Monatsarchiv: Oktober 2015

69. Stück: Liebster Award Nominierung

Ich wurde von Ma-Go Filmtipps für den Liebster Award nominiert. Das heißt, ich muss jetzt 11 Fragen beantworten und muss danach Blogger nominieren, denen ich wiederum 11 eigene Fragen stelle. So, auf geht’s:

1. Eine Bestsellerverfilmung kommt ins Kino, die du noch nicht kennst. Schaust du lieber den Film, oder liest du lieber das Buch? Oder beides? Und wenn, in welcher Reihenfolge?

Och, da bin ich ganz pragmatisch. Je nachdem, was mir zuerst über den Weg läuft, schaue ich erst den Film und lese dann das Buch oder umgekehrt. Wenn ich ein Buch mochte, und es kommt ein Film dazu ins Kino, dann bin ich meistens auch auf die Verfilmung neugierig und möchte wissen, wie sie es umgesetzt haben. Allerdings gucke ich da auch ein bisschen auf die Kritiken und Vorberichte. Wenn der Trailer zum Beispiel total Banane ist, bleibe ich lieber nur beim Buch, um mir das schöne Erlebnis nicht kaputt zu machen.

Manchmal schaue ich aber erst den Film und lese hinterher das Buch dazu, weil man da meistens noch mehr über die Figuren und die Hintergrundgeschichte erfährt. Bei mehrteiligen Geschichten hat das außerdem den Vorteil, dass ich nicht ewig warten muss, bis der nächste Film fertig ist, sondern ich kann dann einfach die nächsten Teile als Buch lesen. Allerdings, wenn so viel verändert wird wie in „Maze Runner“ bin ich da den Zuschauern, die die Bücher nicht gelesen haben, wohl nicht so weit voraus.

2. Von welchem/r Schauspieler/in würdest du dir ungeachtet des Inhalts wahrscheinlich jeden Film anschauen?

Also, ich mag eigentlich vor allem Schauspieler, die sehr vielseitig sind. Edward Norton, Leonardo Di Caprio, Jennifer Lawrence, Meryl Streep, … Aber ich würde mir da jetzt nicht jeden Film von ihnen sehen, ohne vorher einen Blick auf den Inhalt zu werfen. Gerade, weil man bei diesen Schauspielern vorher nie hundertprozentig wissen kann, was das für ein Film ist, in dem sie mitspielen. Bei Regisseuren bin ich da schon unkritischer. So würde ich mir zum Beispiel ohne zu zögern einen Film von Woody Allen oder Quentin Tarantino ansehen, ohne mir vorher die Handlung durchgelesen zu haben.

3. In welcher Figur aus der Filmgeschichte erkennst du dich am ehesten wieder?

Sie ist zwar eigentlich eine Romanfigur, aber da es dazu auch einen Film gibt, sage ich mal: Momo. Optisch kommen mir wohl die beiden Figuren „Freude“ und „Kummer“ aus dem Animationsfilm „Alles steht Kopf“ am nächsten. Da jetzt was hineinzudeuten, überlasse ich meiner werten Leserschaft 🙂

4. Früher Cowboys, Monster und Aliens – heute handelt gefühlt jeder zweite Film von einem Comic-Helden. Was könnte der nächste große Trend werden, wenn Spider Man und Co. irgendwann wieder in der Marvel-Kiste verschwinden?

Mit den amerikanischen Comics kenne ich mich nicht so gut aus. Ich schau sehr gern Comic-Verfilmungen, aber die Comics von Marvel oder DC lese ich normalerweise nicht. Das liegt nicht daran, dass ich dazu keine Lust hätte, sondern dass ich die einfach nicht so präsent habe. Außerdem bin ich als Halbfranzösin eher mit den französischsprachigen Comics – oder vielmehr BD (bandes dessinées) – aufgewachsen. Einen Tim-und-Struppi-Animationsfilm gab es ja vor ein paar Jahren, der war gar nicht schlecht. Auch von Asterix und Obelix gibt es schon viele Filme, die mal mehr, mal weniger gut sind. Die Realverfilmungen fand ich aber nicht so toll, aber die alten Trickfilme sind klasse.

Ich fänd’s ja schön, wenn man die Comics von „Johan und Pfiffikus“ von Peyo mal verfilmen würde, die habe ich als Kind geliebt. Aber das sollte dann hoffentlich nicht so ein liebloser Kommerzquark werden wie die Schlümpfe vom selben Autor.

