Archiv der Kategorie: Literatur

81. Stück: „Marry me!“-Blogparade von Singende Lehrerin

Die Singende Lehrerin hat wieder eine spaßige Blogparade ins Leben gerufen, bei der ich – mit etwas Verspätung – mit großem Vergnügen mitmache. Thema dieses Mal: „Marry me!“ Es geht um sieben fiktive Figuren aus Film, Serien oder Büchern, die ich am liebsten heiraten würde. Ich glaube, das wird ziemlich lustig, meistens stehe ich so auf die Underdogs, die Sidekicks und gutmütigen Stoffel, die ein bisschen naiv und trottelig sind. Oder auf die schweigsamen, nachdenklichen Harte-Schale-weicher-Kern-Typen, hach ❤ Nun denn, auf geht’s, diese Jungs haben am meisten mein Herz berührt, seufz:

7. Jacob aus der „Twilight“-Reihe

Team Jacob, Hurra! 😀 Soooo, das fängt ja schon superpeinlich an, ne? Aber in den Büchern fand ich Jacob echt absolut zum Dahinschmelzen und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man diesen aufgeblasenen, arroganten Schnösel Edward ihm vorziehen kann. Gut, einiges fand ich jetzt nicht so in Ordnung, dass er Bella schon teilweise sehr fordernd für sich erobern will, etwa, dass er doch recht schnell eingeschnappt ist und es ist auch echt merkwürdig, dass er sich ein Kleinkind als seine Zukünftige ausguckt. Aber deswegen sitzt er ja auch auf Platz 7 und nicht weiter oben 😛

Aber im Vergleich zu Edward, der ein übergriffiger Kontrollfreak ist, überhaupt keinen Sinn für Humor hat, und Bella ständig so behandelt, als könnte sie nichts selber machen (kann und will sie auch nicht, aber das ist trotzdem kein Grund, sie so zu behandeln, als wäre sie ein preziöses Kleinod aus feinstem Kristall, das beim kleinsten Ministups vom Regal plumpst und in unzählige Scherben zerschellt), ist Jacob dann definitiv die bessere Wahl. Auch, wenn Taylor Lautner, der ihn in den Filme spielt, aussieht wie Chief Wiggum von den Simpsons, zumindest vom Gesicht her. Außerdem kann Jacob sich in einen süßen Wolf mit Flauschefell verwandeln, während Edward nur Tiere tötet – gut, von irgendwas muss er ja „leben“, aber trotzdem.

6. Winston aus „New Girl“

Winston aus „New Girl“ ist einfach sowas von süß! Ich möchte ihn jedesmal knuddeln, wenn er wieder einen Witz nicht verstanden oder selbst versucht hat, einen zu reißen, der überhaupt nicht lustig ist. Wahrscheinlich müsste ich mich um alles Praktische kümmern, wenn wir verheiratet wären, und das wäre sicher extrem nervig. Auf der anderen Seite aber hat er ein grundgutes Herz und er mag Katzen! Mehr Argumente braucht man dann eigentlich nicht mehr. *miau*

5. Daryl aus „The Walking Dead“

Zugegeben, besonders gepflegt ist er nicht und auch die Schwiegerfamilie, in die ich da einheiraten würde, wäre so ziemlich die Schlimmste, die man sich als intellektueller Bücherwurm und linksrotgrünversiffter Gutmensch nur vorstellen kann, aber die wurden eh alle von der Zombieplage dahingerafft. Von daher spricht nichts dagegen 🙂 Daryl gehört in die Kategorie Harte-Schale-weicher-Kern, der nach außen hin brummelig, mürrisch und wortkarg wirkt, aber in Wirklichkeit ein treuer, loyaler und echter Freund ist. Wenn er erst einmal jemanden ins Herz geschlossen hat, ist er entschlossen, alles zu tun, um der Person beizustehen. Ist er verliebt, wirkt der sonst so verschlossene Mann so tapsig wie ein Hundewelpe, nur, um im nächsten Moment mit seiner Armbrust ein Opossum fürs Abendessen zu erlegen.

4. Jules aus „Jules & Jim“

„Jules & Jim“ ist mein Lieblingsfilm aus der Nouvelle Vague und es zerreißt mir jedesmal das Herz, wenn ich sehe, wie Jules sich für seine Liebe zu Catherine und seine Freundschaft zu Jim selbst aufopfert. Das Glück der Frau, die er liebt, und seines besten Freundes sind ihm wichtiger als alles andere, auch wichtiger als sein eigenes Glück. *heul*

3. Christian aus „Moulin Rouge“

Ach ja, was habe ich als 18-/19-Jährige für Christian aus „Moulin Rouge“ geschwärmt! Dieser gutmütige, hoffnungslos romantische und idealistische Kerl mit der umwerfend tollen Stimme hat mein Herz im Sturm erobert. Sehr zum Missfallen meines damaligen Freundes, der rasend eifersüchtig auf alles und jeden war, den, die oder das ich gut fand, mir Freude machte oder ein Lächeln entlockte, was nicht er selbst war. Am Anfang dachte ich, er mache Witze, und habe ihn natürlich extra aufgezogen. Ein bisschen fies, ich weiß, aber wenn man mir so eine Steilvorlage an Albernheit und Eitelkeit vor den Latz knallt, kann ich einfach nicht widerstehen, und muss mich darüber lustig machen. Wenn man immer alles Bescheuerte ernst nähme, was Leute so jeden Tag raushauen, dann würde man ja selbst bescheuert werden. Besagter Freund war übrigens auch eifersüchtig auf meinen Kater („Du hast die Katze ja viel lieber als mich, mimimi!“), also zu meiner Entschuldigung: ich wurde herausgefordert.

2. Luke aus „Gilmore Girls“

Der Flanellhemdfuzzi und leidenschaftliche Cap-verkehrtherum-Trager Luke aus der Serie „Gilmore Girls“ ist einfach toll! Das ist einer, der labert nicht romantisch herum, verspricht einem nicht die Sterne vom Himmel und so’n Scheiß und gockelt sich nicht zu irgendwelchen unglaubwürdigen Allerweltskomplimenten auf, sondern der ist so wie er ist: überwiegend übellaunig, oft genervt von den Albernheiten seiner Mitmenschen, aber trotzdem ist er immer zur Stelle, wenn man ihn braucht. Er ist jemand, der seine Liebe über seine Taten zeigt, aber nicht viel von ihr spricht. Er ist ehrlich, aufrichtig und authentisch, gleichzeitig aber selbstlos und hilfsbereit, wenn es darum geht, seinen Lieblingsmenschen eine Freude zu machen. Außerdem kann er kochen! Ich freue mich schon wie ein Schneekönig auf die neuen „Gilmore Girls“-Folgen und hoffe, dass Luke und Lorelai endlich heiraten! *quiiiiiiietsch* ❤ ❤ ❤

Die folgende Szene rührt mich immer wieder zu Tränen:

1. Peeta aus „Die Tribute von Panem“

Oh, was habe ich mitgelitten, als ich die „Tribute von Panem“-Bücher las; mit Katniss und den anderen Tributen, vor allem aber mit Peeta, dem Bäckerssohn mit seinem Talent zum Dekorieren und Backen, mit seiner Lieblingsfarbe Orange wie beim Sonnenuntergang, seiner Güte und Ruhe und Vernunft. Sein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen und seine Beharrlichkeit bei der Suche nach einer friedlichen Lösung, sein Mut zur Freundlichkeit haben mich tief berührt. Die Beziehung von Peeta und Katniss ist außerdem von Gleichberechtigung geprägt, von gegenseitigem Respekt und aufrichtiger, unaufgeregter Zuneigung. Und ich finde, mit Josh Hutcherson ist die Figur auch in den Verfilmungen absolut passend besetzt.

