwas unterschwellig Erotisches, ohne es allerdings direkt auszusprechen. Täte sie dies, etwa wie im Schlager „Zieh dich aus, kleine Maus, mach dich nackig …“, würde diese prickelnde zweite Ebene verpuffen (Hihi, ver“Puff“en 😛 ).

Deutsch eignet sich außerdem hervorragend dafür, Geschichten zu erzählen, und zwar mit wenigen Worten, so wie ein paar Pinselstriche in einer gelungenen Skizze ein ganzes Bild entstehen lassen können. Ein Beispiel hierfür ist das Lied „Der Tantenmörder“ vom Theaterautor Frank Wedekind:

Bei dem Lied muss man allerdings aufpassen, dass man nicht durch eine plumpe, finstere Darstellung den tollen Text von Wedekind ruiniert. Das liegt dann aber nicht mehr an der Sprache, sondern an der Interpretation, die das, was der Text gekonnt vermieden und ausgelassen hat, mit Krampf aufpresst. Man darf als Schauspieler und Interpret nicht vergessen, dass das Publikum nicht blöd ist und des Lesens von Zwischentönen durchaus mächtig. Diese Version hier finde ich zum Beispiel nicht so gut:

Außerdem gibt es auch tatsächlich ein paar „Supernachdenklicher Deutschpop“-Lieder, die ich mag. Zum Beispiel höre ich sehr gern „Wolke 4“ von Philipp Dittberner & Marv oder „Herz über Kopf“ von Joris:

Ich mag zum einen die Schlichtheit der musikalischen Begleitung, die den Text optimal unterstreicht, ohne ihn zu überdecken. Die gewählten Wörter und ihre Anordnung sind einfach, aber drücken trotzdem viel aus, ohne dass man noch etwas dazupacken oder extra erklären müsste. Mit eleganter Präzision entstehen Bilder, werden Emotionen transportiert, ohne zu nerven oder dem Zuhörer mit einer Extraportion Plumpheit die gemeinte Bedeutung unter die Nase zu reiben.

Ironie, Leichtigkeit, tolle Geschichten in wenigen, präzisen und gut gewählten Wörtern sowie unterschwelliger Humor funktionieren nicht nur in der Musik, sondern auch in Filmen. Der Tatort Im Schmerz geboren mit Ulrich Tukur war zum Beispiel absolut genial. Der letzte Kölner Tatort Kartenhaus hat mich sogar zu Tränen gerührt. Sehr gut gefallen hat mir auch Wir sind jung. Wir sind stark von XY. Ab und zu gibt es eine Szene, die ich etwas übertrieben schwermütig-melancholisch und aufgesetzt fand, aber insgesamt wird hier aus verschiedenen Perspektiven ein genauer Blick auf die Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen von 1992 geworfen, ohne zu urteilen oder die moralische Keule zu schwingen. Dass die Geschichte, die mit dem Brand einer Asylunterkunft endet, von erschreckender Realität ist, braucht dann nicht mehr extra dazugesagt zu werden. Nicht zu vergessen sind außerdem ein paar herausragende deutschsprachige Fernsehserien, die durch witzige Dialoge, tolle Figuren und Experimentierfreude glänzen, etwa Morgen hör ich auf, Der kleine Mann, Der Tatortreiniger, Dr. Psycho oder Stromberg.

Zum Schluss habe ich noch ein paar Lesetipps für euch:

  • Tschick von Wolfgang Herrndorf
  • Die kurzen und die langen Jahre von Thommie Bayer
  • Alle Toten fliegen hoch (Amerika) und die anderen Bücher von Joachim Meyerhoff
  • Der Sandmann und alles andere von E. T. A. Hoffmann
  • Lenz von Georg Büchner
  • Der Hofmeister und alles andere von Jakob Michael Reinhold Lenz
  • Die Schachnovelle und alles andere von Stefan Zweig
  • Das Schloss und alles andere von Franz Kafka
  • Die Gedichte und alles andere von Erich Kästner
  • Alles von Charlotte Link

Welche deutschsprachigen Lieder, Filme, Serien und Bücher mögt ihr besonders gern und warum?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Film und Fernsehen, Literatur, Popkultur

