Monatsarchiv: Januar 2016

75. Stück: Liebster-Award-Nominierung, die Dritte

Und hier ist auch schon die nächste Liebster-Award-Nominierung 🙂 Dieses Mal hat mich mein Bloggerkollege von Haltstop zurücknominiert, den ich nach meiner ersten Liebster-Award-Nominierung erkoren hatte. Ersteinmal vielen lieben Dank dafür 😀 Dann werde ich mal die spannenden Fragen beantworten:

1. Was macht für Dich den Reiz eines fiktiven Films/Buchs/etc. aus?

Ich mag das „Was wäre, wenn …“-Spiel in fiktiven Geschichten. Erzählungen allgemein – egal in welchem Medium oder mit welchem Grad an Wirklichkeitsübereinstimmung – werden für mich dann reizvoll, wenn ich mich da irgendwie in die Situation oder das Gedankenspiel hineinversetzen kann. Das hängt oft sehr stark von der Figurencharakterisierung ab: Sind die Figuren so beschrieben und dargestellt, dass ich etwas an ihnen finde, was mir bekannt vorkommt, womit ich mich identifizieren kann? Wenn ich die Motive einer Figur überhaupt nicht nachvollziehen kann, verliert die ganze Geschichte für mich an Reiz.

Darüber hinaus kann ich mich auch für tolles Handwerk und hervorragenden Stil bei Filmen, Büchern, Theaterinszenierungen und Fernsehsendungen begeistern. Ist die Geschichte jedoch langweilig und die Motive der Figuren schwer nachvollziehbar, genügt es nicht, dass das Werk gut gemacht ist. Für mich steht die Handlung – die unmittelbar mit den Figuren verknüpft ist – stets im Vordergrund.

2. Du trittst Deinem größten Idol aus der Welt des Films/Buchs/etc. gegenüber. Was würdest Du ihn fragen oder ihm sagen?

Hier geht es um reale Menschen, nehme ich an? Ich glaube, wenn ich plötzlich Woody Allen, Jaco van Dormael oder Stephen King gegenüberstände, würde ich überhaupt kein Wort herausbringen. Da würde ich nur „Ääähm! Ööööhm! I like your *läuft-puterrot-an* *schweißausbrüche* *atemnot* *kieks* books/films“ sagen, mich für mein peinliches Auftreten in Grund und Boden schämen, ganz schnell verschwinden und mich über mich selbst wahnsinnig ärgern. Ich bin da leider superschüchtern 😦

Einmal angenommen, ich wäre nicht so eine lächerliche, peinliche, verdruckste Erscheinung, wenn ich irgendwem Berühmtes gegenüberstehe, den ich aufrichtig bewundere, was würde ich dann tun? Sowas zu fragen wie „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ ist ja schonmal unfassbar bescheuert, weil das Autoren und Filmemacher ständig in Interviews hören. Aber vielleicht würde ich sie fragen, ob sie auch manchmal Selbstzweifel haben, ob sie manchmal denken, das taugt doch überhaupt nichts, was ich hier mache, … und was Sie dann dagegen tun. Das fände ich spannend.

3. Wann wird für Dich ein Film/Buch/etc. langweilig?

Also, wenn ich die Figurenmotivation nicht nachvollziehen kann, das hatte ich ja in der ersten Frage schon geschrieben, dann langweile ich mich und ärgere mich. Was ich ebenfalls nicht ausstehen kann, ist schlechter Stil, schluderiges Handwerk und schnarchige Dialoge, die vor Klischees nur so triefen. Wenn dann noch die Macher dieses Schrotts sich eitel aufplustern und behaupten, das soll aber so, und sie hätten sich schon was dabei gedacht (was, das verraten sie selbstredend nicht), und wer das nicht versteht, der sei ihrer Kunst eben nicht würdig und ein Idiot, dann finde ich das so langweilig, dass mir die Hutschnur platzt. Dann kann ich mich darüber auch ziemlich leidenschaftlich echauffieren, und mein Freund denkt dann immer, jetzt spinnt sie wieder rum 😀 Also ganz allgemein langweilt es mich ins Unermessliche, wenn ich den Eindruck habe, da hat nur irgendsoein eingebildeter Fatzke seine persönlichen Eitelkeiten in einen Film oder ein Buch gefurzt, so ein höchstens mittelmäßig begabter Schnösel macht sich da wichtig und hört sich gerne reden oder liest sich gerne schreiben, aber es sagt überhaupt rein gar nichts aus. Bäh, sowas hasse ich! 😛