5. Ebenfalls angesagt sind Reboots und Re-Makes. Welcher Klassiker sollte dringend noch mal aufgewärmt werden?

Ich finde, man könnte Goethes „Faust“ neu verfilmen. Jeder kennt sicher den alten Film mit Will Quadflieg und Gustaf Gründgens, der ist ja fast Pflichtprogramm im Deutschunterricht an der Schule. Es ist auch spannend zu sehen, wie Quadflieg und Gründgens zwei unterschiedliche Schauspielertypen verkörpern: Quadflieg spricht die Verse sehr natürlich, als wäre es ein Prosatext. Gründgens deklamiert seine Verse mit Pathos.

Allerdings ist das aus Unterhaltungssicht verbesserungswürdig, der Film zieht sich zäh dahin und ist anstrengend. Außerdem ärgert es mich jedesmal, wie langweilig und nichtssagend Gretchen in dem Film dargestellt wird. Im Stück ist sie nicht nur hübsch, sondern vor allem klug und selbstbewusst. Von „Faust“ sollte es also auf jeden Fall mal ein Remake geben.

6. Was war der beste Film den du in den letzten, sagen wir mal 3 Jahren gesehen hast?

Puh … ich sage jetzt einfach mal, welcher Film mich zuletzt gefesselt hat. Das war „Ex Machina“ von Alex Garland. Meine Kritik dazu:

Bei „Ex Machina“ von Alex Garland merkt man, dass da ein Drehbuch- und Romanautor am Werk war. Die Geschichte erzählt sich fast von selbst, so hervorragend sind die Figuren in diesem klaustrophobischen Kammerspiel konzipiert (Hurra, eine Alliteration). Der Schauplatz, ein teils unterirdischer Bunker mitten im dichten Wald eines Tals im Gebirge, kann nur mit Hubschrauber erreicht werden. Die vier Figuren, die in dem Haus mehr oder weniger eingesperrt und von der Außenwelt isoliert sind, werden aufeinander losgelassen und was dann passiert ist von unheimlicher Eindringlichkeit.

Zur Handlung möchte ich lieber nichts schreiben, denn der kleinste Spoiler würde bei „Ex Machina“ den Spaß verderben. Wobei der Spaß hierbei nicht in action- und temporeicher Materialschlacht besteht, sondern in einem raffinierten Katz-und-Maus-Spiel, das immer wieder Haken schlägt und einen zum Nachdenken anregt. Zum Beispiel darüber, was es mit den Namen ‚Nathan‘ und ‚Caleb‘ sowie dem Titel „Ex Machina“ auf sich hat.

Es fällt auf, dass Nathan und Caleb biblische Namen sind. Kaleb – so die deutsche Version des Namens – wurde für sein Gottvertrauen und seine Treue zu Gotts Verheißungen belohnt. Nathan lässt sich mit „er hat gegeben“ übersetzen und ist eine Kurzform von Nathanel, was „Gott hat gegeben“ bedeutet. Gleichzeitig deutet der Titel den aus dem Theatervokabular bekannten Begriff „Deus ex machina“ (Gott aus der Maschine) an. Das war ein ziemlich plumper dramaturgischer Trick, um unlösbare Konflikte doch noch aufzulösen. Da ploppte dann mit viel Special-Effects-Brimborium eine Gottesfigur auf, die ein Machtwort sprach und dann war das Stück zuende. Warum wurde der Gottesbezug im Titel und in der Figur des genialen Wissenschaftlers herausgenommen?

Auf jeden Fall wird die Thematik der künstlichen Intelligenz in „Ex Machina“ erschreckend realistisch, gesellschaftskritisch, klug und mit gelegentlichem rabenschwarzem Humor behandelt. Und das finde ich toll. Gar kein Vergleich zu dem grauenhaft misslungenem „Transcendence“ von Wally Pfister mit einem unmotivierten Johnny Depp in der Hauptrolle. Auch „Chappie“ hat mich nicht so gepackt wie dieser Film. Ich fand ihn niedlich, unterhaltsam und mochte ihn sehr gern. Aber ich habe nicht hinterher noch so lange darüber nachgegrübelt.

Fazit: Ausgeklügelter, zum Nachdenken anregender Science-Fiction-Film. Unbedingt anschauen!

7. Wo und mit wem schaust du dir am liebsten Filme an?

Am liebsten schaue ich Filme natürlich im Kino. In Hamburg gibt es viele charmante Programmkinos, die habe ich eigentlich noch lieber als die Multiplex-Riesen. Aber viele Filme werden nur in den Multiplex-Kinos gezeigt und wenn es so ein Blockbuster ist, der macht mit Riesenleinwand und glasklarem Sound einfach noch mehr Spaß. Als Begleitung habe ich immer ganz gern meinen Kumpel Johannes und meinen Freund Sebastian dabei. Manche Filme schaue ich aber lieber mit meinen Eltern, insbesondere für französische Filme im Original kann ich meine Mutter eher begeistern als meine Freunde.