77. Stück: Wann deutsche Filme und Popmusik scheiße sind

Zuerst wollte ich diesen Essai „Warum deutsche Filme und Popmusik scheiße sind“ nennen, aber dann fielen mir immer mehr Beispiele von guten deutschen Filmen und gelungenen deutschsprachigen Liedern ein. Und da habe ich mich gefragt, was denn den Scheiß von guten Werken unterscheidet. Das ist gar nicht so einfach zu sagen, weil solche Urteile immer subjektiv sind, und das, was ich für grauenhaft erachte, andere wunderbar finden. Keiner von uns hat dann recht oder unrecht, es sind eben verschiedene Geschmäcker und Meinungen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass es doch so ein paar Dinge gibt, die mir typisch Deutsch vorkommen, und zwar im negativen Sinne. Über die positiven Seiten der deutschen Sprache werde ich noch einmal gesondert einen Beitrag schreiben, heute geht es mal darum, was mich bei deutschsprachigen Machwerken oft stört.

Ich möchte überdies gern alle Leser dazu einladen, mir in den Kommentaren zu widersprechen oder auch zuzustimmen und Dinge zu ergänzen, die mir vielleicht nicht aufgefallen sind. Dann wird die Angelegenheit wenigstens ein bisschen intersubjektiv. 🙂

Am besten fange ich mit ein paar Beispielen deutschsprachiger Filme und Lieder an, die ich ganz schauderhaft finde. Silbermond, Juli, Revolverheld, Die Toten Hosen (zumindest den neueren Scheiß à la „Tage wie diese“, urgs 😛 ) und Xavier Naidoo sind beispielsweise Bands/Sänger, die mir zuverlässig mit ihrer Musik auf den Wecker fallen und ein genervtes „Roooh, nicht DIE schon wieder!“ begleitet von sofortigem Wechseln des Radiosenders hervorrufen. Ich nenne diese Musikrichtung gern „supernachdenklichen Deutschpop“, weil da auf Krampf versucht wird, megasensibel zu wirken und derbe poetisch rüberzukommen. Dann werden da entweder ganz melancholisch mit dünnem Stimmchen Platitüden ins Mikro gehaucht oder gewollt verwegen plattes, vor Pathos triefendes Klischeezeug gegrölt, um allen zu zeigen, wie ungemein emotional man gerade drauf ist. Die Melodien sind entweder so gut wie nicht vorhanden oder so simpel und unoriginell, dass es einen schon aggressiv macht vor Langeweile.

Wenn schon die musikalische Seite unerträglich ist, könnte zumindest ein schlauer, witziger, ironischer, leichter, liebenswerter oder zum Nachdenken anregender Text den ganzen Kram retten. Das tut er aber bei besagten Beispielen nicht. (Anmerkung am Rande: Das „meiner Meinung nach“ und „meines Erachtens“ etc. möge man sich bitte dazu denken) Im Gegenteil, da wird’s dann teilweise richtig schlimm. Von Leichtigkeit und Raffinesse, Humor, echten Gefühlen oder Gesellschaftskritik keine Spur. Stattdessen wird zum x-ten Mal darüber schwadroniert, dass früher alles besser war, was für eine tiefe Männerfreundschaft einen mit seinen Kumpels verbindet, nur, weil man regelmäßig gemeinsam in einer versifften Kneipe saufen geht. Oder es wird ganz platt und unsubtil herausposaunt, was für ein perfekter/großartiger/fantastischer/bester Tag aller Zeiten es doch ist.

Wahlweise wird auch noch mit Trampelschritten der Liebe gehuldigt, vor allem im Schlager, indem mit absurder Inbrunst herumgetrötet wird, dass man durch die Nacht geht, gemeinsam den Sternenhimmel schön findet, nur Du und ich, ich und Du, Müllers Esel schubidu. ‚Tschuldigung, da sind gerade die Maultiere mit mir durchgegangen, zurück zum Thema. Am besten schmeißt man auch noch die Zahl Tausend mit in den Text, das kommt immer gut, weil „Tausend“ ja total viel ist, also fast schon „unendlich“. „Unendlichkeit“ ist dann auch so ein Wort, ebenso wie „Ewigkeit“, „Leidenschaft“, „spüren“, „Tag“ und „Nacht“, „Sonne“, „Mond“ und „Sterne“, die in keinem deutschen Schlagertext fehlen dürfen. Ich stelle mir das Texten solcher Lieder so vor: Man schmeißt diese ganzen wahnsinnig emotionalen Begriffe auf Zettelchen geschrieben in einen Pott, wirft vielleicht noch ein paar ferne Länder oder beliebte Urlaubsziele mit dazu, rührt einmal kräftig durch und zieht dann ein paar Wörter heraus. Daraus schustert man den Text dann zusammen. „Mit Dir durch die Unendlichkeit, mit Leidenschaft in die Ewigkeit, Dich spüren Tag und Nacht! Du und ich, ich und Du, wir schauen Sonne, Mond und tausend Sternen zu, im Himmel über Capri, wo ich die Liebe fand!“ Humpta-humpta-humpta!