4. Was denkst Du: Wieso wird die Musik nicht öfters zum Geschichtenerzählen genutzt?

Oh, das ist interessant, ich gehe ja ab und zu noch zum erzähltheoretischen Kolloquium (ETK) an der Uni Hamburg, und da haben wir schon des Öfteren über narrative Songs – also Lieder, in denen eine Geschichte erzählt wird – gesprochen. Das gibt es also schon, und finde ich auch spannend. Das Lieblingsbeispiel von meinem Masterarbeitsprüfer ist dabei „Buenos Tardes Amigo“ von Ween:

Ich denke, das wird nicht so oft gemacht, weil Lieder der Textform Lyrik näher sind als der Prosa. Und bei Lyrik geht es mehr um Bilder und Gefühle, weniger um Geschichten. Das eine muss das andere natürlich nicht ausschließen, aber einfach durch die Kürze von Gedichten und Liedern ist es dort schwieriger, eine zusammenhängende Handlung zu entfalten.

5. Freitagabend, Kinozeit. Du hast die Wahl: Blockbuster-Streifen oder Indiefilm? Für was entscheidest Du Dich, und wieso?

Das kommt darauf an, worum es in den Filmen geht. Wenn der Indiefilm, der zur Auswahl steht, irgendsoein eitler Kunstkram ist, der keine richtige Geschichte erzählt, sondern, den man auf „einer anderen, emotionalen Ebene rezipieren muss“, dann wähle ich lieber den Blockbuster-Streifen. Ist der Blockbuster-Streifen aber so ein dämlicher Macho-Geballer-Schwachsinn ohne Story, dann nehme ich eher den Indiefilm.

6. Gibt es eine Filmreihe, bei der Dir auch noch der 3., 4., 5.,.. Teil gefällt?

Bei Stirb langsam haben mir bisher alle Teile gefallen. Wobei, die ersten Teile sind immer noch am besten, aber die neueren Filme waren immerhin guckbar 🙂

7. Welche Figur ist für Dich interessanter: Der Held oder der Bösewicht?

Meistens finde ich den Bösewicht spannender als den Helden. Der Held muss halt in der Regel die Vorbildfunktion und moralische Instanz verkörpern, der hat nicht so viel Spielraum bei der Charakterisierung. Der Bösewicht hingegen hat alle Freiheiten, da kann man die Figur mit viel mehr Facetten und Persönlichkeitszügen ausstatten. Wobei das ja in letzter Zeit modern ist, den Helden auch mal an sich und seiner „Mission“ zweifeln zu lassen, dass der nicht mehr so perfekt und unfehlbar ist. Das kann dann wieder interessant werden. Es sei denn, man übertreibt, vergisst ein wenig Humor dabei, und zeigt einen Ich-bezogenen, weinerlichen Schluffi, der die ganze Zeit herumlamentiert: „Ach und Weh! Was ist bloß meine Bestimmung! Was ist der Sinn meiner Existenz!“ Das regt mich dann ja schon wieder auf! 😀

8. Spectre kommt in wenigen Tagen ins Kino. Welcher ist Dein Lieblings-Bond-Film?

Eindeutig Casino Royale! James Bond ist in dem Film nicht nur ein Frauenheld und hübsch anzuschauen, sondern zeigt da tatsächlich auch mal ein wenig Persönlichkeit, aber ohne dabei ins Weinerliche abzudriften. Spannend!

9. Gehst Du manchmal in Kinovorstellungen, ohne Dich vorher über den Film informiert zu haben (keine Trailer, Kritiken etc.)?

Selten, meistens machen mich Trailer neugierig, oder ich habe irgendwo ein Bröckchen von der Handlung mitbekommen, der mich interessiert hat. Ich versuche aber meistens, vorher nicht so viele Kritiken zu lesen, um mich nicht allzusehr beeinflussen zu lassen.

10. Du kannst die Zeit zurückdrehen und eine schlechte Casting-Entscheidung in einem Film ändern. Welche Rolle würdest Du mit wem neu besetzen?

Hayden Christensen als Anakin Skywalker in Star Wars Episode II und Episode III. Meine Güte, war der scheiße! Da hätte man doch Ryan Philippe nehmen können, der hätte das wesentlich besser gemacht.