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79. Stück: „Der Circle“ von Dave Eggers – Versuch einer differenzierten Betrachtung

Normalerweise bin ich bei Hypes immer etwas skeptisch und tendiere dazu, das Gehypte absichtlich zu ignorieren. So ging es mir auch bei Dave Eggers‘ „Der Circle“, aber schließlich war ich doch neugierig – vor allem, weil ich selbst in der Internetwelt arbeite und mich das Thema des Buchs allein deshalb schon reizte: Die 24-jährige Mae Holland fängt bei der großen Internetfirma ‚Circle‘ im Kundendienst an (dort ganz berufsjugendlich-hip als ‚Customer Experience‘ bezeichnet) und macht eine steile Karriere. Die Firma weist einige Parallelen zu dem auf, was man so von Google hört, und das ist wahrscheinlich Absicht. An den Job gekommen ist Mae dank ihrer Freundin Annie, die dort zur Führungsriege gehört. An der Spitze des Circles stehen die ‚drei Weisen‘ Ty Gospodinov (Ähnlichkeiten mit Mark Zuckerberg sind bestimmt rein zufällig), Eamon Bailey und Tom Stenton. Außerdem spielen noch Maes Eltern eine Rolle, ihr Vater ist an Multipler Sklerose erkrankt und muss mit der Krankenversicherung kämpfen, um ordentlich versorgt zu werden. Wichtig ist überdies Maes Ex-Freund Mercer, der mit ihrer schönen neuen Internetwelt, wo Transparenz, ständige Erreichbarkeit und die totale Daueroffenbarung alles sind, überhaupt nichts anfangen kann.

Kritiker haben „Der Circle“ mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Wenn man mal bei Google (!) nach „Der Circle Kritik“ sucht, stellt sich an erster Stelle gleich die Frage „Ist ‚Der Circle‘ ein gutes Buch?“ und ich finde, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Einige schimpfen, das Werk sei ein „schlechter Roman“ oder ein „langweiliges dickes Buch“, andere vergleichen es mit George Orwells „1984“ oder mit Aldous Huxleys „Brave New World“. Meine Meinung liegt wohl irgendwo dazwischen, aber ich werde mal versuchen, sie aufzudröseln. Ab hier können sich womöglich ein paar Spoiler einschleichen, also, wer das Buch noch ganz unvoreingenommen rezipieren möchte, sollte nun nicht weiterlesen. Alle anderen sind dazu eingeladen, ihre Ansichten zu „Der Circle“ in den Kommentaren mitzuteilen.

„Der Circle“: Spannender Inhalt, schlechter Stil?

Die meisten Nörgler kritisieren insbesondere den Stil des Romans. In der Erzähltheorie werden immer mindestens zwei Ebenen eines fiktionalen Werks unterschieden, das „Was“ (histoire, story, …) und das „Wie“ (discours, …). Gelegentlich monieren Profimeckerer auch das „Was“ von „Der Circle“ und schimpfen, das sei ja alles gar nicht neu, was da beschrieben wird, heute bereits möglich und teilweise auch schon Realität. Nun, da kann ich nicht wirklich etwas dagegen sagen, ich befasse mich beruflich weniger mit den technischen Möglichkeiten des Internets und mehr mit Inhalten. Also, vielleicht ist das heute schon möglich und nicht unwahrscheinlich, dass man sämtliche Internetdienste unter eine Identität fasst, diese Identität überprüft wird, sodass man im Netz nicht mehr anonym ist. Teilweise ist das bei Facebook ja schon so, dass sie bei Profilen prüfen, ob es den Namen wirklich gibt und man wirklich derjenige ist, als der man sich ausgibt. Auch die Idee mit SeeChange ist im Grunde einfach Google Street View und ähnliches weitergesponnen. Na ja, und die ständige Erreichbarkeit und private Belanglosigkeiten, die in der Netzöffentlichkeit breitgetreten werden, sind ebenfalls Realität. Allerdings finde ich das ehrlich gesagt deswegen nicht weniger interessant, sondern umso erschreckender, dass die Welt, die in „Der Circle“ dargestellt wird, so nah dran an unserer Wirklichkeit ist. Dass technische Möglichkeiten, die es heute schon gibt, lediglich weitergesponnen werden, macht doch alles noch aktueller und gruseliger.

Aber was ist mit dem Stil? Kritikpunkte sind die platte, kunstlose Sprache, die teilweise merkwürdig und holprig anmutenden Formulierungen, hölzerne Dialoge, Holzhammer-Metaphern, die auch noch ausführlich für die ganz Doofen erklärt werden. Außerdem wird die Figurenkonzeption kritisiert, da kein wirklicher Sympathieträger sich herauskristallisiert. Es fällt schwer, sich mit den Figuren zu identifizieren, sich in sie hineinzufühlen und ihre Motive nachzuvollziehen. Vor allem Hauptfigur Mae gibt Rätsel auf und hinterlässt einen zum Schluss mit dem Gefühl, gerade über 500 Seiten lang einem absoluten Miststück gefolgt zu sein. Das stimmt schon, der Stil ist oberflächlich, unempathisch, plump und … nun … hässlich. Einige Stellen sind so langatmig, dass ich sie kurzerhand überflogen habe, und teilweise saß ich kopfschüttelnd da und dachte, Alter! Kann sich der Autor bitte mal ein bisschen mehr Mühe geben!? Aber ist „Der Circle“ deswegen scheiße?