Mich stört daran vor allem dieses Offensichtliche, dieses Platte, dieses Berechnende. Da hat man den Eindruck, die Leute haben sich überhaupt keine Mühe gegeben, das wirkt alles so unehrlich und unauthentisch. Wobei man da sicher auch noch differenzieren kann, ich denke schon, dass Silbermond, Juli, Xavier Naidoo und Co. sich bei ihren Texten was gedacht haben und das auch wirklich so meinen und ganz viel dabei fühlen. Es wirkt trotzdem immer alles so, als habe man sich einmal ein bestimmtes Schema ausgedacht und für gut befunden. Die Lieder sind dann keine individuellen Werke mehr, sondern es wird alles in dieses Schema gepresst, mit dem Ergebnis, dass nachher alles gleich klingt. Vielleicht erweckt das dann bei mir den Eindruck des „Unechten“, weil sich selbst das coolste Schema irgendwann abnutzt und oberflächlich wird. Möglicherweise fällt es mir auch nur deswegen negativ auf, weil ich das Schema besagter Musiker grauenhaft langweilig finde. Entspräche es meinem Geschmack, fände ich es vielleicht gar nicht schlimm.

In deutschen Filmen beziehungsweise Filmszenen, die ich nicht mag, fällt mir ebenfalls vor allem die fehlende Leichtigkeit und Subtilität auf. Gepaart wird das Plumpe, Platte, Schwere und Offensichtliche obendrein häufig mit einer viel zu angestrengten, gewollten, unignorierbaren Absicht, große Gefühle zu illustrieren sowie dem Klischee des Volks der Dichter und Denker in den Allerwertesten zu kriechen, indem man extra poetische Bilder und eine vermeintlich voll lyrische Sprache wählt. Ein Beispiel dafür ist Was nützt die Liebe in Gedanken von Achim von Borries. Die Schauspieler werden dann genötigt, ein völlig leeres, ausdrucksloses Gesicht zu machen, die Schultern nichtssagend hängen zu lassen und – schon wieder mit dünnem Stimmchen oder unverständlichem Genuschel – supernachdenkliche Platitüden vor sich hin zu hauchen. Am besten ist dann auch immer möglichst oft jemand nackt, idealerweise sieht man auch alles, damit alle wissen, wie überhaupt nicht verklemmt der Deutsche an sich ist. Die Filmmusik ist passend dazu ein unerträgliches Unglücksgeraune, das jede Szene mit Pathos verklebt wie eine im Rucksack ausgelaufene Flasche Multivitaminsaft. (Ich weiß, wovon ich rede, einem solchen Vorfall ist mein erstes Handy zum Opfer gefallen.)

Meistens werden die Bilder in blasse Grau- und Blautöne getaucht, damit alles noch viel melancholischer und nachdenklicher wirkt. Zu allem Überfluss wird aber auch dieses penetrant Öde nicht konsequent durchgezogen, sondern ab und zu wird’s total emotional. Dann brüllt plötzlich jemand los, und zwar so, dass man überhaupt nicht akustisch versteht, was gerade los ist. Das soll wohl authentisch wirken, tatsächlich aber wirkt es einfach nur aufgesetzt. Ganz besonders albern wird es, wenn deutsche Filme nicht so ganz wissen, wie sie anfangen oder aufhören sollen. Dann wird nämlich einfach getanzt. Ohne Grund und ziemlich ungelenk und tapsig vollführen die Figuren dann ein paar Tanzschrittchen. Das sieht man häufig im Tatort oder Polizeiruf 110. Was das soll, habe ich bislang noch nicht verstanden.