11. Wieso braucht die Welt eigentlich genau Deinen Blog?

Die Frage ist fies 😛 Wahrscheinlich würde sich die Welt auch noch weiter drehen, wenn es meinen Blog nicht gäbe. Insofern „braucht“ die Welt meinen Blog eigentlich gar nicht. Aber das ist vielleicht auch nicht wichtig … mir macht es einfach Spaß, hier meine Gedanken zu Film, Fernsehen, Kultur, Theater und Literatur auszubreiten, und noch mehr Spaß macht es mir, wenn ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen kann.


So, dieses Mal nominiere ich meinen lieben Kollegen von Haltstop zurück 🙂

Die Fragen sind die, die ich bei meiner zweiten Nominierung bereits genannt hatte 🙂

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

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74. Stück: Liebster-Award Nominierung, die Zweite

Ich wurde von Singende Lehrerin für den Liebster-Award nominiert. Die Regeln und meine erste Nominierung findet ihr hier. Und nun komme ich zu den Fragen 🙂

1. Wie stehst du zum Selfie-Wahn?

Das nervt mich ungemein, überhaupt, wie alle immer mit ihren Smartphones herumtüddeln, geht mir fürchterlich auf den Senkel. Ich selbst habe noch ein ganz altes Handy, das hat noch nicht einmal ein Farbdisplay, dafür aber vernünftige Tasten und ich kann damit telefonieren und SMS schreiben. Mehr braucht ein Telefon eigentlich nicht. Aber da bin ich wohl ein Dinosaurier … Was seltsam ist, weil ich ja in der Internetbranche arbeite, da sollte ich eigentlich ständig irgendwie vernetzt sein. Stattdessen bin ich ganz froh, dass ich auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder sonstwohin ein ganz normales, analoges Buch lesen kann und nicht auch noch in meiner Freizeit dauernd auf einen – noch dazu viel zu kleinen – Bildschirm starren muss.

Selfies mache ich ab und zu mit meinem Fotoapparat – der immerhin ist schon digital. Aber meine analoge Spiegelreflexkamera habe ich trotzdem noch, ich habe sie aber zugegebenermaßen länger nicht mehr benutzt. Da ist so eine Digitalkamera schon um Einiges praktischer. Das Ding ist, wenn ich Fotos mache, dann bin ich selbst halt nie mit drauf – es sei denn, ich mache ein Selbstportrait, wie Selfies früher einmal hießen. Deswegen mache ich das dann doch manchmal. Aber was ich extrem lästig finde, sind diese ganzen eitlen, selbstverliebten Möchtegernpromis, die sich an-dau-ernd selbst knipsen, dabei ein unfassbar dämliches, sexy gemeintes Gesicht machen, und das dann auf Instagram teilen. Und unsereiner darf dann da wieder eine News drüber schreiben.

2. Couch Potato oder Fitness-Guru?

Ach, da bin ich wohl so ein Mittelding. Wenn ich zu lange auf der Couch versumpfe, werde ich blöd im Kopf. Dann kriege ich einen Rappel und muss irgendwie raus und mich bewegen. Ich gehe jetzt auch seit ca. 1,5 Jahren regelmäßig dreimal die Woche zum Sport, wenn nichts dazwischen kommt, und es macht mir tatsächlich Spaß. Obwohl ich früher, bedingt durch den Schulsport, immer dachte, Sport sei scheiße. Als Fitness-Guru würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen, da ich weit davon entfernt bin, Spitzensportlerin zu sein. Ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die allen, die danach fragen oder auch nicht, ihre sportlichen Leistungen unter die Nase reiben. Das interessiert doch keine Sau.

3. Lässt du dich gerne von Hypes um gewisse Filme und Franchises anstecken?

Eigentlich nicht, da schlummert in mir wohl so ein kleiner Hipster, der ab und zu mal aufpiepst und nölt: „Neeeee, wenn alle das so toll finden, dann finde ich das jetzt mal doof.“ Aber ich kann’s dann trotzdem nicht verhindern, dass mich gelegentlich mal die Neugier packt. Zuletzt ist mir das bei Star Wars – Das Erwachen der Macht passiert. Bereut habe ich es dann aber nicht, der Film war ganz unterhaltsam und hat Spaß gemacht.