„Der Circle“ regt zum Nachdenken an

Das Figurenpersonal, das sich dem Leser von „Der Circle“ präsentiert, lebt bereits in einer Welt ständiger Erreichbarkeit, Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit. Für echtes Mitgefühl bleibt keine Zeit mehr, wahre Empfindungen sind nicht mehr möglich, wenn es nur noch ums Präsentieren und Performen geht. Reste davon lassen sich bei Maes Eltern und ihrem Ex-Freund Mercer erkennen, auch Ty lässt zum Schluss ein wenig Reue über den Verlust des echten Lebens zugunsten des im Internet inszenierten aufblitzen. Doch diese Menschen gehen in dieser schönen neuen Welt unter. Und das zeigt der Roman zwar etwas plakativ, aber durchaus klar, deutlich und eindrucksvoll. Der Stil passt im Prinzip perfekt zur Mentalität der Personen, die in dieser Welt das Sagen haben, und da Hauptfigur Mae ebenfalls dazugehört, ist es nur konsequent, dass die Art und Weise, mit der Sprache umzugehen, ihrem Denken entspricht. Es ist zuweilen schwer auszuhalten, weil die passive Aggressivität der Gute-Laune-Terroristen im ‚Circle‘, dieser gnadenlose Narzissmus seiner Mitarbeiter, die totale Ich-Bezogenheit und Ignoranz gegenüber Andersdenkenden einem an die Nieren geht, teilweise aber so grotesk überspitzt wirkt, dass es fast schon komisch ist. Nur, dass einem das Lachen im Hals steckenbleibt, weil es wirklich solche Menschen gibt, die das ernst meinen.

In meiner Kritik zu Michel Houellebecqs „Unterwerfung“ hatte ich die Frage gestellt, ob es sich dabei um eine Dystopie oder Utopie handelt. Auch bei „Der Circle“ ist das meiner Meinung nach nicht eindeutig. Ich denke, das liegt daran, dass beide Romane nicht aus Sicht der Verliererseite erzählt werden, sondern aus Sicht der Gewinnerseite oder zumindest derer, die von den Entwicklungen in der Geschichte profitieren. Das führt mich zu der Annahme, dass es immer eine Frage der Perspektive ist, ob bestimmte Entwicklungen in der Geschichte als positiv oder negativ wahrgenommen werden.

Dadurch kommt man ins Grübeln, man hinterfragt seine eigenen Gewohnheiten und überlegt, wie viel von dem, was man im Internet preisgibt eitle Selbstdarstellung ist (schrieb sie in ihrem Blog 😛 ) und wie viel von dem wirklich hundertprozentig ehrlich ist. Außerdem bin ich jetzt doch wieder am zweifeln, ob ich mein uraltes Steinzeit-Handy, das mir seit rund 13-14 Jahren gute Dienste leistet, wirklich durch ein Smartphone ersetzen sollte …

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78. Stück: Die präzise Eleganz der deutschen Sprache und wer sie zu nutzen weiß

In meinem letzten Essai „Wann deutsche Filme und Popmusik scheiße sind“ war ich ein bisschen gemein zu deutschsprachigen Bands und Filmen, die ich nicht leiden kann. Was ich an Silbermond, Juli, Revolverheld und Co. sowie Filmen à la Was nützt die Liebe in Gedanken im Wesentlichen hasse, ist die plumpe, unsubtile, humorlose und pathetische Art, mit der wunderbaren deutschen Sprache umzugehen und die fehlende Leichtigkeit. Es gibt aber auch Werke, die die Besonderheiten meiner Vatersprache (Eh oui, meine Muttersprache ist Französisch, meine patrie ist Deutschland) positiv für sich zu nutzen wissen. Jede Sprache hat ihre Eigenarten und sie können wundervoll sein, aber auch tückisch, wenn man nicht aufpasst. Bei Deutsch ist es vor allem die Klarheit und Präzision, die sehr stark sein kann – oder auch plump und humorlos. Im Deutschen kann man ganz genau das sagen, was man sagen will, indem man Wortteile nach Belieben neu zusammensetzt. Stellt man es ungeschickt an, wirkt es schnell zu offensichtlich und polterig. Pathos wirkt im Deutschen auch deshalb so albern, weil er vollkommen unnötig ist. Die Worte sind bereits klar und stark genug, da muss man nicht noch eins draufsetzen – im Gegenteil. Durch feine Untertreibung als Kontrast zur Deutlichkeit der Worte kann eine Leichtigkeit und Einfachheit erzeugt werden, die deutsche Filme und Lieder vor unerträglichem Schnulzkitsch bewahren. Ein paar deutschsprachige Künstler sind solche begnadeten Wortakrobaten, die mit Ausdrücken und Bedeutungen jonglieren können, tolle Geschichten erzählen und mit verschmitzter Ironie an den Oberflächen der Dinge kratzen.

Am besten schildere ich mal anhand einiger Beispiele, wie man die präzise Eleganz der deutschen Sprache gekonnt einsetzen kann. Meister der Ironie sind zum Beispiel Farin Urlaub von Die Ärzte und die Texter von Annett Louisan:

„Lasse redn“ verbirgt hinter seiner fröhlichen Melodie und den pfiffigen Reimen eine herrlich entlarvende Kritik am Spießertum, wie es sich durch die tägliche Lektüre der ‚Bild‘-Zeitung und das Lästern über Nachbarn und Bekannte bemerkbar macht. Aber anstatt plump zu wehklagen, wie unglaublich verabscheuungswürdig und moralisch daneben es doch ist, fiese Gerüchte über andere Leute in die Welt zu setzen und sich an den Problemen anderer Menschen zu ergötzen, wird hier einfach frech grinsend die ganze Tratscherei ins Absurde überspitzt. „Die Katze“ kommt mit ganz einfachen Worten aus, präzise wird beschrieben, wie sich eine Katze häufig aufführt: eigensinnig, unabhängig, aber unwiderstehlich. Der etwas träge Rhythmus passt wunderbar dazu. Durch Annett Louisans ironisch-lustvolle Interpretation bekommt das Lied jedoch auch etwas unterschwellig Erotisches, ohne es allerdings direkt auszusprechen. Täte sie dies, etwa wie im Schlager „Zieh dich aus, kleine Maus, mach dich nackig …“, würde diese prickelnde zweite Ebene verpuffen (Hihi, ver“Puff“en 😛 ).

Deutsch eignet sich außerdem hervorragend dafür, Geschichten zu erzählen, und zwar mit wenigen Worten, so wie ein paar Pinselstriche in einer gelungenen Skizze ein ganzes Bild entstehen lassen können. Ein Beispiel hierfür ist das Lied „Der Tantenmörder“ vom Theaterautor Frank Wedekind:

Bei dem Lied muss man allerdings aufpassen, dass man nicht durch eine plumpe, finstere Darstellung den tollen Text von Wedekind ruiniert. Das liegt dann aber nicht mehr an der Sprache, sondern an der Interpretation, die das, was der Text gekonnt vermieden und ausgelassen hat, mit Krampf aufpresst. Man darf als Schauspieler und Interpret nicht vergessen, dass das Publikum nicht blöd ist und des Lesens von Zwischentönen durchaus mächtig. Diese Version hier finde ich zum Beispiel nicht so gut:

Außerdem gibt es auch tatsächlich ein paar „Supernachdenklicher Deutschpop“-Lieder, die ich mag. Zum Beispiel höre ich sehr gern „Wolke 4“ von Philipp Dittberner & Marv oder „Herz über Kopf“ von Joris:

Ich mag zum einen die Schlichtheit der musikalischen Begleitung, die den Text optimal unterstreicht, ohne ihn zu überdecken. Die gewählten Wörter und ihre Anordnung sind einfach, aber drücken trotzdem viel aus, ohne dass man noch etwas dazupacken oder extra erklären müsste. Mit eleganter Präzision entstehen Bilder, werden Emotionen transportiert, ohne zu nerven oder dem Zuhörer mit einer Extraportion Plumpheit die gemeinte Bedeutung unter die Nase zu reiben.

