75. Stück: Liebster-Award-Nominierung, die Dritte

Und hier ist auch schon die nächste Liebster-Award-Nominierung 🙂 Dieses Mal hat mich mein Bloggerkollege von Haltstop zurücknominiert, den ich nach meiner ersten Liebster-Award-Nominierung erkoren hatte. Ersteinmal vielen lieben Dank dafür 😀 Dann werde ich mal die spannenden Fragen beantworten:

1. Was macht für Dich den Reiz eines fiktiven Films/Buchs/etc. aus?

Ich mag das „Was wäre, wenn …“-Spiel in fiktiven Geschichten. Erzählungen allgemein – egal in welchem Medium oder mit welchem Grad an Wirklichkeitsübereinstimmung – werden für mich dann reizvoll, wenn ich mich da irgendwie in die Situation oder das Gedankenspiel hineinversetzen kann. Das hängt oft sehr stark von der Figurencharakterisierung ab: Sind die Figuren so beschrieben und dargestellt, dass ich etwas an ihnen finde, was mir bekannt vorkommt, womit ich mich identifizieren kann? Wenn ich die Motive einer Figur überhaupt nicht nachvollziehen kann, verliert die ganze Geschichte für mich an Reiz.

Darüber hinaus kann ich mich auch für tolles Handwerk und hervorragenden Stil bei Filmen, Büchern, Theaterinszenierungen und Fernsehsendungen begeistern. Ist die Geschichte jedoch langweilig und die Motive der Figuren schwer nachvollziehbar, genügt es nicht, dass das Werk gut gemacht ist. Für mich steht die Handlung – die unmittelbar mit den Figuren verknüpft ist – stets im Vordergrund.

2. Du trittst Deinem größten Idol aus der Welt des Films/Buchs/etc. gegenüber. Was würdest Du ihn fragen oder ihm sagen?

Hier geht es um reale Menschen, nehme ich an? Ich glaube, wenn ich plötzlich Woody Allen, Jaco van Dormael oder Stephen King gegenüberstände, würde ich überhaupt kein Wort herausbringen. Da würde ich nur „Ääähm! Ööööhm! I like your *läuft-puterrot-an* *schweißausbrüche* *atemnot* *kieks* books/films“ sagen, mich für mein peinliches Auftreten in Grund und Boden schämen, ganz schnell verschwinden und mich über mich selbst wahnsinnig ärgern. Ich bin da leider superschüchtern 😦

Einmal angenommen, ich wäre nicht so eine lächerliche, peinliche, verdruckste Erscheinung, wenn ich irgendwem Berühmtes gegenüberstehe, den ich aufrichtig bewundere, was würde ich dann tun? Sowas zu fragen wie „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ ist ja schonmal unfassbar bescheuert, weil das Autoren und Filmemacher ständig in Interviews hören. Aber vielleicht würde ich sie fragen, ob sie auch manchmal Selbstzweifel haben, ob sie manchmal denken, das taugt doch überhaupt nichts, was ich hier mache, … und was Sie dann dagegen tun. Das fände ich spannend.

3. Wann wird für Dich ein Film/Buch/etc. langweilig?

Also, wenn ich die Figurenmotivation nicht nachvollziehen kann, das hatte ich ja in der ersten Frage schon geschrieben, dann langweile ich mich und ärgere mich. Was ich ebenfalls nicht ausstehen kann, ist schlechter Stil, schluderiges Handwerk und schnarchige Dialoge, die vor Klischees nur so triefen. Wenn dann noch die Macher dieses Schrotts sich eitel aufplustern und behaupten, das soll aber so, und sie hätten sich schon was dabei gedacht (was, das verraten sie selbstredend nicht), und wer das nicht versteht, der sei ihrer Kunst eben nicht würdig und ein Idiot, dann finde ich das so langweilig, dass mir die Hutschnur platzt. Dann kann ich mich darüber auch ziemlich leidenschaftlich echauffieren, und mein Freund denkt dann immer, jetzt spinnt sie wieder rum 😀 Also ganz allgemein langweilt es mich ins Unermessliche, wenn ich den Eindruck habe, da hat nur irgendsoein eingebildeter Fatzke seine persönlichen Eitelkeiten in einen Film oder ein Buch gefurzt, so ein höchstens mittelmäßig begabter Schnösel macht sich da wichtig und hört sich gerne reden oder liest sich gerne schreiben, aber es sagt überhaupt rein gar nichts aus. Bäh, sowas hasse ich! 😛

4. Was denkst Du: Wieso wird die Musik nicht öfters zum Geschichtenerzählen genutzt?

Oh, das ist interessant, ich gehe ja ab und zu noch zum erzähltheoretischen Kolloquium (ETK) an der Uni Hamburg, und da haben wir schon des Öfteren über narrative Songs – also Lieder, in denen eine Geschichte erzählt wird – gesprochen. Das gibt es also schon, und finde ich auch spannend. Das Lieblingsbeispiel von meinem Masterarbeitsprüfer ist dabei „Buenos Tardes Amigo“ von Ween:

Ich denke, das wird nicht so oft gemacht, weil Lieder der Textform Lyrik näher sind als der Prosa. Und bei Lyrik geht es mehr um Bilder und Gefühle, weniger um Geschichten. Das eine muss das andere natürlich nicht ausschließen, aber einfach durch die Kürze von Gedichten und Liedern ist es dort schwieriger, eine zusammenhängende Handlung zu entfalten.