4. Advent und Weihnachten – Stress oder pure (Vor-)Freude?

Beides, ich gehe gern auf die Suche nach schönen Geschenken für meine Lieblingsmenschen, ich futtere sehr gern Plätzchen und ich mag die Stimmung mit den Weihnachtsmärkten, dem Tannenduft und den Lichtern überall. Die Vorweihnachtszeit ist allerdings immer recht stressig, weil plötzlich alle noch alles Mögliche zum Jahresende erledigen wollen und eine riesige Hektik vom Zaun brechen. Außerdem sind dann viele Kollegen in den letzten beiden Dezemberwochen in Urlaub, und trotzdem müssen wir genauso viele Artikel produzieren wie jeden Monat – mit weniger Leuten und weniger Arbeitstagen. Das bedeutet natürlich auch Stress und jede Menge Überstunden. Ist Weihnachten dann aber da, entspanne ich mich schnell wieder und zwischen den Feiertagen zu arbeiten ist immer schön muckelig.

5. In welches Land würdest du eigentlich gerne einmal reisen, traust dich aber nicht so recht (Weil du Flugangst hast? Weil du Angst vor Krankheiten hast? Weil du niemanden hast, der dich begleiten würde? Weil die Sicherheitslage in diesem Land prekär ist? Weil das viel Geld kosten würde?…)?

Offen gestanden bin ich ein ziemliches Gewohnheitstier und für mich bedeutet Wegfahren immer einen Riesenstress. Deswegen verreise ich generell nicht sehr gern. Wenn, dann fahre ich gern in Länder, in denen ich mich verständigen kann, und gehe dann in einer ausgewählten Stadt auf Entdeckungstour – natürlich nicht, ohne mich vorher mit Reiseführer und auf diversen Internetseiten über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten informiert und ein wenig vorgeplant zu haben. Ich plane jetzt nicht alles streng durch, aber ich mache mir im Vorfeld Gedanken, was ich mir anschauen möchte, was es für nette Restaurants und Läden gibt. Auf meiner Wunschliste stehen derzeit noch Irland, England und Belgien, wobei ich in England und Belgien schon mal war, aber in London nur ganz kurz für drei-vier Stunden und in Brüssel nur auf der Durchreise. Amsterdam würde ich gern auch noch einmal länger besuchen, da war ich bisher auch nur für ein paar Stunden. Dort gibt es nämlich ein Katzenkabinett mit echten Katzen, die dort herumlaufen – für mich als verhinderte verrückte Katzenlady genau das Richtige.

Ansonsten fahre ich gern Freunde besuchen, die in anderen Städten wohnen, zum Klönen, Spielen und gemütlich Zusammensitzen. Die wundern sich dann immer, warum ich keine Lust habe, in ferne Länder zu reisen. Irgendwie scheint das der Normalfall zu sein, dass man sowas klasse findet. Aber ich find’s einfach klasse, wenn ich in einer Stadt selbstständig alles erkunden kann, zwischendurch ein Schwätzchen mit den Einheimischen halten kann – und dafür nicht so weit wegfahren muss. Ferne Länder entdecke ich dann lieber in meiner Vorstellung, in Büchern, Filmen und Erzählungen von Freunden, denen Reisen wirklich Spaß macht.

6. Welches Lied musst du immer ganz laut aufdrehen, wenn du es anhörst?

Oooh, da gibt’s mehrere 🙂 „Think“ von Aretha Franklin zum Beispiel. Ebenfalls toll: „Basket Case“ von Green Day und „Ich bin reich“ von Die Ärzte (überhaupt so ziemlich alles von der besten Band der Welt 😉 ). Mein armer Freund muss dann immer ertragen, dass ich laut mitsinge, wenn die Lieder im Radio laufen 😛

7. Was vermisst du am meisten, wenn du einmal längere Zeit nicht bloggen kannst?

Beim Bloggen schreibe ich einfach drauflos, pfeife auf Google und SEO (Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung) und tippe nach Herzenslust meine Gedanken in die Tasten. Manchmal lese ich hinterher noch mal kurz drüber, meistens publiziere ich es jedoch direkt. Diese Freiheit vermisse ich ein wenig, wenn ich eine Weile keine Zeit zum Bloggen hatte. Für die Arbeit schreiben macht mir auch sehr großen Spaß, aber da muss ich auf Einiges achten und muss mich an bestimmte Vorgaben halten.