Ironie, Leichtigkeit, tolle Geschichten in wenigen, präzisen und gut gewählten Wörtern sowie unterschwelliger Humor funktionieren nicht nur in der Musik, sondern auch in Filmen. Der Tatort Im Schmerz geboren mit Ulrich Tukur war zum Beispiel absolut genial. Der letzte Kölner Tatort Kartenhaus hat mich sogar zu Tränen gerührt. Sehr gut gefallen hat mir auch Wir sind jung. Wir sind stark von XY. Ab und zu gibt es eine Szene, die ich etwas übertrieben schwermütig-melancholisch und aufgesetzt fand, aber insgesamt wird hier aus verschiedenen Perspektiven ein genauer Blick auf die Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen von 1992 geworfen, ohne zu urteilen oder die moralische Keule zu schwingen. Dass die Geschichte, die mit dem Brand einer Asylunterkunft endet, von erschreckender Realität ist, braucht dann nicht mehr extra dazugesagt zu werden. Nicht zu vergessen sind außerdem ein paar herausragende deutschsprachige Fernsehserien, die durch witzige Dialoge, tolle Figuren und Experimentierfreude glänzen, etwa Morgen hör ich auf, Der kleine Mann, Der Tatortreiniger, Dr. Psycho oder Stromberg.

Zum Schluss habe ich noch ein paar Lesetipps für euch:

  • Tschick von Wolfgang Herrndorf
  • Die kurzen und die langen Jahre von Thommie Bayer
  • Alle Toten fliegen hoch (Amerika) und die anderen Bücher von Joachim Meyerhoff
  • Der Sandmann und alles andere von E. T. A. Hoffmann
  • Lenz von Georg Büchner
  • Der Hofmeister und alles andere von Jakob Michael Reinhold Lenz
  • Die Schachnovelle und alles andere von Stefan Zweig
  • Das Schloss und alles andere von Franz Kafka
  • Die Gedichte und alles andere von Erich Kästner
  • Alles von Charlotte Link

Welche deutschsprachigen Lieder, Filme, Serien und Bücher mögt ihr besonders gern und warum?

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75. Stück: Liebster-Award-Nominierung, die Dritte

Und hier ist auch schon die nächste Liebster-Award-Nominierung 🙂 Dieses Mal hat mich mein Bloggerkollege von Haltstop zurücknominiert, den ich nach meiner ersten Liebster-Award-Nominierung erkoren hatte. Ersteinmal vielen lieben Dank dafür 😀 Dann werde ich mal die spannenden Fragen beantworten:

1. Was macht für Dich den Reiz eines fiktiven Films/Buchs/etc. aus?

Ich mag das „Was wäre, wenn …“-Spiel in fiktiven Geschichten. Erzählungen allgemein – egal in welchem Medium oder mit welchem Grad an Wirklichkeitsübereinstimmung – werden für mich dann reizvoll, wenn ich mich da irgendwie in die Situation oder das Gedankenspiel hineinversetzen kann. Das hängt oft sehr stark von der Figurencharakterisierung ab: Sind die Figuren so beschrieben und dargestellt, dass ich etwas an ihnen finde, was mir bekannt vorkommt, womit ich mich identifizieren kann? Wenn ich die Motive einer Figur überhaupt nicht nachvollziehen kann, verliert die ganze Geschichte für mich an Reiz.

Darüber hinaus kann ich mich auch für tolles Handwerk und hervorragenden Stil bei Filmen, Büchern, Theaterinszenierungen und Fernsehsendungen begeistern. Ist die Geschichte jedoch langweilig und die Motive der Figuren schwer nachvollziehbar, genügt es nicht, dass das Werk gut gemacht ist. Für mich steht die Handlung – die unmittelbar mit den Figuren verknüpft ist – stets im Vordergrund.

2. Du trittst Deinem größten Idol aus der Welt des Films/Buchs/etc. gegenüber. Was würdest Du ihn fragen oder ihm sagen?

Hier geht es um reale Menschen, nehme ich an? Ich glaube, wenn ich plötzlich Woody Allen, Jaco van Dormael oder Stephen King gegenüberstände, würde ich überhaupt kein Wort herausbringen. Da würde ich nur „Ääähm! Ööööhm! I like your *läuft-puterrot-an* *schweißausbrüche* *atemnot* *kieks* books/films“ sagen, mich für mein peinliches Auftreten in Grund und Boden schämen, ganz schnell verschwinden und mich über mich selbst wahnsinnig ärgern. Ich bin da leider superschüchtern 😦

Einmal angenommen, ich wäre nicht so eine lächerliche, peinliche, verdruckste Erscheinung, wenn ich irgendwem Berühmtes gegenüberstehe, den ich aufrichtig bewundere, was würde ich dann tun? Sowas zu fragen wie „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ ist ja schonmal unfassbar bescheuert, weil das Autoren und Filmemacher ständig in Interviews hören. Aber vielleicht würde ich sie fragen, ob sie auch manchmal Selbstzweifel haben, ob sie manchmal denken, das taugt doch überhaupt nichts, was ich hier mache, … und was Sie dann dagegen tun. Das fände ich spannend.

3. Wann wird für Dich ein Film/Buch/etc. langweilig?

Also, wenn ich die Figurenmotivation nicht nachvollziehen kann, das hatte ich ja in der ersten Frage schon geschrieben, dann langweile ich mich und ärgere mich. Was ich ebenfalls nicht ausstehen kann, ist schlechter Stil, schluderiges Handwerk und schnarchige Dialoge, die vor Klischees nur so triefen. Wenn dann noch die Macher dieses Schrotts sich eitel aufplustern und behaupten, das soll aber so, und sie hätten sich schon was dabei gedacht (was, das verraten sie selbstredend nicht), und wer das nicht versteht, der sei ihrer Kunst eben nicht würdig und ein Idiot, dann finde ich das so langweilig, dass mir die Hutschnur platzt. Dann kann ich mich darüber auch ziemlich leidenschaftlich echauffieren, und mein Freund denkt dann immer, jetzt spinnt sie wieder rum 😀 Also ganz allgemein langweilt es mich ins Unermessliche, wenn ich den Eindruck habe, da hat nur irgendsoein eingebildeter Fatzke seine persönlichen Eitelkeiten in einen Film oder ein Buch gefurzt, so ein höchstens mittelmäßig begabter Schnösel macht sich da wichtig und hört sich gerne reden oder liest sich gerne schreiben, aber es sagt überhaupt rein gar nichts aus. Bäh, sowas hasse ich! 😛