5. Freitagabend, Kinozeit. Du hast die Wahl: Blockbuster-Streifen oder Indiefilm? Für was entscheidest Du Dich, und wieso?

Das kommt darauf an, worum es in den Filmen geht. Wenn der Indiefilm, der zur Auswahl steht, irgendsoein eitler Kunstkram ist, der keine richtige Geschichte erzählt, sondern, den man auf „einer anderen, emotionalen Ebene rezipieren muss“, dann wähle ich lieber den Blockbuster-Streifen. Ist der Blockbuster-Streifen aber so ein dämlicher Macho-Geballer-Schwachsinn ohne Story, dann nehme ich eher den Indiefilm.

6. Gibt es eine Filmreihe, bei der Dir auch noch der 3., 4., 5.,.. Teil gefällt?

Bei Stirb langsam haben mir bisher alle Teile gefallen. Wobei, die ersten Teile sind immer noch am besten, aber die neueren Filme waren immerhin guckbar 🙂

7. Welche Figur ist für Dich interessanter: Der Held oder der Bösewicht?

Meistens finde ich den Bösewicht spannender als den Helden. Der Held muss halt in der Regel die Vorbildfunktion und moralische Instanz verkörpern, der hat nicht so viel Spielraum bei der Charakterisierung. Der Bösewicht hingegen hat alle Freiheiten, da kann man die Figur mit viel mehr Facetten und Persönlichkeitszügen ausstatten. Wobei das ja in letzter Zeit modern ist, den Helden auch mal an sich und seiner „Mission“ zweifeln zu lassen, dass der nicht mehr so perfekt und unfehlbar ist. Das kann dann wieder interessant werden. Es sei denn, man übertreibt, vergisst ein wenig Humor dabei, und zeigt einen Ich-bezogenen, weinerlichen Schluffi, der die ganze Zeit herumlamentiert: „Ach und Weh! Was ist bloß meine Bestimmung! Was ist der Sinn meiner Existenz!“ Das regt mich dann ja schon wieder auf! 😀

8. Spectre kommt in wenigen Tagen ins Kino. Welcher ist Dein Lieblings-Bond-Film?

Eindeutig Casino Royale! James Bond ist in dem Film nicht nur ein Frauenheld und hübsch anzuschauen, sondern zeigt da tatsächlich auch mal ein wenig Persönlichkeit, aber ohne dabei ins Weinerliche abzudriften. Spannend!

9. Gehst Du manchmal in Kinovorstellungen, ohne Dich vorher über den Film informiert zu haben (keine Trailer, Kritiken etc.)?

Selten, meistens machen mich Trailer neugierig, oder ich habe irgendwo ein Bröckchen von der Handlung mitbekommen, der mich interessiert hat. Ich versuche aber meistens, vorher nicht so viele Kritiken zu lesen, um mich nicht allzusehr beeinflussen zu lassen.

10. Du kannst die Zeit zurückdrehen und eine schlechte Casting-Entscheidung in einem Film ändern. Welche Rolle würdest Du mit wem neu besetzen?

Hayden Christensen als Anakin Skywalker in Star Wars Episode II und Episode III. Meine Güte, war der scheiße! Da hätte man doch Ryan Philippe nehmen können, der hätte das wesentlich besser gemacht.

11. Wieso braucht die Welt eigentlich genau Deinen Blog?

Die Frage ist fies 😛 Wahrscheinlich würde sich die Welt auch noch weiter drehen, wenn es meinen Blog nicht gäbe. Insofern „braucht“ die Welt meinen Blog eigentlich gar nicht. Aber das ist vielleicht auch nicht wichtig … mir macht es einfach Spaß, hier meine Gedanken zu Film, Fernsehen, Kultur, Theater und Literatur auszubreiten, und noch mehr Spaß macht es mir, wenn ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen kann.


So, dieses Mal nominiere ich meinen lieben Kollegen von Haltstop zurück 🙂

Die Fragen sind die, die ich bei meiner zweiten Nominierung bereits genannt hatte 🙂

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Film und Fernsehen, Internet und neue Medien, Literatur

3 Antworten zu “75. Stück: Liebster-Award-Nominierung, die Dritte

  1. Ma-Go Filmtipps

    Alle Strib Langsam Teile waren guckbar? Der fünfte Teil war doch mal totaler Käse 😀

    Gefällt mir

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