8. Wie bist du eigentlich auf den Namen deines Blogs gekommen?

Das hatte ich ganz am Anfang, in meinem allerersten Post „Die Grundidee“ geschildert. Ursprünglich wollte ich aus „Hamburgische Dramaturgie 2.0“ einen reinen Theaterblog machen, damals hatte ich vor, mich für den Dramaturgie-Studiengang an der Hochschule für Musik und Theater zu bewerben, und den Theaterblog wollte ich machen, um Arbeitsproben vorstellen zu können. (Die Bewerbung war erfolglos, aber letzten Endes war das gut so. Als Online-Redakteurin bin ich definitiv mehr in meinem Element 🙂 )

Für den Namen habe ich mich an einem meiner Lieblingstheaterleute aus der Geschichte der deutschsprachigen Literatur orientiert: Gotthold Ephraim Lessing. Seine Stücke – bürgerliche Trauerspiele wie „Emilia Galotti“ oder Lehrstücke wie „Nathan der Weise“ – sind heutzutage etwas altmodisch und schwer nachvollziehbar (wobei das Thema in „Nathan der Weise“ immer noch erschreckend aktuell ist: Religionskriege). Aber seine Theatertheorie, die er in der originalen Hamburgischen Dramaturgie dargelegt hat, die ist auch heute noch spannend und aktuell. Der Zusatz „2.0“ kam dann dadurch, dass ich meine Gedanken und Beobachtungen der Hamburger Theaterlandschaft und zum Theater allgemein ins Internet verlegt hatte, anstatt sie in einem Buch aufzuschreiben. Später merkte ich dann, dass ich mich nicht mehr nur aufs Theater beschränken, sondern auch etwas über Literatur, Filme, Fernsehen und Popkultur hier schreiben wollte. So hat sich der Blog dann weiterentwickelt.

9. Wissen deine ArbeitskollegInnen von deinem Blog?

Ja, ich denke schon. Ich freu mich dann immer, wenn mich jemand auf einen Blogartikel anspricht. Genauso, wie ich mich über jeden Kommentar freue 😉

10. Giltst du als Nerd in deinem Bekanntenkreis? Oder kannst du das an- und abschalten? Oder siehst du dich gar nicht als Nerd?

Meine Freunde sind noch schlimmere Nerds als ich, da falle ich nicht weiter auf 😛 Ich bin wohl schon ein bisschen so ein Bücher- und Kulturnerd. Ich gehe zum Beispiel auch total gern ins Museum, das macht mir aufrichtig Spaß. Das können dann auch nicht unbedingt alle meine Bekannten und Freunde nachvollziehen. Aber wenn ich weiß, da ist eine spannende Ausstellung, auf die von meinen Freunden keiner Lust hat, frage ich meine Mutter, die lässt sich dafür genauso begeistern wie ich.

11. Du veröffentlichst einen Artikel: Wann schaust du nach, ob du schon ein “Gefällt mir” oder einen Kommentar dazu bekommen hast? Sei ehrlich!

Hahaha 😀 Da bin ich voll ungeduldig, meistens lade ich gleich in den ersten fünf Minuten die Seite mit meinem aktuellen Machwerk drei- bis viermal neu, und hoffe, dass irgendeine Reaktion kam. Das ist natürlich völliger Quatsch, so schnell geht das gar nicht. Aber irgendwie bin ich dann immer so neugierig.


So, in meiner ersten Fassung von dem Post hatte ich die Nominierungen von anderen Blogs weggelassen. Aber inzwischen sind mir doch ein paar spannende Fragen eingefallen. Ich nominiere für den Liebster Award die folgenden Blogs (zufällige Auswahl aus den Blogs, denen ich folge, und die bei der letzten Nominierung nicht dabei waren):

Die Quadrataugenrunde

Maunzendemaus

Motion Picture Maniac

Depressiver Optimist

Wer nicht auf der Liste steht, aber trotzdem Lust hat, die Fragen zu beantworten, kann dies natürlich trotzdem tun 🙂

Hier nun zu meinen Fragen:

1. Eine Zombie-Apokalypse bricht aus: Was tust du, warum und wie schätzt du deine Überlebenschancen ein?

2. Welches Endzeitszenario hältst du für wahrscheinlicher und warum: Ein Killervirus rafft die Mehrheit der Menschen dahin? Der dritte Weltkrieg findet statt, alle bewerfen sich mit Atom- und Wasserstoffbomben, die Welt wird unbewohnbar? Der Klimawandel und der menschliche Raubbau an der Umwelt fordern ihren Tribut? Wir werden von einem kolossalen Kometen zermalmt? Oder etwas vollkommen anderes?