4. Was denkst Du: Wieso wird die Musik nicht öfters zum Geschichtenerzählen genutzt?

Oh, das ist interessant, ich gehe ja ab und zu noch zum erzähltheoretischen Kolloquium (ETK) an der Uni Hamburg, und da haben wir schon des Öfteren über narrative Songs – also Lieder, in denen eine Geschichte erzählt wird – gesprochen. Das gibt es also schon, und finde ich auch spannend. Das Lieblingsbeispiel von meinem Masterarbeitsprüfer ist dabei „Buenos Tardes Amigo“ von Ween:

Ich denke, das wird nicht so oft gemacht, weil Lieder der Textform Lyrik näher sind als der Prosa. Und bei Lyrik geht es mehr um Bilder und Gefühle, weniger um Geschichten. Das eine muss das andere natürlich nicht ausschließen, aber einfach durch die Kürze von Gedichten und Liedern ist es dort schwieriger, eine zusammenhängende Handlung zu entfalten.

5. Freitagabend, Kinozeit. Du hast die Wahl: Blockbuster-Streifen oder Indiefilm? Für was entscheidest Du Dich, und wieso?

Das kommt darauf an, worum es in den Filmen geht. Wenn der Indiefilm, der zur Auswahl steht, irgendsoein eitler Kunstkram ist, der keine richtige Geschichte erzählt, sondern, den man auf „einer anderen, emotionalen Ebene rezipieren muss“, dann wähle ich lieber den Blockbuster-Streifen. Ist der Blockbuster-Streifen aber so ein dämlicher Macho-Geballer-Schwachsinn ohne Story, dann nehme ich eher den Indiefilm.

6. Gibt es eine Filmreihe, bei der Dir auch noch der 3., 4., 5.,.. Teil gefällt?

Bei Stirb langsam haben mir bisher alle Teile gefallen. Wobei, die ersten Teile sind immer noch am besten, aber die neueren Filme waren immerhin guckbar 🙂

7. Welche Figur ist für Dich interessanter: Der Held oder der Bösewicht?

Meistens finde ich den Bösewicht spannender als den Helden. Der Held muss halt in der Regel die Vorbildfunktion und moralische Instanz verkörpern, der hat nicht so viel Spielraum bei der Charakterisierung. Der Bösewicht hingegen hat alle Freiheiten, da kann man die Figur mit viel mehr Facetten und Persönlichkeitszügen ausstatten. Wobei das ja in letzter Zeit modern ist, den Helden auch mal an sich und seiner „Mission“ zweifeln zu lassen, dass der nicht mehr so perfekt und unfehlbar ist. Das kann dann wieder interessant werden. Es sei denn, man übertreibt, vergisst ein wenig Humor dabei, und zeigt einen Ich-bezogenen, weinerlichen Schluffi, der die ganze Zeit herumlamentiert: „Ach und Weh! Was ist bloß meine Bestimmung! Was ist der Sinn meiner Existenz!“ Das regt mich dann ja schon wieder auf! 😀

8. Spectre kommt in wenigen Tagen ins Kino. Welcher ist Dein Lieblings-Bond-Film?

Eindeutig Casino Royale! James Bond ist in dem Film nicht nur ein Frauenheld und hübsch anzuschauen, sondern zeigt da tatsächlich auch mal ein wenig Persönlichkeit, aber ohne dabei ins Weinerliche abzudriften. Spannend!

9. Gehst Du manchmal in Kinovorstellungen, ohne Dich vorher über den Film informiert zu haben (keine Trailer, Kritiken etc.)?

Selten, meistens machen mich Trailer neugierig, oder ich habe irgendwo ein Bröckchen von der Handlung mitbekommen, der mich interessiert hat. Ich versuche aber meistens, vorher nicht so viele Kritiken zu lesen, um mich nicht allzusehr beeinflussen zu lassen.

10. Du kannst die Zeit zurückdrehen und eine schlechte Casting-Entscheidung in einem Film ändern. Welche Rolle würdest Du mit wem neu besetzen?

Hayden Christensen als Anakin Skywalker in Star Wars Episode II und Episode III. Meine Güte, war der scheiße! Da hätte man doch Ryan Philippe nehmen können, der hätte das wesentlich besser gemacht.

11. Wieso braucht die Welt eigentlich genau Deinen Blog?

Die Frage ist fies 😛 Wahrscheinlich würde sich die Welt auch noch weiter drehen, wenn es meinen Blog nicht gäbe. Insofern „braucht“ die Welt meinen Blog eigentlich gar nicht. Aber das ist vielleicht auch nicht wichtig … mir macht es einfach Spaß, hier meine Gedanken zu Film, Fernsehen, Kultur, Theater und Literatur auszubreiten, und noch mehr Spaß macht es mir, wenn ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen kann.


So, dieses Mal nominiere ich meinen lieben Kollegen von Haltstop zurück 🙂

Die Fragen sind die, die ich bei meiner zweiten Nominierung bereits genannt hatte 🙂

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

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67. Stück: Gedanken zu „Der Club der unverbesserlichen Optimisten“ von Jean-Michel Guenassia

Wo fängt man am besten an, ein Buch zu loben, das so gut ist wie Der Club der unverbesserlichen Optimisten (Le Club des incorrigibles Optimistes) von Jean-Michel Guenassia? Gerade in der in letzter Zeit neu entflammten Flüchtlingsdebatte sollte sich jeder dieses Werk zu Gemüte führen. Die Figuren sind allesamt Vertriebene, Flüchlinge oder haben irgendeine Art von Migrationshintergrund. Und trotzdem haben sie in Paris eine Heimat gefunden und treffen sich regelmäßig im „Club der unverbesserlichen Optimisten“ in einem Bistro. Dort sitzen Russen, Polen, Griechen, Ungarn, Deutsche und Franzosen friedlich zusammen, diskutieren und philosophieren, streiten und versöhnen sich und spielen Schach. Der Ich-Erzähler Michel erzählt von seiner Jugend, wie er diesen Club entdeckte und wie der Algerienkrieg seine Familie auseinanderriss und seine Freunde tötete. Er schildert auch nach und nach die Schicksale der Flüchtlinge aus dem Ostblock und aus Deutschland. Anhand der Familie seines Onkels erfährt der Leser außerdem einen Eindruck von den Franzosen, die sich in Algerien niedergelassen hatten und dort reich geworden waren, dann jedoch nach Ende des Krieges ohne einen Centimes nach Frankreich fliehen mussten. Irgendwann waren wir oder unsere Vorfahren alle Vertriebene oder Flüchtlinge, scheint der Roman subtil und unterhaltsam vermitteln zu wollen, und auch, dass ein solches Schicksal im Grunde jeden jederzeit treffen kann.

