74. Stück: Liebster-Award Nominierung, die Zweite

Ich wurde von Singende Lehrerin für den Liebster-Award nominiert. Die Regeln und meine erste Nominierung findet ihr hier. Und nun komme ich zu den Fragen 🙂

1. Wie stehst du zum Selfie-Wahn?

Das nervt mich ungemein, überhaupt, wie alle immer mit ihren Smartphones herumtüddeln, geht mir fürchterlich auf den Senkel. Ich selbst habe noch ein ganz altes Handy, das hat noch nicht einmal ein Farbdisplay, dafür aber vernünftige Tasten und ich kann damit telefonieren und SMS schreiben. Mehr braucht ein Telefon eigentlich nicht. Aber da bin ich wohl ein Dinosaurier … Was seltsam ist, weil ich ja in der Internetbranche arbeite, da sollte ich eigentlich ständig irgendwie vernetzt sein. Stattdessen bin ich ganz froh, dass ich auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder sonstwohin ein ganz normales, analoges Buch lesen kann und nicht auch noch in meiner Freizeit dauernd auf einen – noch dazu viel zu kleinen – Bildschirm starren muss.

Selfies mache ich ab und zu mit meinem Fotoapparat – der immerhin ist schon digital. Aber meine analoge Spiegelreflexkamera habe ich trotzdem noch, ich habe sie aber zugegebenermaßen länger nicht mehr benutzt. Da ist so eine Digitalkamera schon um Einiges praktischer. Das Ding ist, wenn ich Fotos mache, dann bin ich selbst halt nie mit drauf – es sei denn, ich mache ein Selbstportrait, wie Selfies früher einmal hießen. Deswegen mache ich das dann doch manchmal. Aber was ich extrem lästig finde, sind diese ganzen eitlen, selbstverliebten Möchtegernpromis, die sich an-dau-ernd selbst knipsen, dabei ein unfassbar dämliches, sexy gemeintes Gesicht machen, und das dann auf Instagram teilen. Und unsereiner darf dann da wieder eine News drüber schreiben.

2. Couch Potato oder Fitness-Guru?

Ach, da bin ich wohl so ein Mittelding. Wenn ich zu lange auf der Couch versumpfe, werde ich blöd im Kopf. Dann kriege ich einen Rappel und muss irgendwie raus und mich bewegen. Ich gehe jetzt auch seit ca. 1,5 Jahren regelmäßig dreimal die Woche zum Sport, wenn nichts dazwischen kommt, und es macht mir tatsächlich Spaß. Obwohl ich früher, bedingt durch den Schulsport, immer dachte, Sport sei scheiße. Als Fitness-Guru würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen, da ich weit davon entfernt bin, Spitzensportlerin zu sein. Ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die allen, die danach fragen oder auch nicht, ihre sportlichen Leistungen unter die Nase reiben. Das interessiert doch keine Sau.

3. Lässt du dich gerne von Hypes um gewisse Filme und Franchises anstecken?

Eigentlich nicht, da schlummert in mir wohl so ein kleiner Hipster, der ab und zu mal aufpiepst und nölt: „Neeeee, wenn alle das so toll finden, dann finde ich das jetzt mal doof.“ Aber ich kann’s dann trotzdem nicht verhindern, dass mich gelegentlich mal die Neugier packt. Zuletzt ist mir das bei Star Wars – Das Erwachen der Macht passiert. Bereut habe ich es dann aber nicht, der Film war ganz unterhaltsam und hat Spaß gemacht.

4. Advent und Weihnachten – Stress oder pure (Vor-)Freude?

Beides, ich gehe gern auf die Suche nach schönen Geschenken für meine Lieblingsmenschen, ich futtere sehr gern Plätzchen und ich mag die Stimmung mit den Weihnachtsmärkten, dem Tannenduft und den Lichtern überall. Die Vorweihnachtszeit ist allerdings immer recht stressig, weil plötzlich alle noch alles Mögliche zum Jahresende erledigen wollen und eine riesige Hektik vom Zaun brechen. Außerdem sind dann viele Kollegen in den letzten beiden Dezemberwochen in Urlaub, und trotzdem müssen wir genauso viele Artikel produzieren wie jeden Monat – mit weniger Leuten und weniger Arbeitstagen. Das bedeutet natürlich auch Stress und jede Menge Überstunden. Ist Weihnachten dann aber da, entspanne ich mich schnell wieder und zwischen den Feiertagen zu arbeiten ist immer schön muckelig.