3. Hand aufs Herz: Was hältst du von der Todesstrafe?

4. Selbstjustiz: Unter gewissen Umständen verständlich? Oder grundsätzlich falsch?

5. Til Schweiger: Genialer Marketingstratege oder aufgeblasener Angeber?

6. Was ist für dich der schlechteste Film aller Zeiten und warum?

7. Du bemerkst einen Troll-Kommentar auf deinem Blog: Wie reagierst du?

8. Jemand schreibt Blödsinn oder menschenverachtende Kackscheiße im Internet: Kannst du widerstehen oder pöbelst du dagegen?

9. Welches Buch hat dich zuletzt so richtig gefesselt?

10. Gibt es eine Eigenschaft, die dich an deinen Mitmenschen ganz besonders nervt? Welche?

11. Wie lange betreibst du deinen Blog schon und was hat dich dazu bewogen, damit anzufangen?

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73. Stück: 31 Tage, 31 Filme – Folgen 27 bis 31, plus Sonderfolge

Folge 27: Welchen Film sollte deiner Meinung nach jeder gesehen haben?

Mit Ausnahme des Films, den ich am wenigsten mag (Folge 3), sollte man alle Filme mal gesehen haben, die ich in dieser Serie genannt habe. Aber ich möchte ja gern in jeder Folge einen Film vorstellen, den ich bisher noch nicht erwähnt habe.

Unter dem Eindruck der Attentate von Paris, bin ich immer noch erschüttert, fassungslos und unendlich traurig. Was motiviert Menschen bloß, andere Menschen grausam niederzumetzeln, die ihnen überhaupt nichts getan haben, die einfach nur in Ruhe und Frieden leben wollten? Woher kommt dieser fanatische, alles zerstörende Hass?

In diesem Sinne möchte ich heute Hass (La Haine) von Mathieu Kassovitz vorstellen. Obwohl der Film inzwischen 20 Jahre alt ist, hat er nichts an Aktualität eingebüßt. Die Handlung ist wie eine griechische Tragödie aufgebaut, in der die Hauptfiguren sehenden Auges in ihr Unglück stürzen, und trotzdem nicht fähig sind, etwas dagegen zu tun. Weil sie von Hass und Rachegefühlen vollkommen verblendet sind. Als Leitmotiv wird zum Schluss der Witz vom Mann erzählt, der vom Dach eines Wolkenkratzers fällt. Als er an den Fenstern der Stockwerke vorbeirast, denkt er: „Och, bis hierhin ist ja alles gut gegangen“.

Im Mittelpunkt stehen drei Freunde, der Araber Saïd, der Jude Vinz und der Schwarze Hubert, deren Bekannter von Polizisten verprügelt wurde. Vinz findet eine Polizeiwaffe und will einen Polizisten töten, falls ihr Kumpel an seinen Verletzungen sterben sollte.

Die Stimmung zwischen den Jugendlichen und den Polizisten ist von gegenseitigem Hass geprägt, die Fronten sind verhärtet, ein Dialog scheint nicht mehr möglich. Die Freunde ziehen durch Paris, dabei kommt es nicht nur zu Zusammenstößen mit der Polizei, sondern auch mit einer Gruppe von Nazis, die ebenfalls vom Hass zerfressen sind.

Am Ende kommt Vinz zur Vernunft und vertraut Hubert die Waffe an. Doch es ist bereits zu spät, die Gewaltspirale hat sie alle abwärts gezogen, der Aufprall nach dem Sturz vom Wolkenkratzer steht kurz bevor …

Ein ähnliches Thema und eine vergleichbare Erzählstruktur – wenn auch aus mehreren Perspektiven – behandelt der Film Wir sind jung. Wir sind stark von Burhan Qurbani aus dem Jahr 2014. Er schildert die Ereignisse rund um die Anschläge auf das Asylbewerberheim von 1995 in Rostock-Lichtenhagen.

Beide Filme sollte man unbedingt gesehen haben, vor allem Jugendliche, die manchmal nicht wissen, wohin mit sich, die Gefahr laufen, Fanatikern auf den Leim zu gehen, sollten sich Hass und Wir sind jung. Wir sind stark unbedingt ansehen. Hass kann man nur mit Güte begegnen, anders geht es nicht. Sonst zerfrisst er einen und man kommt aus der Gewaltspirale nicht mehr heraus. Noch schlimmer: Man zieht Unschuldige mit hinein.

Folge 28: Welchen Film sollte man unbedingt im Kino gesehen haben?