So weit meine kleine Tirade, was ist eure Meinung dazu?

6 Kommentare

Eingeordnet unter Film und Fernsehen, Popkultur

76. Stück: Liebster Award Nominierung, numéro quatre

Nun hat es mich bereits zum vierten Mal erwischt 🙂 Dieses Mal hat mich Friedl von Grimm vom Blog Trivial für den Liebster Award nominiert. So, nicht lange schnacken, auf geht’s zur fröhlichen Frage-Antwort-Runde (dieses Mal durfte ich mir Fragen aus Friedls Repertoire aussuchen):

1. Welcher Film fängt deine Persönlichkeit am besten ein?

Ich find’s immer schwierig, seine eigene Persönlichkeit allumfassend richtig einzuschätzen. Das hängt ja auch immer vom eigenen Selbstwertgefühl ab, wie man sich selbst sieht, und das verfälscht die Einschätzung. So denke ich zum Beispiel von mir, ich sei schüchtern, zutiefst lächerlich und ziemlich neurotisch. Aber aus mir unerfindlichen Gründen scheine ich nach außen hin nicht so zu wirken, also ist meine Selbsteinschätzung vielleicht kompletter Käse und ich bin in Wahrheit voll toll. So, jetzt habe ich mich erfolgreich mehrere Sätze mit meinem Geschwafel um eine Antwort gedrückt 😛

Aber ich will meine Leser auch nicht enttäuschen … Zuletzt konnte ich mich aus oben genannten Gründen vor allem mit der Figur Lisa aus dem Animationsfilm Anomalisa von Charlie Kaufman identifizieren. Meine Kritik zu dem Film findet ihr auf meiner Facebook-Seite.

2. Wann und warum bist du das letzte Mal ausgerastet?

Bis ich mal richtig wütend werde, das dauert. Ich bin im Großen und Ganzen ein recht duldsamer Mensch, der gern seine Ruhe hat und Streit nicht ausstehen kann. Gegen eine sachliche Diskussion mit spannenden Argumenten unter zivilisierten Leuten habe ich gar nichts, im Gegenteil, das macht mir Spaß. Aber Streit, wo man sich gegenseitig verbal unter die Gürtellinie haut und versucht, gegenseitig zu demütigen und sich selbst zu erhöhen, wo man sich gegenseitig anschreit und am Ende alle stinksauer aufeinander sind, ist in meinen Augen alles andere als zielführend und zweckdienlich. Das eigentliche Problem wird in solchen Schimpforgien doch nie geklärt, sondern alle Beteiligten wollen nur Dampf ablassen. Sprich, hinterher ist das Problem immer noch da, doch anstatt Ideen für eine Lösung oder einen Kompromiss gesammelt zu haben, habe ich eine Scheißlaune und bin fürchterlich unglücklich.

Es bedarf also vorher einer langen, langen Reihe immer wiederkehrender Kränkungen, die sich allmählich aufstapeln, bis mir irgendwann der Kragen platzt. Das kann dann schonmal mehrere Jahre dauern, bis ich dann tatsächlich explodiere, vorher versuche ich immer, Konflikte friedlich zu klären. Aber leider gibt es Menschen, die keinen Bock auf friedliche Klärung haben, und es auf Streit absehen, warum auch immer. Insofern erinnere ich mich an einen denkwürdigen Moment mit meinem ehemaligen besten Freund vor mittlerweile rund 13 Jahren (da kann man mal sehen, wie selten ich ausraste 😉 ), der mich jahrelang immer als unehrlich, hinterfotzig, rücksichtslos, verlogen, falsch, lästig und weißichwasnoch bezeichnet hatte. Ich habe das irgendwann selbst geglaubt und mich glücklich geschätzt, dass er sich überhaupt mit mir minderwertigem Subjekt abgab. Bis es mir irgendwann gereicht hat. In der Zwischenzeit war ich mit meinem Freund zusammengekommen, also vielleicht habe ich dadurch ein bisschen Selbstvertrauen zurückgewonnen. Jedenfalls hat mich besagter Ex-bester-Freund an einem Abend wieder als niederträchtiges Miststück behandelt und mit allerlei Beleidigungen und verbalen Demütigungen bombardiert, und ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben. Habe die Zähne zusammengebissen, die Tirade stoisch ertragen und es beim Aussteigen noch geschafft, lächelnd und zähneknirschend gute Nacht zu sagen. Aber kaum hatte ich die Tür hinter mir geschlossen, bin ich einfach explodiert. „Leck mich doch am Arsch!“ habe ich gebrüllt und – ganz untypisch für mich – mir in dem Moment keine Gedanken darüber gemacht, dass ich mit meinem Geschrei eventuell die Nachbarn aufgeweckt haben könnte.