5. In welches Land würdest du eigentlich gerne einmal reisen, traust dich aber nicht so recht (Weil du Flugangst hast? Weil du Angst vor Krankheiten hast? Weil du niemanden hast, der dich begleiten würde? Weil die Sicherheitslage in diesem Land prekär ist? Weil das viel Geld kosten würde?…)?

Offen gestanden bin ich ein ziemliches Gewohnheitstier und für mich bedeutet Wegfahren immer einen Riesenstress. Deswegen verreise ich generell nicht sehr gern. Wenn, dann fahre ich gern in Länder, in denen ich mich verständigen kann, und gehe dann in einer ausgewählten Stadt auf Entdeckungstour – natürlich nicht, ohne mich vorher mit Reiseführer und auf diversen Internetseiten über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten informiert und ein wenig vorgeplant zu haben. Ich plane jetzt nicht alles streng durch, aber ich mache mir im Vorfeld Gedanken, was ich mir anschauen möchte, was es für nette Restaurants und Läden gibt. Auf meiner Wunschliste stehen derzeit noch Irland, England und Belgien, wobei ich in England und Belgien schon mal war, aber in London nur ganz kurz für drei-vier Stunden und in Brüssel nur auf der Durchreise. Amsterdam würde ich gern auch noch einmal länger besuchen, da war ich bisher auch nur für ein paar Stunden. Dort gibt es nämlich ein Katzenkabinett mit echten Katzen, die dort herumlaufen – für mich als verhinderte verrückte Katzenlady genau das Richtige.

Ansonsten fahre ich gern Freunde besuchen, die in anderen Städten wohnen, zum Klönen, Spielen und gemütlich Zusammensitzen. Die wundern sich dann immer, warum ich keine Lust habe, in ferne Länder zu reisen. Irgendwie scheint das der Normalfall zu sein, dass man sowas klasse findet. Aber ich find’s einfach klasse, wenn ich in einer Stadt selbstständig alles erkunden kann, zwischendurch ein Schwätzchen mit den Einheimischen halten kann – und dafür nicht so weit wegfahren muss. Ferne Länder entdecke ich dann lieber in meiner Vorstellung, in Büchern, Filmen und Erzählungen von Freunden, denen Reisen wirklich Spaß macht.

6. Welches Lied musst du immer ganz laut aufdrehen, wenn du es anhörst?

Oooh, da gibt’s mehrere 🙂 „Think“ von Aretha Franklin zum Beispiel. Ebenfalls toll: „Basket Case“ von Green Day und „Ich bin reich“ von Die Ärzte (überhaupt so ziemlich alles von der besten Band der Welt 😉 ). Mein armer Freund muss dann immer ertragen, dass ich laut mitsinge, wenn die Lieder im Radio laufen 😛

7. Was vermisst du am meisten, wenn du einmal längere Zeit nicht bloggen kannst?

Beim Bloggen schreibe ich einfach drauflos, pfeife auf Google und SEO (Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung) und tippe nach Herzenslust meine Gedanken in die Tasten. Manchmal lese ich hinterher noch mal kurz drüber, meistens publiziere ich es jedoch direkt. Diese Freiheit vermisse ich ein wenig, wenn ich eine Weile keine Zeit zum Bloggen hatte. Für die Arbeit schreiben macht mir auch sehr großen Spaß, aber da muss ich auf Einiges achten und muss mich an bestimmte Vorgaben halten.

8. Wie bist du eigentlich auf den Namen deines Blogs gekommen?

Das hatte ich ganz am Anfang, in meinem allerersten Post „Die Grundidee“ geschildert. Ursprünglich wollte ich aus „Hamburgische Dramaturgie 2.0“ einen reinen Theaterblog machen, damals hatte ich vor, mich für den Dramaturgie-Studiengang an der Hochschule für Musik und Theater zu bewerben, und den Theaterblog wollte ich machen, um Arbeitsproben vorstellen zu können. (Die Bewerbung war erfolglos, aber letzten Endes war das gut so. Als Online-Redakteurin bin ich definitiv mehr in meinem Element 🙂 )