Jeder gute Film lohnt sich, im Kino gesehen zu werden. Zuhause vor dem Fernseher lässt man sich eher mal ablenken, sodass man sich nicht so leicht in einen Film hineinversenken kann. Im Kino ist es dunkel, man hat diese riesige Leinwand und der Ton kommt von allen Seiten. Da ist auch gleich die ganze Atmosphäre und Stimmung anders. Außerdem muss man Kinos unterstützen, damit sie nicht pleite gehen, insbesondere kleinere Programmkinos.

So, nach dieser kleinen Moralpredigt muss ich mich ja jetzt für einen Film entscheiden … ich finde, so Blockbusterfilme mit eindrucksvollen Spezialeffekten, intensiven Bildern, tollen Kostümen und Soundeffekten sollte man unbedingt im Kino sehen. Die fantastische Welt von Oz (2013, Regie: Sam Raimi) zum Beispiel sollte man auf jeden Fall im Kino sehen. Vor allem ist das auch einer der wenigen Filme, die 3D sinnvoll einsetzen. Oft sind 3D-Effekte allenfalls hübsches Beiwerk, sagen aber ansonsten nichts aus. Hier werden die 3D-Effekte tatsächlich mal genutzt, um die erzählte Welt zu erweitern und zu unterstützen, und auch, um etwas zu erzählen und darzustellen, was in 2D nicht so gut herüberkäme.

Folge 29: Welchen Film wolltest du schon immer sehen, bist aber nie dazu gekommen?

Ich hab schon eine ganze Ewigkeit M – Eine Stadt sucht einen Mörder auf DVD im Regal stehen, aber ich habe es noch nie geschafft, den Film zu sehen. Ich kenne nur ein paar Ausschnitte aus der Uni-Vorlesung, und das hat genügt, um mich neugierig zu machen. Aber wie das immer so ist mit DVDs und Aufzeichnungen – man denkt, man könnte es ja jederzeit gucken, es läuft nicht weg, man hat’s nicht eilig. Und letzten Endes guckt man es dann nie, weil immer irgendwas dazwischen kommt.

Deswegen mag ich es eigentlich auch ganz gern, Filme im Fernsehen zu gucken. Da hat man dann einen bestimmten Termin, wenn der Film läuft, und dann kommt einem nicht so leicht eine Ausrede in die Quere. Aber leider sind die Filme, sofern sie nicht auf ARD, ZDF, NDR, Arte oder 3Sat laufen, immer von Werbung zerhackstückt, das macht dann auch keinen Spaß.

Aber zum Glück habe ich M – Eine Stadt sucht einen Mörder ja auf DVD, das heißt, ich kann den Film jederzeit ohne Werbung gucken. 😉

(Übrigens fällt mir gerade auf, wie sehr sich dieser alte Trailer von neuen Trailern unterscheidet. Das wäre auch mal ein spannendes Thema)

Folge 30: Von welchem Film erwartest du in Zukunft am meisten?

Nein, nicht Star Wars. Ich werde mir den Film zwar ansehen, erwarte aber gar nichts, sondern hege lediglich die Hoffnung, dass er ganz unterhaltsam wird, so wie die alten Filme. Und ich hoffe, dass er nicht in Geballer, CGI-Effekten und schlechtem Schauspiel ertränkt wird, wie Episode 2 und 3 (Episode 1 war noch erträglich).

Ich freu mich schon riesig auf Pets, den neuen Animationsfilm der Minions-Erfinder. Im Trailer sieht man eine Reihe von Haustieren und was sie den ganzen Tag treiben, wenn Herrchen und/oder Frauchen aus dem Haus sind. Mehr weiß ich von dem Film noch nicht, aber das genügt mir, um jetzt schon ganz ungeduldig von einem Bein aufs andere zu hüpfen, bis endlich der 4. August 2016 ist und der Film in die Kinos kommt. Seufz, das ist noch sooooo lange hin.

Worauf ich ebenfalls sehr gespannt bin, ist die Verfilmung von Tschick, dem Roman von Wolfgang Herrndorf, über eine Jungsfreundschaft. Fatih Akin hat die Regie übernommen und ich glaube, das wird ziemlich gut.

Folge 31: Welchen Film wirst du als Nächstes sehen?

Nun bin ich tatsächlich schon ans Ende meiner Reihe „31 Tage, 31 Filme“ angekommen. Zum Abschluss habe ich einen besonders tollen Filmtipp für euch: Das brandneue Testament von Jaco van Dormael. Den schaue ich mir morgen an und freue mich schon sehr darauf, da ich ihn bereits im Sommer auf dem Hamburger Filmfestival gesehen und für absolut wunderbar befunden habe.

