Tagesarchiv: 19. Dezember 2010

22. Stück: Umfrage – „Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?“ von Volker Lösch. Was meint ihr zu dem umstrittenen Ende?

Es ist wirklich eine umstrittene Inszenierung, die Volker Lösch mit „Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?“ gelungen ist. Und er hat offensichtlich insbesondere mit dem Ende, bei dem die Namen und das Einkommen der 20 reichsten Hamburger laut verlesen werden, doch mehr provoziert als man das im ersten Moment gedacht hätte.

Erst neulich hatte ich in meinem Seminar über „Chorisches Theater“ eine hitzige Diskussion mit meinen Kommilitonen, weil wir uns über die moralische Tragweite des Endes von „Marat,…“ nicht einig waren.

Hat Volker Lösch mit diesem Ende die 20 reichsten Hamburger an den Pranger gestellt und ihr Persönlichkeitsrecht verletzt? Hat er geholfen, auf einen allseits bekannten und gerne ignorierten Missstand, nämlich der Schere zwischen Arm und Reich, aufmerksam zu machen? Und was ist davon zu halten, dass etwa die Hälfte der genannten Bürger mit Hilfe ihrer Anwälte einstweilige Verfügungen erwirkt haben, damit ihr Name nicht mehr genannt wird? Haben sie damit vollkommen richtig reagiert? Oder hätten sie lieber souverän bleiben und das Geld, das sie für Anwälte ausgegeben haben, lieber für wohltätige Zwecke spenden sollen?

Für mich war die Antwort vor dieser Debatte in meinem Seminar eigentlich ganz klar. Doch mittlerweile muss ich feststellen, dass der Fall doch nicht so eindeutig ist und dass man dieses Ende auch ganz anders bewerten kann.

Und das finde ich hochinteressant. Deswegen seid jetzt ihr gefragt. Ich habe in diesem Beitrag erstmals eine Umfrage erstellt und möchte nun eure Meinung wissen.

Darf Volker Lösch in seiner Inszenierung „Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?“ am Ende die Namen und das Vermögen der 20 reichsten Hamburger verlesen?

Ein Kommentar

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