Dann hörte ich die Reifen quietschen. „Fuck! Er hat mich gehört!“, schoss mir durch den Kopf, da kam er auch schon auf mich zugestapft und blitzte mich aus wütenden Augen an. „Was hast du da gerade gesagt?“, zischte er und ich hielt seinem Blick stand und wiederholte, er könne mich mal am Arsch lecken. Zack, da schubst er mich auf die Straße, ich fliege im hohen Bogen auf meinen Allerwertesten und bleibe verdattert sitzen. Er stapft zurück zum Auto und fährt davon. Es hat dann noch ein paar Monate gedauert, bis wir uns endgültig zerstritten hatten, aber dieser Ausraster ist mir im Gedächtnis geblieben.

3. Salziges oder süßes Popcorn? Oder gemischt, wie ich es präferiere?

Ehrlich gesagt, mag ich Popcorn gar nicht mal so besonders. Es schmeckt nach Presspappe und die Hüllen von den Maiskörnern schieben sich zwischen die Zähne und da bleiben sie dann, schneiden einem ins Zahnfleisch, bis man sie mit Zahnstocher oder Zahnbürste herausangeln kann. Aber wenn ich Popcorn esse, dann gern die süße Variante.

4. Welches Verhalten, was eigentlich nicht nett ist, hast du durchaus perfektioniert?

Na ja, ich bin zugegebenermaßen ganz gern mal altklug. In der Regel habe ich dann auch wirklich recht, aber mir ist dann auch sehr daran gelegen, dass der andere das auch einsieht, sonst habe ich ja nichts davon, recht zu haben. Manchmal macht es mir dann auch Spaß, dumme Kommentare auf Facebook und Co. höflich und mit logischer Argumentation zu zerpflücken. Mir ist dabei völlig klar, dass es ein Kampf gegen Windmühlen ist, und Idioten, die dumme Kommentare schreiben, für nichts auf der Welt ihr Oberstübchen bemühen und einsehen würden, dass sie kompletten Schwachsinn geschrieben haben. Aber bis zu einem gewissen Grad amüsiert es mich dann, wenn diese Vollpfosten sich selbst entlarven mit ihrer arroganten, selbstgefälligen, aber völlig bescheuerten Reaktion. Meistens kommt entweder gar nichts zurück (das heißt, ich hatte das letzte Wort, Ätsch! 😛 ) oder es kommt sowas wie „Ja, da muss man halt schon intelligent sein, um das so zu sehen wie ich. Ich bin dann mal raus aus der Diskussion, ihr seid mir alle zu dumm.“ Klassischer Fall von Projektion, jaja.

5. Deine Top 5 für eine legendäre Karaokesession.

Juhu! Ich liiiiiiebe Karaoke! Also:

1. „Tainted Love“ von Soft Cell

2. „Basket Case“ von Green Day

3. „Bohemian Rhapsody“ von Queen

4. „Sweet Dreams (are made of this)“ von Annie Lennox

5. „Faith“ von George Michael

6. Bist du Befürworter der These, dass Künstler (egal, ob Filmschaffende, Musiker, Maler etc.) nur etwas Großartiges erschaffen können, wenn sie unglücklich sind? Warum?

Nee, das halte ich für ein Gerücht. Genauso, wie ich es für Quatsch halte, dass man als Künstler partout seinen Horizont mit Drogen, Alkohol und anderen Schummelhilfsmitteln „erweitern“ muss, damit das, was man fabriziert, als Kunst gilt. Das Wesentliche ist, dass man etwas zu erzählen, mitzuteilen hat, und natürlich genug Begabung in dem künstlerischen Bereich besitzt, um seine Aussage auch cool zu verpacken und im Zuschauer etwas auszulösen. Ein gelungenes Kunstwerk, also etwas künstlerisch Großartiges, verändert den Zuschauer. Ob der Künstler dabei unglücklich ist oder eigentlich soweit zufrieden, ist dabei meiner Meinung nach Nebensache. Es kann aber natürlich sein, dass man sich eher mitteilen möchte, wenn es bei einem selbst gerade nicht so rund läuft. Das ist ja in den Nachrichten nicht anders, Katastrophen haben einfach einen größeren Sensationswert und sind scheinbar interessanter und bemerkenswerter. Dass alles supi ist, sollte ja eigentlich Normalzustand sein, und dann ist natürlich alles spannend, was davon abweicht.