In Das brandneue Testament geht es um Gott, der in der Geschichte ein fieser, sadistischer Kotzbrocken ist und in Brüssel wohnt. Er ist verheiratet und hat eine Tochter, Ea, die er ebenso wie seine Frau schikaniert und tyrannisiert. Auf seinem Computer entwirft er jeden Tag gemeine Regeln, um die Menschheit zu ärgern, zum Beispiel, dass das Brot immer mit der Marmeladenseite nach unten fällt oder genau in dem Moment das Telefon klingelt, wenn man es sich in der Badewanne gemütlich gemacht hat.

Ea hat irgendwann genug, hackt sich in Papas Computer und versendet an alle Menschen eine Nachricht mit ihrem genauen Todesdatum. Daraufhin bricht auf der Erde das Chaos aus, weil plötzlich alle die Tage, Monate und Jahre, die ihnen noch bleiben, möglichst auskosten wollen und jeder merkt, dass er für sein Leben und Glück selbst verantwortlich ist.

Die Geschichte allein strotzt nur so vor schrulligen und fantasievollen Einfällen. Jaco van Dormael hat diese herrliche Geschichte dann auch noch in bonbonbunte Farben getaucht, mit wundervoller Musik untermalt und mit pointierten, humorvollen Dialogen gewürzt. Die tollen Schauspieler, deren Spielfreude einfach mitreißend ist, füllen die liebenswerten Figuren mit Leben. Kurz: Der Film ist rundum gelungen und einfach toll!

Jaco van Dormael ist neben Woody Allen einer meiner Lieblingsregisseure. Allerdings hat er noch gar nicht so viele Spielfilme gedreht, Das brandneue Testament ist erst sein vierter abendfüllender Film, ansonsten hat er Kurzfilme, TV-Serien und Dokumentationen gedreht sowie im Theater Regie geführt.

Kennengelernt habe ich seine Arbeit durch den Film Mr. Nobody, den ich meiner geneigten Leserschaft ebenfalls wärmstens ans Herz legen möchte. Den Film habe ich später für meine Masterarbeit analysiert, weil er eine ganz besondere Erzählstruktur aufweist. Die Erzählebenen sind so miteinander verzweigt, dass erst ganz zum Schluss klar wird, was Traum, Erinnerung, Vorstellung und was Wirklichkeit innerhalb der erzählten Welt war. Auch hier sorgen liebenswerte Figuren, tolle Schauspieler (vor allem Jared Leto), skurrile Ideen, bunte Bilder, ein wunderbarer Soundtrack und tiefe, philosophische Fragen, die mit einer Leichtigkeit aufgeworfen werden, für Verzauberung. Und das ist es ja, wofür Filme da sind, oder nicht?

Sonderfolge: Welcher ist dein absoluter Lieblings-Weihnachtsfilm?

Weil es so schön war und es sich gerade anbietet, gibt es jetzt noch eine Zusatzfolge von „31 Tage, 31 Filme“ über Weihnachtsfilme.

Mein allerliebster Weihnachtsfilm ist Die Muppets-Weihnachtsgeschichte, mit Michael Caine als fieser Geizhals Ebeneezer Scrooge, Kermit als Bob Cratchit und Gonzo als Erzähler. Ich kenne den Film auswendig, aber ich kann ihn mir immer wieder anschauen und laut mitsingen. Da fühle ich immer, wie mich „der Geist der Weihnacht“ packt und ich wie Scrooge am Ende am liebsten jeden knuddeln würde, der nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Außerdem liebe ich den Weihnachtsfilmklassiker Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart als junger Familienvater, der sich wegen finanzieller Probleme das Leben nehmen möchte. Ein Schutzengel, der sich seine Flügel erst noch durch eine gute Tat verdienen muss, bewahrt ihn davor und zeigt ihm, wie die Welt aussähe, wäre er nie geboren worden.

Ebenfalls ein toller Weihnachtsfilm ist Tasächlich … Liebe, ein Episodenfilm mit lauter liebenswerten Figuren, die die Liebe suchen, und teilweise auch finden.

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Die anderen Folgen der Reihe „31 Tage, 31 Filme“ findet ihr hier:

Folgen 1 bis 5

Folgen 6 bis 10

Folgen 11 bis 15

Folgen 16 bis 26

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