Wie sollte sich der Einzelne in solchen Krisenzeiten, wenn das Land von einer Diktatur regiert wird, wenn bei politischem Andersdenken mit dem Tod gerechnet werden muss, verhalten? Solche Gewissensfragen und moralischen Dilemmata werden ebenso verhandelt wie die Frage nach Heimatliebe und der bestmöglichen Regierungsform. Philosophische Gedankengänge und Ideen rund um den Existenzialismus von Jean-Paul Sartre oder das Absurde von Albert Camus durchmischen sich mit dem Flair des Frankreichs der 60er Jahre, Rock’n Roll und Nouvelle Vague. Eine Aufbruchstimmung, die jedoch durch die Erlebnisse des Algerienkriegs und die Nachwehen der Weltkriege gedeckelt wird.

Ganz nebenbei zeugt Der Club der unverbesserlichen Optimisten auch von einer unerschütterlichen Leidenschaft für die Literatur, die Fotografie und fürs Kino, die einfach ansteckend ist. Der Erzähler Michel hat es sich zur Gewohnheit gemacht, im Gehen zu lesen, wird ein paar Mal beinahe überfahren und trifft auf diese Weise seine erste große Liebe Camille. Doch bei den politischen Verwicklungen steht die Beziehung unter keinem guten Stern …

Dem Leid und Schmerz zum Trotz, die den jungen Michel beuteln, bewahrt er sich seine Neugier, seine Zuversicht und eine gewisse Naivität, so wie die anderen unverbesserlichen Optimisten im Club. Ein Buch, das Mut macht, das einen zu Tränen rührt und einen vor Spannung fesselt. Unbedingt empfehlenswert! Und wenn ihr es gelesen habt, freue ich mich über Kommentar, Anmerkungen und Diskussionen – auch, wenn es euch wider Erwarten nicht gefallen haben sollte.

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63. Stück: Logik von Zeitreisen in fiktionalen Werken

Asche auf mein Haupt, erst letztes Wochenende habe ich erstmals Terminator geguckt, zusammen mit meinem Freund. Und ich finde, der Film ist vollkommen unlogisch. Er ist trotzdem unterhaltsam und spannend, aber, wenn man mal darüber nachdenkt, haut das mit der Zeitreise logisch betrachtet hinten und vorne nicht hin. Mein Freund entgegnete diesem Einwand mit der kategorischen Feststellung, Zeitreisen wären grundsätzlich nicht logisch, woraufhin ich meinte, in Zurück in die Zukunft sei die Zeitreise-Thematik sehr wohl logisch. „Nee“, meinte mein Freund und da dachte ich: Jetzt reicht’s, ich schreibe einen Essay.

Wohlan, die Diskussion ist eröffnet:

  • These Nr. 1 (meine, also die Richtige): Zeitreisen können in fiktionalen Werken logisch dargestellt werden.
  • These Nr. 2 (die von meinem Freund, der unrecht hat): Zeitreisen sind grundsätzlich unlogisch und deswegen muss man die Unlogik in Zeitreise-Geschichten einfach hinnehmen.

Meine These ist insofern schonmal besser, als dass sie mehr Spaß macht. „Es ist so wie es ist“, ist eine langweilige These. Außerdem muss man meines Erachtens unterscheiden zwischen „logisch“ und „in der wirklichen, nicht-fiktionalen Welt wissenschaftlich realisierbar“. Bisher sind Zeitreisen im wirklichen Leben noch nicht durchführbar, aber in Filmen und Büchern sind sie es. Das heißt, man kann für erzählte Welten, in denen Zeitreisen möglich sind, eine eigene, innere Logik voraussetzen, die den Naturgesetzen der wirklichen Welt nicht in jedem Punkt entsprechen muss.

Kommen wir nun zum berühmt-berüchtigten Großvaterparadoxon, das häufig im Zusammenhang mit der „Terminator“-Welt zitiert wird. Das Paradoxon besteht in folgendem Gedankenspiel: Jemand reist in die Zeit zurück, um seinen eigenen Großvater umzubringen. Sobald er ihn jedoch umbringt, hört er auf zu existieren, er wird gar nicht erst geboren. Dann kann er allerdings auch nicht in die Zeit zurückreisen, um seinen Großvater umzubringen.

Wie löst man dieses Problem?

Eine Möglichkeit ist, davon auszugehen, dass die Ereignisse in der Zeit bereits im Kern feststehen und nicht grundlegend veränderbar sind. Ich nenne das mal die Schicksals-Erklärung. Alles ist vorherbestimmt, was passieren soll, wird passieren, in welcher Form auch immer. Demnach würde es wahrscheinlich erst gelingen, den Großvater umzubringen, nachdem er den Vater oder die Mutter bereits gezeugt hat und auch nur dann, wenn ohnehin vom Schicksal vorgesehen war, dass er bald nach der Zeugung ermordet wird (wenn auch nicht zwingend von seinem eigenen Enkel, der, nebenbei bemerkt, von Respekt vor dem Alter anscheinend nie was gehört hat). Dieses Weltbild liegt anscheinend bei Terminator der Logik innerhalb der erzählten Welt zugrunde.

Aber: Wozu geben sich der Terminator und Kyle Reese die ganze Mühe, 45 Jahre in die Vergangenheit zu reisen, dort allerhand Unruhe zu stiften und das Raum-Zeit-Kontinuum ins Chaos zu stürzen, wenn ohnehin alles so passiert, wie es vorgesehen ist und sich nicht ändern lässt? Dann wird doch John Connor trotzdem irgendwie geboren, oder zumindest jemand, der dann an seiner Stelle seine Rolle als Anführer der Menschenrebellen übernimmt. Und dann verlieren die Maschinen doch ohnehin früher oder später den Krieg, wenn das vom Schicksal so vorgesehen ist.

Nun könnte man einwenden, dass die Figuren nicht wussten, dass es überhaupt nichts nützt, die Vergangenheit zu verändern, weil der Ablauf der Ereignisse innerhalb der Zeit im Kern sowieso von vorneherein feststeht. Dass sie halt einfach mal ihr Glück versucht haben. Na ja, … Ein wenig dürftig, die Erklärung, oder? Und woher hatte Kyle Reese das Foto von Sarah, wenn es in seiner Zukunft, mit der ursprünglichen, vom Terminator unbehelligten Vergangenheit, noch nicht geschossen wurde? Wer war ursprünglich John Connors Vater und macht es denn überhaupt keinen Unterschied, wenn sein Vater sich plötzlich ändert und Kyle Reese derjenige welche wird?

Wenn eine Handlung so viele Fragen aufwirft, dann ist sie nicht logisch. Tut mir leid. Aber liegt das in der Natur der Sache, wie mein Freund behauptet? Darf man da überhaupt gar nicht erst anfangen, über die Handlung nachzudenken? Vielleicht. Aber meines Erachtens geht es eben doch anders.