7. Welche Selbstmordmethode würdest du wählen?

Solche kontroversen Fragen und Gedankenspiele mag ich. Ich habe überhaupt nicht vor, mich jemals umzubringen, aber angenommen, ich bin irgendwann ein totales Gemüse, das gar nichts mehr alleine machen kann und nur noch von Geräten am Leben erhalten wird. Dann hoffe ich, dass jemand diese Geräte ausknipst. Das ist dann nicht wirklich Selbstmord, sondern Sterbehilfe, was auch schon wieder ein anderes, superkontroverses Thema ist. Aber ich persönlich für mich würde das in einem solchen Fall befürworten.

8. Welchen Genremix würdest du gerne mal auf der Leinwand sehen?

So, wieder ein leichteres Thema 🙂 Ich find’s cool, wenn man zwei oder mehrere Genres kombiniert, die scheinbar auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen. Ein Action-Splatter-Musical fände ich mal lustig.

9. Welche Musik empfindest du als zeitlos schön?

Manche klassische Stücke – nicht alle, manche sind auch einfach strunzlangweilig – finde ich zeitlos schön, zum Beispiel „Barcarolle“ von Jacques Offenbach aus „Hoffmanns Erzählungen“.

10. Glaubst du, dass man in der heutigen Zeit noch etwas wahrhaftig Originelles kreieren kann?

Ach, nö, ich glaube, das kann man knicken. Die Frage ist auch, ob man denn überhaupt immer was Originelles kreieren muss? Ich denke – und da bin ich ganz ein Kind der Postmoderne – dass man Motive, Geschichten, Archetypen und Versatzstücke, die es bereits gibt, wunderbar kombinieren, variieren, anders und neu erzählen kann.

11. Was passierte bei deinem letzten unangenehmen, schlechten oder peinlichen Erlebnis und wie bist du damit umgegangen?

Mir passieren so oft Dinge, die mir selbst total peinlich sind, dass ich mich da inzwischen gut dran gewöhnt habe. Meistens schätze ich das Ganze auch als viel peinlicher ein, als es eigentlich war. Üblicherweise laufe ich dann gefühlt puterrot an, möchte am liebsten im Boden versinken und nie, nie wieder auftauchen. Aber jedes Mal überlebe ich peinliche Situationen und – das ist übrigens das Tolle am Älterwerden – weiß das inzwischen. Das heißt, ich bin schon megastolz auf mich, wenn ich nicht vor allen Leuten anfange zu flennen, sondern es noch bis zum Klo schaffe. Da heule ich mich dann ein paar Minuten aus, atme ein paar Mal tief durch, klopf mir den Staub von den Schultern, wuschel meine Frisur zurecht und gehe wieder raus. Und dann stelle ich fest, das war alles gar nicht so schlimm, und ich kann sogar was draus lernen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Film und Fernsehen, Popkultur

75. Stück: Liebster-Award-Nominierung, die Dritte

Und hier ist auch schon die nächste Liebster-Award-Nominierung 🙂 Dieses Mal hat mich mein Bloggerkollege von Haltstop zurücknominiert, den ich nach meiner ersten Liebster-Award-Nominierung erkoren hatte. Ersteinmal vielen lieben Dank dafür 😀 Dann werde ich mal die spannenden Fragen beantworten:

1. Was macht für Dich den Reiz eines fiktiven Films/Buchs/etc. aus?

Ich mag das „Was wäre, wenn …“-Spiel in fiktiven Geschichten. Erzählungen allgemein – egal in welchem Medium oder mit welchem Grad an Wirklichkeitsübereinstimmung – werden für mich dann reizvoll, wenn ich mich da irgendwie in die Situation oder das Gedankenspiel hineinversetzen kann. Das hängt oft sehr stark von der Figurencharakterisierung ab: Sind die Figuren so beschrieben und dargestellt, dass ich etwas an ihnen finde, was mir bekannt vorkommt, womit ich mich identifizieren kann? Wenn ich die Motive einer Figur überhaupt nicht nachvollziehen kann, verliert die ganze Geschichte für mich an Reiz.