Für den Namen habe ich mich an einem meiner Lieblingstheaterleute aus der Geschichte der deutschsprachigen Literatur orientiert: Gotthold Ephraim Lessing. Seine Stücke – bürgerliche Trauerspiele wie „Emilia Galotti“ oder Lehrstücke wie „Nathan der Weise“ – sind heutzutage etwas altmodisch und schwer nachvollziehbar (wobei das Thema in „Nathan der Weise“ immer noch erschreckend aktuell ist: Religionskriege). Aber seine Theatertheorie, die er in der originalen Hamburgischen Dramaturgie dargelegt hat, die ist auch heute noch spannend und aktuell. Der Zusatz „2.0“ kam dann dadurch, dass ich meine Gedanken und Beobachtungen der Hamburger Theaterlandschaft und zum Theater allgemein ins Internet verlegt hatte, anstatt sie in einem Buch aufzuschreiben. Später merkte ich dann, dass ich mich nicht mehr nur aufs Theater beschränken, sondern auch etwas über Literatur, Filme, Fernsehen und Popkultur hier schreiben wollte. So hat sich der Blog dann weiterentwickelt.

9. Wissen deine ArbeitskollegInnen von deinem Blog?

Ja, ich denke schon. Ich freu mich dann immer, wenn mich jemand auf einen Blogartikel anspricht. Genauso, wie ich mich über jeden Kommentar freue 😉

10. Giltst du als Nerd in deinem Bekanntenkreis? Oder kannst du das an- und abschalten? Oder siehst du dich gar nicht als Nerd?

Meine Freunde sind noch schlimmere Nerds als ich, da falle ich nicht weiter auf 😛 Ich bin wohl schon ein bisschen so ein Bücher- und Kulturnerd. Ich gehe zum Beispiel auch total gern ins Museum, das macht mir aufrichtig Spaß. Das können dann auch nicht unbedingt alle meine Bekannten und Freunde nachvollziehen. Aber wenn ich weiß, da ist eine spannende Ausstellung, auf die von meinen Freunden keiner Lust hat, frage ich meine Mutter, die lässt sich dafür genauso begeistern wie ich.

11. Du veröffentlichst einen Artikel: Wann schaust du nach, ob du schon ein “Gefällt mir” oder einen Kommentar dazu bekommen hast? Sei ehrlich!

Hahaha 😀 Da bin ich voll ungeduldig, meistens lade ich gleich in den ersten fünf Minuten die Seite mit meinem aktuellen Machwerk drei- bis viermal neu, und hoffe, dass irgendeine Reaktion kam. Das ist natürlich völliger Quatsch, so schnell geht das gar nicht. Aber irgendwie bin ich dann immer so neugierig.


So, in meiner ersten Fassung von dem Post hatte ich die Nominierungen von anderen Blogs weggelassen. Aber inzwischen sind mir doch ein paar spannende Fragen eingefallen. Ich nominiere für den Liebster Award die folgenden Blogs (zufällige Auswahl aus den Blogs, denen ich folge, und die bei der letzten Nominierung nicht dabei waren):

Die Quadrataugenrunde

Maunzendemaus

Motion Picture Maniac

Depressiver Optimist

Wer nicht auf der Liste steht, aber trotzdem Lust hat, die Fragen zu beantworten, kann dies natürlich trotzdem tun 🙂

Hier nun zu meinen Fragen:

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein, Film und Fernsehen, Internet und neue Medien, Popkultur

3 Antworten zu “74. Stück: Liebster-Award Nominierung, die Zweite

  1. Sehr schöne, ausführliche Antworten – danke! 🙂 Ich bin da ganz wie du und schaue schon fünf Minuten nach Veröffentlichung nach, ob ich schon Likes bekommen habe (obwohl ich selbst KEINE Likes verteile… ). Das ist aber auch erst so, seitdem ich heuer enorm an Followern zugewonnen habe – und je nach Tageszeit ist es dann oft tatsächlich so, dass ich schon richtig früh Rückmeldung bekomme. Eigentlich finde ich das oft ätzend an mir, dass ich so nach Anerkennung giere… (deswegen habe ich z. B. bewusst, trotz Smartphones, keinen Internet-Datenvertrag, denn sonst würde ich dann auch unterwegs noch ständig Mails und Blog checken) Aber dafür kommen im Schulalltag selten (genauer: so gut wie nie 😉 ) Schüler nach einer Unterrichtsstunde zu mir und sagen: „Mensch, Frau Singende Lehrerin, heute war ihr Unterricht aber toll!“

    Übrigens sind deine neuen Fragen spannend! Gerade, weil ich im Moment gerade die 5. Staffel von „The Walking Dead“ verschlinge. 😉

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  2. Pingback: Liebster Award N°7 | Motion Picture Maniacs

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