Eine weitere Möglichkeit, sich aus dem Großvaterparadoxon herauszuwieseln, ist die Viele-Welten-Theorie. Dabei gibt es nicht nur einen im Kern unveränderbaren Zeitstrang, wie es bei der Schicksals-Erklärung der Fall ist, sondern beliebig viele parallele Zeitstränge oder auch Welten. Kehrt jemand in die Vergangenheit zurück und pfuscht da fröhlich vor sich hin, eröffnet sich ein neuer Zeitstrang und eine neue Parallelwelt, die eine Zukunft mit den veränderten Voraussetzungen zeigt. In dieser Theorie würde der undankbare Enkel also in die Vergangenheit reisen, seinen Großvater abmurksen und damit eine neue Welt eröffnen, in der sein Großvater nicht mehr lebt, er aber weiterhin existiert. Es gibt ihn dann sozusagen doppelt: einmal in der neuen Welt und einmal in der alten Welt. In der alten Welt aber hat sich nichts verändert, dort lebt sein Großvater weiterhin, kann sein Kind und seinen Enkel zeugen, der dann später in die Vergangenheit zurückreist. Diese Erklärung lässt sich allerdings nicht auf Terminator anwenden, da in dem Film nicht ein einziger Hinweis darauf gegeben wird, dass es mehrere parallel laufende Zeitstränge gibt. Vielleicht kommt das noch in den folgenden Teilen?

Beispiele für fiktionale Werke, in denen die Viele-Welten-Theorie als Erklärung für Zeitreisen dient, ist zum Beispiel Stephen Kings Der Anschlag oder auch Richard Kellys Meisterwerk Donnie Darko, je nachdem, wie man diesen ambivalenten Film interpretiert. Mit der Viele-Welten-Theorie macht man es sich natürlich leicht, da können keine Logiklöcher entstehen, wenn bei jeder Veränderung eine neue Welt eröffnet wird. Dann ist alles möglich.

Aber kann ein Film oder ein Buch auch in sich eine logische Welt aufbauen, wenn es sich nur um eine Welt handelt? Im bereits erwähnten Zurück in die Zukunft zum Beispiel, da ist die Handlung, dafür, dass Zeitreisen das zentrale Motiv sind, im Großen und Ganzen logisch. Zumindest logisch genug, damit mein ruheloser Geist nicht ständig mit einem „Hä? Moooooment! Da stimmt was nicht, warum ist das *ratter-ratter-ratter-klöter-rumpel*“ dazwischenhupt.

Es gibt den ursprünglichen Zeitverlauf: Marty McFlys Eltern lernen sich zu Highschoolzeiten kennen und lieben, weil sein Vater George vors Auto von Martys Großvater, Lorraines Vater, gefallen ist. Lorraine hatte daraufhin Mitleid mit ihm, ist mit ihm zum ‚Verzauberung unterm See‘-Tanz gegangen, wo sie sich das erste Mal geküsst haben und von da an war ihre Zukunft besiegelt. In den 80er Jahren ist George ein Versager, wird vom Rüpel Biff weiterhin drangsaliert, Lorraine ist frustriert, alles ist irgendwie suboptimal.

Nun kommt die Handlung aus dem ersten Teil: Marty reist aus Versehen ins Jahr 1955 zurück und fällt statt George vor das Auto von Lorraines Vater. Das heißt, sie verliebt sich in Marty, nicht in George. Soweit, so logisch. Je mehr sie sich in Marty verliebt und je ferner die Möglichkeit rückt, dass sie George überhaupt nur wahrnimmt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Marty aufhört zu existieren. Wenn er tatsächlich vollständig verschwinden würde, dann könnte er natürlich auch nicht in die Vergangenheit reisen und alles bliebe beim Alten. Aber da er seine Eltern nicht umbringt, wird das Großvaterparadoxon geschickt umgangen, er löst sich also nur allmählich auf. Und dann, bevor es zu einem Paradoxon kommen kann, wendet sich alles zum Guten und George küsst Lorraine. Allerdings hat er dadurch, dass er Biff eine reingehauen hat, Selbstvertrauen gewonnen und deswegen ist dann die Gegenwart doch leicht verändert, als Marty ins Jahr 1985 zurückkehrt. George ist ein erfolgreicher Autor, Lorraine und er sind wie frisch verliebt und Biff ist der Versager, der ständig die Familienautos waschen muss.

Im zweiten Teil von Zurück in die Zukunft wird es etwas komplizierter, aber meiner Meinung nach bleibt es dennoch innerhalb des erzählten Universums folgerichtig. Marty und Doc Brown reisen ins Jahr 2015 (Am 21. Oktober, haben schon alle ihre Kalender gezückt, um ihn Willkommen zu heißen? Und wo bleibt mein Hoverboard!), um Martys zukünftigen Sohn vor einem Schlamassel zu retten. Sie erledigen ihre Mission, aber in der Zwischenzeit hat der alte Biff sie beobachtet, das mit der Zeitmaschine spitzgekriegt und heckt einen teuflischen Plan aus. Er kauft in einem Antiquariat einen Almanach mit den Ergebnissen der Sportwetten von 1950 bis 2000, klaut die Zeitmaschine und reist ins Jahr 1955, wo er seinem jungen Alter Ego den Almanach überreicht. Als Marty daraufhin in seine Gegenwart, das Jahr 1985 zurückkehrt, ist alles verändert: Biff ist zum reichsten und mächtigsten Mann der Stadt aufgestiegen, die Stadt versinkt in der Kriminalität, George ist in der Zwischenzeit gestorben und Lorraine hat danach Biff geheiratet und ist Alkoholikerin geworden. Also müssen Marty und Doc Brown wieder nach 1955 reisen, um zu verhindern, dass der alte Biff dem jungen Biff den Almanach gibt. Ist doch logisch, oder?

Der dritte Teil spielt fast ausschließlich im Wilden Westen, und da man dieses Mal nicht so viel davon erfährt, inwieweit Martys und Docs Handlungen Auswirkungen auf die Zukunft haben, drücken sich die Filmemacher hier geschickt darum, Logiklöcher überhaupt erst entstehen zu lassen.

Das ist überhaupt die einfachste Methode, Zeitreisen in fiktionalen Werken zu schildern, ohne dass ein Großvaterparadoxon entsteht. Man lässt die Figuren aus der Zukunft schlichtweg nichts derart Wesentliches in der Vergangenheit verändern. Oder man lässt seine Figuren gar nicht erst in die Vergangenheit reisen, so wie im ersten Teil von Planet der Affen oder in Die Zeitmaschine nach dem Roman von H. G. Wells. Da hat man dann freie Hand und kann auf Basis der aktuellen Gegenwart die Zukunft beliebig weiterspinnen. Was dann eine wunderbare Taktik ist, um Gesellschaftskritik an aktuellen Problemen zu üben, ohne diese direkt ansprechen zu müssen. Diese Denkleistung muss der Zuschauer übernehmen. Eine spannende Aufgabe.