Darüber hinaus kann ich mich auch für tolles Handwerk und hervorragenden Stil bei Filmen, Büchern, Theaterinszenierungen und Fernsehsendungen begeistern. Ist die Geschichte jedoch langweilig und die Motive der Figuren schwer nachvollziehbar, genügt es nicht, dass das Werk gut gemacht ist. Für mich steht die Handlung – die unmittelbar mit den Figuren verknüpft ist – stets im Vordergrund.

2. Du trittst Deinem größten Idol aus der Welt des Films/Buchs/etc. gegenüber. Was würdest Du ihn fragen oder ihm sagen?

Hier geht es um reale Menschen, nehme ich an? Ich glaube, wenn ich plötzlich Woody Allen, Jaco van Dormael oder Stephen King gegenüberstände, würde ich überhaupt kein Wort herausbringen. Da würde ich nur „Ääähm! Ööööhm! I like your *läuft-puterrot-an* *schweißausbrüche* *atemnot* *kieks* books/films“ sagen, mich für mein peinliches Auftreten in Grund und Boden schämen, ganz schnell verschwinden und mich über mich selbst wahnsinnig ärgern. Ich bin da leider superschüchtern 😦

Einmal angenommen, ich wäre nicht so eine lächerliche, peinliche, verdruckste Erscheinung, wenn ich irgendwem Berühmtes gegenüberstehe, den ich aufrichtig bewundere, was würde ich dann tun? Sowas zu fragen wie „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ ist ja schonmal unfassbar bescheuert, weil das Autoren und Filmemacher ständig in Interviews hören. Aber vielleicht würde ich sie fragen, ob sie auch manchmal Selbstzweifel haben, ob sie manchmal denken, das taugt doch überhaupt nichts, was ich hier mache, … und was Sie dann dagegen tun. Das fände ich spannend.

3. Wann wird für Dich ein Film/Buch/etc. langweilig?

Also, wenn ich die Figurenmotivation nicht nachvollziehen kann, das hatte ich ja in der ersten Frage schon geschrieben, dann langweile ich mich und ärgere mich. Was ich ebenfalls nicht ausstehen kann, ist schlechter Stil, schluderiges Handwerk und schnarchige Dialoge, die vor Klischees nur so triefen. Wenn dann noch die Macher dieses Schrotts sich eitel aufplustern und behaupten, das soll aber so, und sie hätten sich schon was dabei gedacht (was, das verraten sie selbstredend nicht), und wer das nicht versteht, der sei ihrer Kunst eben nicht würdig und ein Idiot, dann finde ich das so langweilig, dass mir die Hutschnur platzt. Dann kann ich mich darüber auch ziemlich leidenschaftlich echauffieren, und mein Freund denkt dann immer, jetzt spinnt sie wieder rum 😀 Also ganz allgemein langweilt es mich ins Unermessliche, wenn ich den Eindruck habe, da hat nur irgendsoein eingebildeter Fatzke seine persönlichen Eitelkeiten in einen Film oder ein Buch gefurzt, so ein höchstens mittelmäßig begabter Schnösel macht sich da wichtig und hört sich gerne reden oder liest sich gerne schreiben, aber es sagt überhaupt rein gar nichts aus. Bäh, sowas hasse ich! 😛

4. Was denkst Du: Wieso wird die Musik nicht öfters zum Geschichtenerzählen genutzt?

Oh, das ist interessant, ich gehe ja ab und zu noch zum erzähltheoretischen Kolloquium (ETK) an der Uni Hamburg, und da haben wir schon des Öfteren über narrative Songs – also Lieder, in denen eine Geschichte erzählt wird – gesprochen. Das gibt es also schon, und finde ich auch spannend. Das Lieblingsbeispiel von meinem Masterarbeitsprüfer ist dabei „Buenos Tardes Amigo“ von Ween:

Ich denke, das wird nicht so oft gemacht, weil Lieder der Textform Lyrik näher sind als der Prosa. Und bei Lyrik geht es mehr um Bilder und Gefühle, weniger um Geschichten. Das eine muss das andere natürlich nicht ausschließen, aber einfach durch die Kürze von Gedichten und Liedern ist es dort schwieriger, eine zusammenhängende Handlung zu entfalten.