8. Welche fünf Filme (inklusive Wiedergabemedium und Stromanschluss) würdest mit auf eine einsame Insel nehmen?

„Zurück in die Zukunft“ (zählen alle drei Teile als ein Film? Ich finde, ja)
„Grüne Tomaten“
„Und täglich grüßt das Murmeltier“
„Mr. Nobody“
„Fight Club“

9. Wieso sollte man Filme eigentlich im (englischen) Originalton anschauen?

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Synchronfassungen grundsätzlich verdammen. Meiner Meinung nach sind die deutschen Synchronsprecher hervorragend (außer beim „Tatort“ aus der Schweiz, das ist furchtbar). Englische Filme im Originalton schaue ich nur, wenn ich vorher die deutsche Fassung gesehen habe oder es Untertitel gibt, ansonsten geht mir das zu schnell. Und dann nuscheln die ja meistens auch noch, sodass ich dann nur noch die Hälfte verstehe. Bei Französisch ist das was anderes, da schaue ich am liebsten das Original. Allerdings lese ich sehr gern englische Bücher, vor allem Stephen King hat es mir angetan.

10. Welchen Film, den sonst alle gut finden, findest du so richtig scheiße?

Ich habe nie verstanden, warum alle „Robin Hood – König der Diebe“ mit Kevin Costner so toll finden. Den fand ich immer blöd. Und ehrlich gesagt: Kevin Costner kann nicht spielen. Der ist bestimmt ein netter Kerl, aber Schauspiel ist nicht seine Stärke.

11. Provokant gefragt: Was soll das eigentlich mit der Bloggerei? Hast du kein Leben?

Doch, doch, das habe ich. Und auch in meinem richtigen Leben verdiene ich meine Brötchen mit Schreiben. Meinen ersten Blog „isa09 – Angry young woman“ habe ich 2008 als Projekt für ein Uni-Seminar über Medienkompetenz angefangen. Mein Plan war, über alles Mögliche zu schreiben, und meine Kommilitonen fanden meine kleinen Texte ganz unterhaltsam. Nach dem Seminar habe ich eine Weile pausiert, doch irgendwann habe ich wieder einen Rappel gekriegt und hatte Lust, weiterzuschreiben.

2010 wollte ich mich dann an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg für den Masterstudiengang Dramaturgie bewerben und fand, ich hätte zu wenig Arbeitsproben. Also habe ich noch einen zweiten Blog gestartet: „Hamburgische Dramaturgie 2.0“. Ursprünglich wollte ich nur über Theater schreiben und Theaterkritiken hier veröffentlichen. Aber nach und nach habe ich auch Film, Literatur, Internet, Popkultur und andere Kulturthemen aufgenommen, weil ich nach dem Studium nicht mehr so oft ins Theater gehe und dafür sehr oft ins Kino. Außerdem habe ich jetzt endlich Zeit, Romane zu lesen. Ich gehe nie ohne ein Buch aus dem Haus und lese dann in der Bahn.

Nun muss ich mir selbst 11 Fragen ausdenken und Blogger nominieren. Als erstes nominiere ich meine beiden Bloggerkollegen mit denen ich den Artikel „Horrorfilme – Ein Genre für die geistig Schwachen?“ verfasst habe.

Ma-Go Filmtipps (Entschuldigung, das ist jetzt schon deine vierte Nominierung)

haltstop

Dann nominiere ich noch Lenas Filmblog „To the Lighthouse„, durch den ich das wunderbare Projekt „31 Tage, 31 Filme“ kennen gelernt habe.

Und schließlich noch die „Singende Lehrerin„, die mich zum Artikel über die 10 besten Filmfieslinge inspiriert hat.

Und hier meine Fragen:

1. Was war dein Lieblingsbuch als Kind?

2. Bist du im Kino schon mal mitten im Film hinausgegangen? Wenn ja, warum?

3. Was hast du zuletzt im Theater gesehen und wie hat es dir gefallen?

4. Hat dich ein Film, Buch oder eine Theateraufführung schon mal so richtig verärgert?

5. Welche Schullektüre würdest du heute freiwillig noch einmal lesen?

6. Worüber würdest du gern mal ein Buch schreiben oder einen Film drehen?

7. Was ist wichtiger für einen guten Film: ein gelungener Anfang oder ein gelungenes Ende?

8. Guckst du ab und zu den „Tatort“? Welches ist dein Lieblingsteam? (Wenn nicht, warum nicht?)

9. Welcher ist dein liebster deutschsprachiger Film?

10. Hast du einen Lieblingsautor oder -regisseur? Warum?

11. Was macht dir beim Bloggen am meisten Spaß?

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