Und, was meint ihr? Konnte ich euch überzeugen, dass es sehr wohl möglich ist, Zeitreisen in Filmen und Büchern logisch zu erzählen?

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60. Stück: „Unterwerfung“ (Soumission) von Michel Houellebecq – Dystopie oder Utopie?

Als Michel Houellebecq seinen Roman Unterwerfung (orig. Soumission) am 7. Januar 2015 veröffentlichte, erschütterte das Attentat auf die Charlie-Hebdo-Redaktion in Paris die Welt. Es wurde gemunkelt, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen gäbe. Schließlich erklärten sich radikal-islamistische Terroristen von Al quaida für die Anschläge auf die Satirezeitschrift verantwortlich und in dem Roman geht es um eine nahe Zukunft in Frankreich, in der ein muslimischer Präsident regiert. Houellebecq hatte sich 2001 mit islamkritischen Äußerungen nicht gerade beliebt gemacht und wer Unterwerfung nicht gelesen und auch nicht mitbekommen hat, dass der streitbare Autor sein Urteil, der Islam sei „die dümmste aller Religionen“ Anfang 2015 wieder revidierte (in der Zwischenzeit hatte er den Koran gelesen), der könnte mit etwas Fantasie darin möglicherweise einen Zusammenhang erkennen. Tatsächlich aber war es wohl Zufall.

Nichtsdestotrotz ist es eine interessante Frage, ob Unterwerfung den Islam kritisiert oder nicht, sprich: Handelt es sich um eine Dystopie oder eine Utopie? Ist das muslimisch regierte Frankreich eine pessimistische oder optimistische Weltsicht? Neugierig, wie ich bin, wollte ich das unbedingt wissen und habe mir den Roman im Original zu Gemüte geführt. Und dabei festgestellt: So einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten.

Die Hauptfigur in Unterwerfung, der Mittvierziger François, seines Zeichens Literaturprofessor, Alkoholiker und Kettenraucher, weiß nicht wirklich viel mit sich anzufangen, als der Roman beginnt. Es ist das Jahr 2022, die französischen Präsidentschaftswahlen stehen bevor und der rechtsradikale Front National liegt beunruhigenderweise in Führung. Die rechte Mitte liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz der Umfragewerte, der linken Mitte geht es auch nicht so doll, immerhin liegt sie jedoch nur knapp hinter der französischen Muslimbruderschaft unter dem charismatischen Politiker Mohamed Ben Abbès. François ist eigentlich unpolitisch, trotzdem nicht gänzlich uninteressiert an den gesellschaftlichen Entwicklungen in seiner Heimat. Seine innere Leere, die von ihm als sinnlos erachtete Existenz, versucht er mit kurzen Affären mit jungen Studentinnen zu kompensieren, seine neueste Eroberung Miryam liebt er vielleicht sogar beinahe. Aber er kann sich zu nichts Verbindlichem durchringen, Freunde hat er im Prinzip auch kaum, er hat keine finanziellen Sorgen, krank ist er eigentlich auch nicht, nur hier und da ein paar altersbedingte Wehwehchen. Da bietet es dann doch eine willkommene Abwechslung, die politischen Vorgänge in Frankreich zu beobachten.

Das macht François zur idealen Chronistenfigur, da er als Zeitzeuge selbst nicht politisch motiviert ist und somit die Ereignisse verhältnismäßig objektiv erzählen kann. Da er zudem ein Intellektueller ist, neigt er dazu, die verschiedenen politischen Standpunkte klug und scharfsinnig zu analysieren. Als Leser bekommt man so die Gelegenheit, sich ein eigenes Urteil bilden zu können, ohne vom Erzähler (nicht zu verwechseln mit dem Autor!) zu eindeutig in eine bestimmte Richtung gelenkt zu werden. Dies erschwert im Gegenzug die eindeutige Beantwortung der Frage nach der Dystopie oder Utopie.

Im Laufe des Romans kommt es immer wieder zu Demonstrationen des Front National, es scheint, als würde er diesesmal wirklich die Präsidentschaftswahl gewinnen. Dann jedoch bildet die linke Mitte ein Bündnis mit Ben Abbès und gemeinsam können sie die Wahl für sich entscheiden. Der erste muslimische Präsident Frankreichs nimmt einige Änderungen vor. Männer dürfen nun mehr als eine Ehefrau heiraten (umgekehrt dürfen jedoch Frauen nicht mehrere Ehemänner haben), die Frauen dürfen nicht mehr arbeiten, müssen sich kleidungsmäßig bedeckt halten und dürfen, wenn überhaupt, nur noch schöne Künste und Geisteswissenschaften studieren. François findet dies zu Beginn etwas befremdlich, lehnt die Entwicklungen jedoch nicht ab. Zumal ihm als Professor und Vertreter der geistigen Elite einige Privilegien in Aussicht gestellt werden (zum Beispiel werden für ihn die schönsten Frauen ausgesucht und bei Bedarf auch als Ehefrauen vermittelt), vorausgesetzt, er konvertiert zum Islam.

Zumindest für Männer, die über einen gewissen Status verfügen, ist diese Zukunftsvision also eine Utopie. Für Männer, die nicht zur Elite gehören, bietet diese Welt sicher auch ihre Vorzüge. Und als Frau weiß man immerhin, wo der eigene Platz ist. Für mich wäre dieser Platz allerdings gar nichts. Also doch eine Dystopie? Insgesamt scheinen jedoch politische Unruhen zwischen Links und Rechts, Probleme bei der Familienversorgung der Vergangenheit anzugehören. Der Roman verschweigt jedoch weitestgehend, wie es Andersgläubigen und Atheisten in dieser Gesellschaft ergeht. Es scheint zumindest andeutungsweise so, dass sie mit beruflichen Schwierigkeiten rechnen müssen.

Vielleicht ist es aber auch der falsche Ansatz, dem Roman eine eindeutig positive oder negative Weltsicht aufinterpretieren zu wollen. Unterwerfung ist kein moralischer Roman, der den Zeigefinger mahnend erhebt und Urteile fällt. Eigentlich ist es vielmehr eine Satire auf politische und gesellschaftliche Dynamiken, Machtspiele, Strategien und Intrigen, die auch heute schon ihre Wirkung  haben. Der Tonfall des Erzählers François ist trotz seinem Weltschmerz, seinem Ennui und seinem lakonischen Fatalismus von feiner Ironie, leichtem Humor gefärbt, sodass der Roman sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen ist. Ganz nebenbei wird man als Leser außerdem zum Nachdenken angeregt. Was mich dazu verleitet, eine klare Leseempfehlung auszusprechen. Ich bin gespannt, was ihr nach der Lektüre zu berichten habt.

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