5. Freitagabend, Kinozeit. Du hast die Wahl: Blockbuster-Streifen oder Indiefilm? Für was entscheidest Du Dich, und wieso?

Das kommt darauf an, worum es in den Filmen geht. Wenn der Indiefilm, der zur Auswahl steht, irgendsoein eitler Kunstkram ist, der keine richtige Geschichte erzählt, sondern, den man auf „einer anderen, emotionalen Ebene rezipieren muss“, dann wähle ich lieber den Blockbuster-Streifen. Ist der Blockbuster-Streifen aber so ein dämlicher Macho-Geballer-Schwachsinn ohne Story, dann nehme ich eher den Indiefilm.

6. Gibt es eine Filmreihe, bei der Dir auch noch der 3., 4., 5.,.. Teil gefällt?

Bei Stirb langsam haben mir bisher alle Teile gefallen. Wobei, die ersten Teile sind immer noch am besten, aber die neueren Filme waren immerhin guckbar 🙂

7. Welche Figur ist für Dich interessanter: Der Held oder der Bösewicht?

Meistens finde ich den Bösewicht spannender als den Helden. Der Held muss halt in der Regel die Vorbildfunktion und moralische Instanz verkörpern, der hat nicht so viel Spielraum bei der Charakterisierung. Der Bösewicht hingegen hat alle Freiheiten, da kann man die Figur mit viel mehr Facetten und Persönlichkeitszügen ausstatten. Wobei das ja in letzter Zeit modern ist, den Helden auch mal an sich und seiner „Mission“ zweifeln zu lassen, dass der nicht mehr so perfekt und unfehlbar ist. Das kann dann wieder interessant werden. Es sei denn, man übertreibt, vergisst ein wenig Humor dabei, und zeigt einen Ich-bezogenen, weinerlichen Schluffi, der die ganze Zeit herumlamentiert: „Ach und Weh! Was ist bloß meine Bestimmung! Was ist der Sinn meiner Existenz!“ Das regt mich dann ja schon wieder auf! 😀

8. Spectre kommt in wenigen Tagen ins Kino. Welcher ist Dein Lieblings-Bond-Film?

Eindeutig Casino Royale! James Bond ist in dem Film nicht nur ein Frauenheld und hübsch anzuschauen, sondern zeigt da tatsächlich auch mal ein wenig Persönlichkeit, aber ohne dabei ins Weinerliche abzudriften. Spannend!

9. Gehst Du manchmal in Kinovorstellungen, ohne Dich vorher über den Film informiert zu haben (keine Trailer, Kritiken etc.)?

Selten, meistens machen mich Trailer neugierig, oder ich habe irgendwo ein Bröckchen von der Handlung mitbekommen, der mich interessiert hat. Ich versuche aber meistens, vorher nicht so viele Kritiken zu lesen, um mich nicht allzusehr beeinflussen zu lassen.

10. Du kannst die Zeit zurückdrehen und eine schlechte Casting-Entscheidung in einem Film ändern. Welche Rolle würdest Du mit wem neu besetzen?

Hayden Christensen als Anakin Skywalker in Star Wars Episode II und Episode III. Meine Güte, war der scheiße! Da hätte man doch Ryan Philippe nehmen können, der hätte das wesentlich besser gemacht.

11. Wieso braucht die Welt eigentlich genau Deinen Blog?

Die Frage ist fies 😛 Wahrscheinlich würde sich die Welt auch noch weiter drehen, wenn es meinen Blog nicht gäbe. Insofern „braucht“ die Welt meinen Blog eigentlich gar nicht. Aber das ist vielleicht auch nicht wichtig … mir macht es einfach Spaß, hier meine Gedanken zu Film, Fernsehen, Kultur, Theater und Literatur auszubreiten, und noch mehr Spaß macht es mir, wenn ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen kann.


So, dieses Mal nominiere ich meinen lieben Kollegen von Haltstop zurück 🙂

Die Fragen sind die, die ich bei meiner zweiten Nominierung bereits genannt hatte 🙂

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Film und Fernsehen, Internet und neue Medien, Literatur